Befindet sich die NPD auf zionistischem Kurs ?

Folgende Kolumne erschien 2008 auf der Seite des Freien Netzes Altenburg.

Diese Überschrift mag manchem als übertrieben erscheinen, aber die neuerliche Werbung von NPD und Deutsche Stimme-Verlag für den pro-zionistischen französischen Autoren Guillaume Faye gibt Anlaß genug, diese Frage einmal sachlich zu erörtern.

Eigentlich hatte ich nicht vor, mich in meiner neuen Kolumne schon wieder mit der NPD auseinanderzusetzen. Zum einen gilt man bei kritikresistenten Parteifunktionären schnell als „Querulant“, zum anderen wird ja diese Partei schon genug von den Kräften des Systems, von der bürgerlichen Presse, der Antifa, vom VS und vom Staatsschutz verfolgt. NPD-Mitgliedern (aber auch parteifreien Nationalisten) droht Verlust von Arbeitsplatz, Wohnung, Gesundheit usw. Der Grund, daß sich ein außerhalb dieser Partei stehender nationaler Theoretiker immer wieder mit der NPD befaßt, liegt ganz einfach darin, daß die NPD in der öffentlichen Wahrnehmung für den deutschen Nationalismus insgesamt zu stehen scheint. Schließlich ist die NPD die mittlerweile mitgliederstärkste Organisation im Nationalen Widerstand und sie ist auch parlamentarisch im Vergleich zur rechten Konkurrenz am erfolgreichsten. Das Ergebnis von 5,1 Prozent bei den sächsischen Kreistagswahlen hat dies noch einmal bestätigt.

Für einen nationalen Theoretiker ist es interessant, von außen mit anzusehen, wie sich die NPD inhaltlich und programmatisch weiterentwickelt. Wird sich diese Partei – sollte sie weiterhin bei Wahlen Erfolge einfahren können – in ähnlicher Weise entwickeln, wie wir es heute schon im europäischen Ausland bei Parteien mit ähnlicher Ideologiegeschichte sehen können? Unser Wiener Bündnispartner Helmut Müller hat neulich in einem Kommentar dargelegt, daß je erfolgreicher Parteien der nationalen Rechten bei Wahlen und vor allem bei möglichen Regierungsbildungen abschneiden, diese Formationen sich bei den Zionisten anzubiedern versuchen.

Recht erfolgreich ist damit Fini in Italien, der als Außenminister schon mal Israel besuchen darf. Auch Haider biederte sich bei diesen Kreisen an, als er vor Jahren den Zionisten Peter Sichrovsky zum Generalsekratär der FPÖ machte. Auch der Vlaams Block bzw. Vlaams Belang ist diesen Weg gegangen. Und der Kronprinzessin auf den Parteivorsitz des Front National, Marine Le Pen, werden ähnliche Avancen nachgesagt. Aber selbst in der deutschen Kreisliga hat man sich bereits den Zionisten angenähert. Pro Köln beispielsweise bietet schon mal Ralph Giordano ein Bündnis im Kampf gegen den Islam an.

Der Mittelsmann zwischen Pro Köln und Giordano ist der deutsche „Islamexperte“ Udo Ulfkotte.

Wir sehen also die Tendenz, daß eine rechte Partei sich mit den Zionisten am ehesten arrangieren wird, desto näher sie an die Schalthebel der Macht rückt – umfassende parlamentarische Erfolge sind dabei ein erster Schritt. Die NPD ist davon zwar noch meilenweit entfernt, aber ein bestimmter „realpolitischer“ Flügel scheint schon einmal die pro-zionistische Position auszuprobieren. Man setzt einfach den für ahnungslos gehaltenen Mitgliedern diesen Standpunkt häppchenweise vor, so daß die gesamte Portion am Ende geschluckt wird. Selbstverständlich kann ein nationaler Verlag wie die Deutsche Stimme für alle möglichen Bücher Werbung machen. Beispielsweise für Bücher über den deutschen Fußball von Beckenbauer bis Ballack, oder für Koch-Bücher von Alfred Biolek. Aber der Umstand, daß das Buch „Wofür wir Kämpfen“ von Guillaume Faye als das weltanschauliche Nachschlagewerk des deutschen Nationalismus angepriesen wird, kann kein Zufall sein. So ahnungslos kann man in den Chefetagen von NPD und DS nicht sein. Dahinter muß ein neuer, pro-zionistischer Kurs stecken, den es auszuprobieren gilt. Oder ist wieder alles nur ein Mißverständnis?

