Frauenfußball

Sommerzeit bedeutet Sommerloch. Wenn mir da politisch nichts mehr einfällt, wechsele ich gerne zum Fußball über. Das hängt auch mit meiner Art von Populismus zusammen. Als ich vor ein paar Wochen einen elektronischen Rundbrief an einen größeren Verteiler verschickte, worin ich die SG Dynamo Dresden zu ihrem Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga beglückwünschte, erhielt ich so viele Antworten wie schon lange nicht mehr. Kameraden, die in den von mir gehaltenen politischen Seminaren einschlafen, kann ich oftmals mit Fußball noch erreichen.

Da die Bundesliga-Saison zu Ende ist, internationale Ereignisse wie WM und EM im Männerfußball nur an den geraden Jahreszahlen stattfinden, bietet sich in diesem Sommer mal Frauenfußball an. Bevor jetzt die Freunde des männlich kraftvollen Fußballsports die Lektüre dieses Artikels vorschnell abbrechen, soll noch schnell Nationalspielerin Kerstin Garefrekes zu Wort kommen: Frauenfußball sei die letzten Jahre „insgesamt mehr athletischer geworden.“

Siehe: http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/314636_ard-mittagsmagazin/7503380_garefrekes—wir-f-hlen-uns-gut–?type=null

„Athletik“ mag auch für Frauen – in Maßen! – sinnvoll sein. Aber bitte nicht in diesem Punkt – wie in der Politik – den derben Stil der Männer kopieren. Sonst werden die Männer Euch bald nicht mehr beim Fußballspielen zuschauen! Frauenfußball sollte vielmehr als Kontrastprogramm gegenüber Männerfußball verstanden werden, da hier das Fußball s p i e l noch im eigentlichen spielerischen Sinne des Wortes seine Berechtigung hat. Das weibliche Spiel wirkt mehr rund als eckig und kantig wie beim Männerfußball (also der Anatomie entsprechend). Und dies gerade deshalb, weil bei den Frauen weniger Muskelkraft und somit auch weniger Tempo eingesetzt wird als beim Männerfußball. Das heißt aber nicht, daß es bei den Frauen auf dem Spielfeld immer harmonisch gesitteter zugehen würde. Im Foul spielen stehen sie den Männern in nichts nach.

In den 1970er- und 1980er-Jahren, als ich Fußball spielte, galt Frauenfußball als Volksbelustigung für chauvinistische Männer. „Die lernen’s nie!“ lautete das Vorurteil. Als ich zu dieser Zeit in die Schule ging, sagte ein Klassenkamerad in der Jungenrunde, bei ihm im Fußballverein dürfe ein etwa 16jähriges Mädchen bei den erwachsenen Männern der 1. Mannschaft mittrainieren. Die sei mindestens so gut wie die Herren der Schöpfung. Wir hatten das damals alle nicht geglaubt. Später erkannte ich den Irrtum. Es handelte sich um Silvia Neid, die in Walldürn aufwuchs, also in der Gegend, wo das Frankenland willkürlich durch die bayerisch-baden-württembergische Ländergrenze geteilt ist.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Neid

Was dürfen Männer, was Frauen (noch) nicht dürfen? Wenig. Die maskulinen Bastionen sind ziemlich alle geschliffen: das Bundeskanzleramt, der Fußballsport, die Bundeswehr. Im Kriegshandwerk sind allerdings die Frauen, auch in den Armeen, wo sie schon länger in allen Verwendungen aktiv sind, wie der US-Army, ganz vorne, wo es im Ernstfall weh tut, bei den Spezialeinheiten der Infanterie, nicht so gerne gesehen. Weil dort Gefangennahme mit allen möglichen unschönen Begleitumständen droht. Und auch in den technischen Berufen dominieren immer noch die Männer – was aber nicht heißen mag, daß jeder Mann technisch begabt wäre.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft“, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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