Libyen: Die Schleier lichten sich

Nach Informationen aus dem Libanon stünden hinter dem zu Beginn von Frankreich angeführten Militärschlag gegen Gaddafi von Anfang an die USA. Frankreich und Großbritannien, ganz zum heimlichen Mißfallen Italiens, handelten quasi als Subunternehmen des Pentagon, das im Rahmen seines Unternehmens Odyssey Dawn einen Anlaß braucht, um mit eigenen Truppen in Afrika hochoffiziell (mit einer UNO-Resolution als Feigenblatt) an Land gehen und später sein strategisches Afrika-Oberkommando Africom (in Libyen oder sonst wo) dauerhaft am schwarzen Kontinent einzurichten zu können.

Zu diesem Zweck sollen bereits drei für Landungsunternehmen geeignete US-Kriegsschiffe den Hafen Norfolk in Virginia Richtung Mittelmeer verlassen haben. Darunter eines, das auch als geheimes Gefängnis der Marine benützt werden kann. Vielleicht für die libysche Führung reserviert? Tot oder lebendig, so dürfte es wie im Falle Bin Laden auch für Gaddafi inoffiziell längst lauten. In dessen Nachlaß könnte aber noch ein für Sarkozy unangenehmer Sprengstoff liegen. So sollen die Libyer, nach Worten eines Gaddafi Sohnes, den Wahlkampf von Sarkozy finanziert haben und im Besitze entsprechender Unterlagen sein. Also müßte diesem „Clown“ im Elysee ein toter Gaddafi eigentlich eher willkommen sein.

Nun sollen die Vorbereitungen zur Beseitigung des libyschen Führers bereits seit einem Jahr laufen, auch hier die Franzosen, wohl auf Druck der USA, federführend. So soll der französische Geheimdienst (in ständigem Kontakt mir der CIA) im November 2010 maßgeblich an der Auslösung der Unruhen in Libyen beteiligt gewesen sein. Was sich im Rahmen der Unruhen in Tunesien und Ägypten leicht bewerkstelligen ließ. Behilflich dabei waren ein libyscher Oberst, der die Seiten gewechselt hatte und den Franzosen für sie wichtige Informationen lieferte.

Ebenfalls im November 2010 trafen in Bengasi u. a. hohe Beamte des französischen Landwirtschaftsministeriums sowie namhafte Vertreter französischer und US-amerikanischer Konzerne (Cargill z. B.) zu Besprechungen mit damals noch nicht offen deklarierten Gaddafi-Gegnern ein. Es ging wohl bereits um künftige Geschäfte in einem „befreiten“ Libyen. Von dem gigantischen Bewässerungssystem das Gaddafi begonnen hatte und die Wüste zum blühen bringen sollte, könnten sich Nahrungsmittelkonzerne einiges versprechen.

War der Umstand, daß offensichtlich keine deutschen Konzernvertreter dabei sein durften, vielleicht ein Grund, warum Merkel schließlich militärisch nicht mitmachen wollte? So könnten womöglich bei der Wiederaufrüstung der libyschen Armee deutsche Rüstungsunternehmen auch außen vor bleiben. Ganz allgemein profitieren aber Rüstungsunternehmen jetzt schon: der Rüstungsindex Nyse ist gleich um fünf Prozent gestiegen, und gefragt sind amerikanische Firmen, darunter solche zuständig für Luftüberwachungssysteme. Also: selbst wenn die Intervention politisch nicht den erwünschten Erfolg bringen sollte, einen Gewinner gibt es auf jeden Fall.

Ganz nebenbei: Ein brasilianischer Schönheitschirurg, der von Gaddafi 1995 empfangen wurde, beschreibt diesen als höflichen, freundlichen und sympathischen Menschen. Also ganz im Gegensatz zu dem Monster als das uns der Libyer von den Medien präsentiert wird.

Helmut Müller

Quelle

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Kommentare

  • Antiimperialist  Am 30. März 2011 um 11:50

    „Nach Informationen aus dem Libanon stünden hinter dem zu Beginn von Frankreich angeführten Militärschlag gegen Gaddafi von Anfang an die USA. Frankreich und Großbritannien, ganz zum heimlichen Mißfallen Italiens, handelten quasi als Subunternehmen des Pentagon, das im Rahmen seines Unternehmens Odyssey Dawn einen Anlaß braucht, um mit eigenen Truppen in Afrika hochoffiziell (mit einer UNO-Resolution als Feigenblatt) an Land gehen und später sein strategisches Afrika-Oberkommando Africom (in Libyen oder sonst wo) dauerhaft am schwarzen Kontinent einzurichten zu können.“

    Hier wird die Verschwörungstheorie ausgebreitet, daß der westliche Imperialismus zentral von den USA aus gesteuert würde. Das hat mit der Realität nichts zu tun. Im Falle Libyens sind Frankreich, dann Großbritannien Vorreiter. Die USA verhalten sich eher zögerlich, wollen ihre Kräfte nicht weiter überdehnen.

  • sozrev  Am 30. März 2011 um 15:29

    Sehe ich ähnlich.

    Was ist mit dem US-Imperialismus los? Will Obama Gaddafi „retten“?

    Das Verhalten Obamas und der US-Regierung im Libyen-Krieg ist völlig anders als es wohl viele US-Kritiker auf der nationalen Rechten vermuteten. Leider wird der imperialistische Interessenskonflikt kaum wahrgenommen. Auf der NPD-Hauptseite werden die USA als Führungsmacht der Aggression gegen Libyen dargestellt, dabei geht der Hauptschlag dieses mal vom britischen und französischen Imperialismus aus.

    Obama verweigerte sich in Wahrheit dem Einsatz von US-Bodentruppen. Hillary Clinton versuchte die Franzosen und Briten abzubremsen, warnte vor einem „neuen Somalia“, einem „Chaos“ und wollte sich zunächst nicht an einem solchen „Abenteuer“ beteiligen.

    Die US-Regierung scheint zu wissen das sie sich momentan kein weiteres Afghanistan, keinen neuen Irak leisten kann. Insofern ist es auch unwahrscheinlich das die USA wirklich Gaddafi beseitigen wollen, man nöchte ihn zwar schwächen, aber anders als dies Sarkozy vor hat doch irgendwie an der Macht belassen.

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