Was in der NPD-Werbung verschwiegen wird, was ich nun an dieser Stelle breitzutreten gedenke, ist die Tatsache, daß Fayes Buch „Wofür wir kämpfen“ – neben vielen nationalpolitischen und identitären Selbstverständlichkeiten – dem Amerikanismus und dem Kapitalismus auf der nationalen Rechten Vorschub leistet. Ein paar Kostproben? Bitteschön! In Bezug auf das liberale französische System schreibt er: „Das Problem unserer Gesellschaft ist somit nicht ein Zuviel an Liberalismus, sondern ein Zuviel an Sozialismus […].“ (S. 40) So darf es nicht verwundern, daß Faye das derzeitige französische System in die Nähe des Kommunismus rückt. (S. 40) Daß dies kein neoliberaler Ausrutscher ist, wird an anderer Stelle in dem Buch deutlich: „Dabei ist die Behauptung von Rechts- und Linkstheoretikern, die weder Wirtschaftskenntnisse noch Erfahrung in der Arbeitswelt haben, der Liberalismus sei der Hauptfeind und wir lebten in einem System des wüsten Ultraliberalismus, grundfalsch. Es handelt sich hier um eine Übernahme linker Analysen, die die Wirklichkeit völlig verkennen.“ (S. 39) Faye gehört wohl zu denjenigen Rechten, die hinter jedem Busfahrer einen Kommunisten vermuten. Ihm geht es darum, die Marktwirtschaft im eurosibirischen Großraum erst richtig zu entfesseln, aber den Freihandel nach außen einzuschränken. (S. 39)

Daß das französische, deutsche und italienische Großkapital genau diesen globalen Freihandel zur Profitmaximierung braucht, ist Faye noch gar nicht aufgegangen. Deshalb bekämpft er nicht den „guten“ europäischen Kapitalismus, sondern die „bösen“ Islamisten, in denen er den „Hauptfeind“ erblickt, in den USA beschönigend den „Hauptgegner“. (S. 45) Daß die neoliberale US-Wirtschaft Faye als Vorbild für eine „organische Wirtschaft“ gilt, (S. 211) darf einen dann schon nicht verwundern. Daß die Fremdarbeiter bei uns einwandern dürfen, weil sie vom Großkapital als Lohndrücker gegen deutsche, französische und italienische Arbeiter gebraucht werden, nimmt Faye überhaupt nicht zur Kenntnis. Aber wie gut, daß er dann wenigstens einen Sündenbock gefunden hat. In seiner Anti-Islam-Agitation stimmt er dann – sicherlich ungewollt – mit den Amerikanisten und Zionisten überein. Jedenfalls würde sich mit Verwirklichung von Fayes kapitalfeundlichem „eurosibirischen“ Konzept an der massenhaften Ausländerbeschäftigung überhaupt nichts ändern. Denn die Freiheit des großen Privateigentums, die Faye favorisiert, widerspricht der Zielsetzung einer raumorientierten Volkswirtschaft fundamental.

Diese Zeilen schrieb ich vor einem Jahr auf „Altermedia“ . Wie gut, daß man solche Textbausteine parat hat, wenn man nach einiger Zeit die eigenen Thesen erneut bestätigt sieht. Ich würde heute nur einen Satz anders formulieren: „In seiner Anti-Islam-Agitation stimmt er dann – sicherlich u n g e w o l l t – mit den Amerikanisten und Zionisten überein.“ Sicherlich hatte Faye schon damals den Willen, mit den Zionisten zusammenzuarbeiten. Daß Faye offen mit den Zionisten zusammenarbeitet, kann man auch im Weltnetz nachlesen. Zum Beispiel beim nationalen Anarchisten Peter Töpfer. Aber auch die französische Szene der Geschichtsrevisionisten macht gegen Faye mobil, hält ihren Landsmann für einen „Verräter“. Und auch der Schweizer Revisionist Jürgen Graf schäumt vor Wut gegen Faye. Während Faye mit den Zionisten zusammenarbeitet, sieht sich Graf gezwungen, seiner wissenschaftlichen Arbeit im russischen Exil nachzugehen Während dessen trommeln nicht nur NPD-Funktionäre für Guillaume Faye.

Das Faß zum Überlaufen brachte Faye mit seinem bisher in französischer Sprache vorliegenden Buch „La nouvelle question juive“, in dem er plötzlich Gemeinsamkeiten zwischen jüdischem und griechisch antikem Geist festzustellen glaubt (ebenda, S. 35), in dem er gegen den Iran und gegen historische Revisionisten hetzt, die mit dem Iran zusammenarbeiten (S. 196).

Eine Kolumne sollte kurz sein. Ich kann hier nicht im Detail die Gründe darlegen, warum wir deutsche Nationalisten nicht mit den Zionisten zusammenarbeiten sollten. Darauf bin ich ausführlich in meinem Buch über die „Westliche Wertegemeinschaft“ eingegangen (im Kapitel: „Die zionistische Herausforderung“; S. 81-105). Ich werde noch diese Woche bei einem Kreisverband der NPD meine Argumente für einen antizionistischen Kurs des deutschen Nationalismus näher ausführen. Die Parteiführung der NPD wird sicherlich so viel geistiges Format besitzen, auch dieser Position in Partei und Verlag Deutsche Stimme ein Forum einzuräumen. Es wäre doch schade, wenn sich die nationalen Antizionisten außerhalb der NPD sammeln müßten …

Autor: Jürgen Schwab

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