Die Bankrotterklärung der KPD/ML

Zunächst gilt es einmal vorauszuschicken, dass es mehrere Gruppen gibt, die unter dem Namen KPD/ML fungieren oder sich als Abspaltung, Neugründung, als „echte” KPD/ML ansehen. Die ursprüngliche KPD/ML wurde im Jahr 1968 gegründet und bezog sich auf das China Maos, später dann auf das Albanien Enver Hoxhas. Es kam in der Folge zu Flügelkämpfen und Spaltungen, so dass sich heute mehrere Organisationen in der Nachfolge der „originalen” KPD/ML sehen, so etwa die KPD/ML – Roter Stern, die KPD – Roter Morgen, die KPD/ML – Eggers Fraktion, die Gruppe „Roter Oktober”. In diesem Text soll es aber um die KPD/ML – Roter Stern gehen.

In der Publikation der kleinen K-Gruppe „Roter Stern” findet sich ein höhnisch gemeinter Text unter dem Titel „Antiimperialismus?” Es handelt sich um einen Text, dessen Formulierungen man eher in Teilen in der „Jungle World“ oder im antideutschen Kriegshetzer-Blatt „Bahamas“ vermutet hätte und deren Formulierungen nicht selten gar über diejenigen der erwähnten Imperialismus-Blätter hinausschießen.

Eingeleitet wird der Text gleich mit einem Hinweis auf den „Hitler von Teheran”, der sich von „Onkel Hugo” umarmen lasse. Nun lässt sich selbst die BILD-Zeitung nicht zu solchen eindeutigen Formulierungen hinreißen, wenn die Kriegshetze gegen den Iran vorbereitet werden soll. Dort spricht man lieber noch – im Verhältnis zur KPD/ML etwas abgemildert – vom „Irren von Teheran”. Die KPD/ML schwadroniert doch tatsächlich etwas davon, dass sich die Bourgeoisie begeistert über das Bündnis Teheran-Caracas zeigen würde, ja der Hugo und der Mahmud würden gar als Popstars gefeiert werden. Nun ist zwar unbekannt, was KPD/ML-Schreiberlinge tun, bevor sie sich an die Tastatur setzen, allerdings könnte man hier schon die eine oder andere Vermutung äußern.

Der Schreiber fragt tatsächlich ernsthaft, warum der von ihm verhöhnte „Onkel Hugo” angeblich „salonfähig” werde. Er phantasiert gar etwas von einer „Begeisterung” für die als „Helden” verächtlich gemachten Staatspräsidenten Venezuelas und des Iran. Ja, auf welchem Planeten, in welchem Paralleluniversum lebt man in der KPD/ML? Der Prügelknabe der „Westlichen Wertegemeinschaft“ Mahmud Ahmadinedschad wird als „Held” derselben WWG dargestellt. Chávez, den man in Washington bei der antisozialistischen Säuberung Lateinamerikas zuerst erledigt sehen will, soll als „Liebling” des kapitalistischen Westens dargestellt werden?

Die KPD/ML legt eine Lüge der „westlichen Wertegemeinschaft nach der anderen vor und schämt sich nicht einmal, diese auch noch sprachlich zu radikalisieren. Im Iran würde das Volk „niedergemetzelt”, weil es dem „Wahlschwindel” nicht glaube. Die „Empörung” der KPD/ML ist doch nichts weiter als das Kriegsgeheul, und die heuchlerische „Empörung” ist diejenige der „westlichen Wertegemeinschaft, die unter anderem im neokolonialisierten Afghanistan genau nach der Praxis verfährt, die man der iranischen Regierung unterstellt. Dass aber die Wahlen im Iran im Vergleich zu den „Wahlen” der arabischen Nachbarländer, die sich auf das Gutdünken der Westens verlassen, relativ „frei” waren, lässt sich sehr wohl sagen. (1)

Nun fabuliert man in dem entsprechenden Artikel nicht nur den „Hitler von Teheran” herbei, sondern äußert sich auch in der Weise, als dass es deutlich wird, dass die KPD/ML offenbar am liebsten die Konterrevolution in Venezuela siegen sehen möchte. Der Aufbau des bolivarischen Sozialismus wird als Revolutionsgewäsch von „Carlo Marx” verspottet und in offenbar chauvinistischer Diktion von den „Fraktionen der Teppichklopfer” gehöhnt. Diese würden sich nun gegen Chávez auflehnen, da ihre Mägen angeblich leer seien.

Nun bescheinigen diverse Untersuchungen zwar Venezuela in Punkto „wirtschaftliche Entwicklung” sowie „Demokratisierung” in Südamerika die Plätze eins und zwei zu belegen, aber dies wird die Herrschaften von der KPD/ML nicht daran hindern, die von den USA und der EU gesteuerten Proteste gegen die sozialistische Regierung zu bejubeln. Diese werden über die postmodernen Kommunikationsmedien Twitter und Facebook global organisiert. Zu dem imperialistischen Happening versammelte sich nicht nur in Venezuela die fünfte Kolonne Washingtons, sondern gleichsam auch in Kolumbien und in zahlreichen europäischen Hauptstädten; alles unter dem sinnigen Motto der neoliberalen Konterrevolution “No más Chávez” (Nicht mehr Chavez). Gratulation an die „Genossen” von der KPD/ML – in der Verkommenheit pseudolinker Imperialismuskollaboration lassen sie sich höchstens noch von solchen „Genossen” wie den Hardcore-Antideutschen von der Georg-von-Weerth-Gesellschaft aus Köln übertrumpfen.

Was ist aber die vorgebliche Entschuldigung der KPD/ML? Das Gerede über Chrustschow und den Revisionismus, den man heute in Venezuela und Bolivien wiedererstehen sehen möchte, natürlich erweitert um den „Hitler von Teheran”. Der Verweis darauf, dass der Antiimperialismus etwa Teherans eher mangelhaft bis teilweise zweifelhaft ist, wäre durchaus richtig, aber wer diesen Umstand dazu nutzt, um sich in den schlimmsten kriegshetzerischen Phrasen des US- und NATO-Imperialismus zu suhlen, wer unverhohlen zum „Umsturz” im Interesse des Imperiums aufruft, der hat seine inhaltliche Überführung in die „westliche Wertegemeinschaft“ unterzeichnet. Wer es gar noch darauf anlegt, das dem Leser als „echten Antiimperialismus” zu verkaufen und diesem weismachen will, es gehe gegen den „Imperialismus” der „Revisionisten”, der sollte dringendst einen guten Arzt aufsuchen.

1. http://www.campaigniran.org/casmii/i…hp?q=node/8072

Kommentiere oder hinterlasse ein Trackback: Trackback-URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: