Lohnerhöhungen!

Endlich raffen sich die arbeiterverräterischen Gewerkschaften auf um für das natürliche Recht der Arbeitnehmer nach Lohnerhöhungen zu streiten. Angesichts des angeblich bevorstehenden Wirtschaftswachstums, welches von Regierungsstellen gar als „neues Wirtschaftswunder“ angepriesen wird, fordern die Gewerkschaften endlich eine Beteiligung der Arbeitnehmer an der wirtschaftlichen Entwicklung. So hatten bisher vor allem die Arbeitnehmer die Finanz- und Wirtschaftskrise zu bezahlen, während Arbeiter und Angestellte mit drastischen Lohnkürzungen und Kurzarbeit zu rechnen hatten. Die Gewerkschaften hatten diese Kürzungspolitik mitgetragen und ausdrücklich zu „Ruhe“ und Lohnverzicht aufgerufen. Der Chef der IG-Metall Berthold Huber meinte gegenüber der Bild am Sonntag, das die Arbeitnehmer nun auch endlich vom „Aufschwung“ zu profitieren hätten. Richtigerweise führte Huber dabei aus, dass höhere Löhne nur allzu gerecht und fair seien und auch die Konjunktur ankurbeln würden. Huber forderte dabei eine Lohnsteigerung von etwa 6 Prozent für die Beschäftigten in der Stahlindustrie, aber auch Leiharbeiter und Dumpinglöhner sollen profitieren.

Das deutsche Großkapital und deren Lobby lehnte diese Forderung wie selbstverständlich ab! Dies würde den „Aufschwung“ gefährden, so die Stereotype Antwort aus diesen Kreisen. Angesichts der negativen Lohnentwicklung der letzten Jahre in der BRD sind die Forderungen eigentlich sehr moderat und mehr als nur berechtigt. In NRW ist vom DGB endlich einmal folgende Binsenweisheit zu vernehmen: „Geschenkt bekommen wir von den Arbeitgebern gar nichts. Wie gut wir unsere Forderungen durchsetzen können, hängt in erster Linie davon ab, wie viel Druck wir entfalten“. So berichtet man über den Lohnverlust der Arbeiter im Stahlgewerbe folgendes: „Wir stellten fest, dass der Kollege durch die Kurzarbeit seit April 2009 trotz Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent netto einen Verlust von 2.000 Euro im Jahr hatte. Dazu kommt die Steuernachzahlung wegen des Progressionsvorbehaltes, die auch noch mal 200 bis 300 Euro ausmachen kann.“

Die Gewerkschaften waren mitten in der Krise des Kapitalismus, vollkommen auf einer Linie mit der Bundesregierung und den Arbeitgebern. Sie riefen die Arbeiter zu Lohnverzicht auf, während gleichzeitig Streiks und Protest gegen diesen Kahlschlag zu unterbleiben hätten. Dabei brauchen die Arbeiter endlich eine kräftige Lohnerhöhung, nach all den Jahren der Verzichts. Die lohnabhängig Beschäftigten wurde durch ihr Stillhalten bislang nur mit Kurzarbeit, einem Ausbau des Niedriglohnsektors und realen Gehaltskürzungen „belohnt“. Großunternehmen machen nun wieder Gewinne und erweisen sich gar als große Krisengewinnler, während die Arbeitnehmer weiterhin die Krise bezahlen sollen.

Dabei ist es volkswirtschaftlich leicht erklärbar warum kräftige Lohnerhöhung der Konjunktur sogar nützen. Lohnerhöhungen steigern die Kaufkraft der Arbeitnehmer und nützen damit auch dem inländischen Einzel- und Großhandel. Dies einfache Rechnungen konnten einst noch soziale Marktwirtschaftler relativ einfach nachvollziehen. Statistiken zeigen auf das der Umsatz der deutschen Industrie im Vergleich von vor 10 Jahren um bis zu 60 Prozent angestiegen ist. Die Beschäftigten hatten aber von diesen Gewinnraten nichts, sondern werden unentwegt zu weiteren Lohnverzicht aufgerufen. Die Stahlarbeiter hatten beispielsweise alleine im letzten Jahr etwa 4 Prozent an Reallohneinbußen hinnehmen müssen. Bekanntlich sind im letzten Jahr die Bruttolöhne zum ersten mal in der Bundesrepublik auf ein Niveau wie im Jahr 1949 gefallen. Besonders stark davon betroffen waren die Löhne in der verarbeiteten Industrie. Dies betraf aber nicht nur die Industriearbeiter sondern vor allem auch das Handwerk.

Ob allerdings nun vom DGB eine klassenkämferische Vertretung der Arbeitnehmerinteressen zu erwarten ist, dies darf mehr als nur angezweifelt werden. Vielmehr versuchen die DGB-Bonzen eine klassenkämpferische Bewegung in der Arbeiterschaft mit allen Mitteln zu be- und verhindern. Es soll in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen werden das der DGB den Sozialprotest gegen Hartz IV massiv torpedierte und den Protest auf den Montagsdemos regelrecht absaufen lies. Der DGB hat insbesondere eine erhebliche Mitschuld an der Ausdehnung des Leih- und Zeitarbeitssektors. In Bayern und in anderen Bundesländern hat der DGB mit diversen Zeitarbeitsfirmen einen Flächentarifvertrag abschlossen und somit eine erhebliche Mitverantwortung an der Ausbeutung der Leih- und Zeitarbeiter.

Nur der Verweis auf das zweifelhafte Gebaren des DGB alleine wird aber nicht ausreichen. Lohnraub, also der Klassenkampf von oben gegen die deutschen Arbeiter, muss auch entsprechend von Unten beantwortet werden. Zu diesem Klassenkampf von unten gehört dann zweifelsohne auch das Mittel des Generalstreiks samt Betriebsbesetzungen.

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