Antideutsche Rechte

In der BRD gibt es die weltweit in dieser Ausformung wohl einzigartige Situation einer antideutschen Linken, wobei sich diese Volksfeindlichkeit nicht nur auf diejenigen Gruppen und Einzelpersonen auf der Linken bezieht die sich mehr oder weniger offen selbst der antideutschen „Ideologie“ zuordnen. Auch die sogenannten Antinationalen, anarchistische Gruppen, die radikale Linke in ihrer Gesamtheit, bis hin zum linken und linksbürgerlichen Mainstream geben sich antideutsch. Im europäischen Rahmen existiert aber auch eine antideutsche Rechte die zumindest ihre Freunde auch im „rechtsdemokratischen“ Spektrum bei den Rechtspopulisten in der BRD zu finden vermag.

Als solche antideutsche Rechte scheint sich nun auch der französische Front National herauszustellen, deren neue Parteivorsitzende Marine Le Pen – Tochter des langjährigen FN-Chefs Jean-Marie Le Pen – kennt offenbar zwei bestimmte Feindbilder: Muslime und Deutsche. Jedenfalls vergleicht die politische Freundin des rechten Flügels des US-Imperialismus und Israels

Siehe: http://www.hagalil.com/archiv/2005/12/le-pen.htm

….muslimische Fremdarbeiter mit Wehrmachtssoldaten, die sie pauschal als „Nazis“ bezeichnet. Gemeint sind hier aber wohl in populistischer Stimmungsmache die Deutschen im allgemeinen.

Siehe: http://www.shortnews.de/id/871321/Franzoesische-Politikerin-vergleicht-muslimische-Strassengebete-mit-Nazi-Besatzung

Marine Le Pen möchte die liberalen und säkularen „Werte“ der französischen Republik bewahren. Die 42-jährige könnte dem Front National dabei zum ersten mal zu Regierungsverantwortung verhelfen – in einer Koalition mit Sarkozy. In diesem Sinne ist es auch zu verstehen das sich der Front National offen auf die Seite der Kapitalisten stellte und jede Solidarisierung mit den streikenden Franzosen ablehnt. Somit soll wohl „Regierungsfähigkeit“ bewiesen werden.

Das Feinbild des „Islamofaschismus“ bedingt in der westlichen Wertegemeinschaft gleichsam auch das Feinbild der Deutschen, die in der Feinbildkonstruktion mit dem historischen Nationalsozialismus gleichgesetzt werden. Das Feinbild des „bösen Deutschen“ wird gerade auch im Jahr 2011 immer wieder aus der historischen Mottenkiste herausgeholt. Vor einigen Jahren hatte unter anderem auch hiermit ein französischer Präsident seinen Wahlkampf bestritten und damit einen großen Teil der Nationalen Wähler Jean Marie Le Pens für sich gewinnen können. Das aber eben jener französische Neocon auch Applaus von deutschösterreichischen „nationalen Sozialisten“ erhielt, lässt sich nur als Bankrotterklärung bestimmter Kreise auf der deutschen Rechten werten.

Siehe: http://de.altermedia.info/general/gerd-honsik-jude-kommt-von-rechts-110507_9535.html

Antideutsch gibt sich in Großbritannien aber auch die British National Party (BNP) die unter anderem gute Verbindungen zur NPD hält. So stellt sich der BNB-Parteichef ausdrücklich in die Tradition Winston Churchills, der seiner Meinung nach heute Parteimitglied der BNP wäre. Griffin versucht sich damit in die Tradition des rechtskonservativen britischen Antifaschismus zu stellen der sich vor als antideutsch und explizit antipreußisch darstellte. Die unter Faschismusverdacht stehende BNP möchte sich nachträglich einen (rechten) antifaschistischen Mantel verpassen. Bei zionistischen Kreisen hat man ja schon längst angeklopft.

Siehe: http://www.socialistunity.com/?p=2184

In den Niederlanden tritt die antideutsche Haltung des neuen liberalen Rechtspopulismus wohl am deutlichsten hervor und zwar nicht erst seit Geert Wilders – wie auch der Fall Pim Fortuyn deutlich aufzeigt. So musste auch das rechtspopulistische Politmagazin „Zuerst“ in einem Artikel einräumen, dass der prozionistische und antiislamische Populist Geert Wilders dessen Bewegung laut Wikipedia dem „Nationalliberalismus“ zuordenbar sein soll, sich schon in seiner Jugend durch antideutsche Gefühlsausbrüche hervorgetan habe. Auch in Dänemark macht die antiislamistische und pro-amerikanische „Dänische Volkspartei“ Stimmung gegen die deutsche Minderheit in Dänemark. In der BRD haben die Schmalspurrechtspopulisten von Pro Köln und Pro NRW keine Skrupel mit einer kleinen tschechischen Rechtspartei zusammenzuarbeiten die in Wahlkämpfen die Vertreibung selbst der heute minimalen Restminderheit der Sudetendeutschen fordert.

Insofern sollte man auf nationaler deutscher Seite bedenken das sich den „Bomber Harris do it again!“- Demonstrationen der antideutschen Linken in Dresden inhaltlich durchaus auch niederländische, französische, polnische, tschechische, dänische oder andersweitige Rechtspopulisten bzw. nationale Rechte anschließen könnten. Das der ein oder andere Nationale der sich der nationalen Rechten in der BRD zuordnet noch immer an ein wie auch immer geartetes europäisches Bündnis mit den hier aufgeführten antiislamistischen und antideutschen Rechtspopulisten denkt sollte dabei Grund zum Nachdenken sein. Das Antideutschtum und Antiislamismus in der westlichen Wertegemeinschaft zusammengehören, dies machen nicht nur antideutsche Antifas auf der BRD-Linken deutlich, sondern gleichfalls auch antideutsche Rechte die sich als moderne bürgerliche „Antifaschisten“ sehen.

Dieses rechte Antideutschtum generiert sich aktuell in der BRD auf antiislamischen Internetprotalen wie PI-News. Die offen proamerikanische und proisraelische Seite soll die meistgelesene politische Seite in Deutschland sein und bietet dabei auch antideutschen (linken) Publizisten bis hin zur antideutschen Antifa ein Forum. Man auf der Rechten in abwechselneder Reihen und Rangfolge Pro NRW/Pro Köln, die Republikaner oder neue Rechtsparteien wie „die Freiheit“. Auf europäischer Ebene schlägt das Herz vor allem für Geert Wilders, aber auch den Vlaams Belang, die FPÖ und selbst für die BNP. Das sich dies nicht alleine auf publizierte Texte im Internet beschränkt wurde unter anderem deutlich als eine pro-Israel Demonstration der antideutschen Antifa aktiv aus diesem Spektrum unterstützt und offensichtlich auch mit vorbereitet wurde.

Siehe: http://www.pi-news.net/2009/01/duisburg-israelfreunde-trotzen-hamas-aktivisten/

Bei dem rechten Antideutschtum gehören Philoamerikanismus, Zionismus und BRD-Schuldkult wie selbstverständlich zum Grundgehalt der BRD-„patriotischen“ Identität. Die rechten Bürger wie Markus Beisicht oder Manfred Rouhs haben verstanden, dass sich ihr Grundgesetz und BRD-„Patriotismus“ nicht nur der BRD-Staatsräson, die da Israel- und USA-Solidarität lautet zu verschreiben hat, sondern auch der Holocaust zum Teil der eigenen bürgerlichen und rechtspopulistischen „Identität“ zu gehören hat. Schließlich hat man nun auch noch für die eigene „rechtsextreme“ Vergangengheit – bei den Schönhuber-REP, in der Deutschen Liga für Volk und Heimat oder der JN – zu büßen. Das man bei allen Treueschwüren zur bürgerlichen Parteienoligarchie und dem herrschenden kapitalistischen System nicht im Konzert der etablierten Systemparteien mitspielen darf muss wirklich frustrierend sein.

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Kommentare

  • A.'Y.  On 19. Dezember 2011 at 19:26

    Wieso ist es frustrierend, den deutschen Faschismus als ausserhalb des herrschenden Systems zu sehen, wo sehen Sie da ein Aussen? Ob im europäischen Kontext, oder im Trans-Atlantischen, der Duktus, und die Haltung des Systems zeigt, dass diese Theorie (oder Haltung) Teil des Ganzen ist. Frustrierend sagen Sie soll sein, dass ein Mitspielen für einen Faschisten wichtig, oder oberster Verhaltenskodex, sein soll. Reaktionär sein heisst doch, den Anderen seinen Fehler machen lassen, bevor er reagiert. Aber global gesehen, gibt es da kein Anderes, somit ist Deutsch-Sein eine Art Folklore. Der echte Deutsche hat doch keine Angst davor seine Kultur zu verlieren. Deutsch-Sein wird weltweit gelebt, von Deutschen, aber auch von Japanern, und anderen Volksfest-Fanatikern. Aber Sie haben Recht! Die Veränderung geht über den Weg des bürokratischen Staates. Der Beitrag der Anti-Deutschen wäre hierbei, die Überwindung der faschistischen Triebe, und die Fähigkeit sie zu unterdrücken. Jedenfalls verdanken wir das offene Wort nicht der deutsch-nationalen Seite, die den deutschen Faschismus zugelassen hat. Und unter diesem wären wir nicht imstande so zu reden.

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