Dummfaschisten(2)

Einige (nationale) Faschisten haben sich scheinbar wohl einem selbst gewählten Lebensziel gewidmet und zwar den NW nach ihren Einbildungen und Vorstellungen vor „bolschewistischen Elementen“ sauber zu halten. Ihren politischen Lebensinhalt sehen die Nachlassverwalter eines „einzig wahren NS“ in der Bekämpfung von Nationalrevolutionären und sozialrevolutionären Nationalisten. Dabei toben sich diese Faschisten bevorzugt in Kommentarspalten und Foren aus, bringen es aber auch manchmal dazu peinliche Aufrufe gegen „Nationlabolschewisten“ und „kontraproduktive Erneuerungen“ auf diverse Internetseiten zu stellen. Dabei erweisen sich diese Sorte von Faschisten als klassische rechte Verschwörungstheoretiker, so glauben sie doch eine „Unterwanderung“ durch „Bolschewisten“ im NW entgegentreten zu müssen. Denn vor den „Bolschewisten“ musste ja schließlich auch die Partei mit den fünf Buchstaben schon Anfang bis Mitte der 1930er Jahre gesäubert werden.

Damals war der Abgang eines Teiles des „linken Flügels“ in der NSDAP eine Folge dessen was Joseph Goebbels schon 1926 in seinem Tagebuch in Hinblick auf die Programmdebatte in der NSDAP vermerkte: „Dies hat nichts mehr mit Sozialismus zu tun“. Das der Sozialismus im Parteiprogramm, das Papier auf dem er stand, nichts mehr wert war, konnte ab der Regierungsübernahme auch für den Rest der NS-Linken greifbar werden. Das der „nationalen Revolution“ keine sozialistische folgte, mochte die revolutionäre Basis in SA, HJ und der NS-Betriebszellenorganisation unruhig machen, ohne das man aber vom „Führer“ und der Gesamtpartei abrückte. Diese treue sollten Ernst Röhm, Gregor Strasser und andere 1934 mit ihrem Leben bezahlen. Otto Strasser selbst war aufgrund gewisser egomanischen Tendenzen und weltanschaulicher Fehler nicht mehr in der Lage aus dem Exil die NS-Linke wieder zu beleben. Andere ehemalige Leute des linken Parteiflügels betätigten sich, wie es in der menschlichen Natur liegt, als Opportunisten.

Das der kleinbürgerliche „Sozialismus“ vieler NS-„Linker“ kaum als „echter“ Sozialismus anzusehen ist, dies steht selbstverständlich auf einem ganz anderen Blatt. Darauf hatten schon zu Zeiten Ernst Niekisch oder etwa ein Karl Otto Paetel explizit hingewiesen. Heute stehen die Faschisten eher rechts von Hitler, Himmler und Göring. Darüber kann auch das Gerede über die Brechung des Zinssystems nicht hinwegtäuschen, wenn doch gleichzeitig das Großkapital und der Kapitalismus als solcher unangetastet gelassen werden soll. Der vorgebliche „Antikapitalismus“ der Gesellianer im NW, der NS-Nostalgiker, der nationalen Marktwirtschaftler und Freude eines nicht mehr existenten nationalen Großkapitals bleibt auf die breite Masse der Bevölkerung nicht ganz zu unrecht vollends unglaubwürdig.

Die nationalen Faschisten des Jahres 2010 überlegen sich in Internetforen und Kommentarspalten, wie man mit „Abweichlern“ von der einzig „wahren Linie“ umzugehen hätte. Also ob man diese vor der Machtergreifung liquidiert, oder erst nach dieser. So drohte ein Kameradschaftsführer aus Niedersachsen – mithin ein Gewohnheitskrimineller – einem SdV-Aktivisten in einem mittlerweile abgeschalteten Forum der Autonomen Nationalisten Prügel und SCHLIMMERES an. Im allgemeinen sollten sich doch sozialrevolutionäre Nationalisten nicht mehr auf Veranstaltungen des NW blicken lassen. Das solcherlei faschistische Gewalt- und Verfolgungsphantasien eher zweifelhaften Wunschvorstellungen als der Realität entsprechen dürfte auf der Hand liegen. So sind die Reaktionäre nicht einmal in ihren „Hochburgen“ in der Lage Vorträge und Veranstaltungen mit nationalrevolutionären Publizisten zu zensieren oder zu verhindern.

Das Gekeife gegen sozialrevolutionäre Nationalisten wird um so stärker werden, je mehr Nationalisten sich den Positionen sozialrevolutionärer Nationalisten annehmen. Dabei verhalten sich die Faschisten in ihren Wutanfällen auch noch taktisch höchst ungeschickt, wenn man etwa in Foren wie im „Thiazi“ verkündet, dass die Kameraden vom Freien Netz Süd und andere freie Strukturen aus Süddeutschland „keine Ideologie“ hätten, „dumm“ seien und sich von „Bolschewisten“ bereitwillig einspannen ließen. Solcherlei unqualifizierte Angriffe zeugen doch wohl eher davon das einem die Felle wegschwimmen und man in ideologischer Verzweiflung wild um sich schlägt.

SdV-Redaktion

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