„Bommie“ verteidigt den Nationalstaat

Immer mehr ehemalige antinationale Linke gelangen erfreulicherweise auch in der BRD zu der Einsicht, dass der beste Schutzraum gegen den globalisierten Kapitalismus immer noch der Nationalstaat ist. Sozialismus lässt sich eben nur im Nationalstaat verwirklichen, während die antinationalen Wahnvorstellungen, dass es einer Überwindung der Nationalstaaten und Nationen bedürfe, heute vor allem von den neoliberalen Ideologen vertreten wird. Die Warnung zahlreicher gutmenschlicher Linker vor einer „Rückkehr der Nationalstaaten“ scheint sich daher eher in der Logik des Mainstreams der kapitalistischen Globalisierer zu bewegen.

Zu den marxistischen Nationalstaatsbefürwortern gehört neuerdings auch Michael „Bommie“ Baumann, der dem ein oder anderen vielleicht auch aus so mancher Talkshow oder Dokumentation im TV bekannt sein dürfte. Baumann war Mitglied der „Kommune I“ und des „Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Bekannt wurde Baumann aber als Mitglied der „Bewegung 2. Juni“ , eine Organisation die dem BRD-System als „linksterroristisch“ galt und sich 1980 der Roten Armee Fraktion (RAF) anschloss. Der Antiimperialist und Stadtguerillero Baumann wurde 1981 in London verhaftet und zu einer mehrährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Baumann legte man damals die Verwicklung in einen Sprengstoffsanschlag, sowie die Beteiligung an einem Bankraub zur Last. Allerdings hatte sich Baumann, der sich damals auf der Flucht befand innerlich längst von der militanten linksterroristischen Szene gelöst. Später sollte Baumann als Autor und Publizist tätig werden. Bisher sind von Baumann sechs Bücher erschienen, in denen er sowohl sein Leben als „Ex-Terrorist“ bewältigte, als auch über die Studentenbewegung oder den „deutschen Herbst“ schrieb.

„Bommie“ Baumann begann nun als Zeitzeuge über die Bewegung 2. Juni, die RAF zu referieren. Auf akademischen Konferenzen zu dem Thema „1968 und die Folgen“ war Baumann gern gesehener Gast und dies obwohl Baumann nun kaum als Ideologe oder Intelektueller gelten kann. Der Arbeiter Baumann ist eher einfach gestrickt. Darin mag er sich gerade von vielen anderen Genossen aus seinem ehemaligen Umfeld unterscheiden. Baumann selbst polemisiert auch einmal gerne gegen das „adornisierte Marcusisch“. In einem Interview gab Baumann folgendes zu bedenken: „Ich erinnere mich an einen Vortrag von Marcuse 1967 an der FU Berlin, als der Studentenführer Krahl aus Frankfurt eine Frage stellte und selbst Marcuse die nicht direkt verstanden hat. Da war nicht ein deutsches Wort mehr drin“. Baumann war im übrigen die einzige Person aus dem näheren RAF-Umfeld, welche aus einer Arbeiterfamilie stammte.

„Bommie“ Baumann glaubt heute das wesentliche Teile der RAF vom Verfassungsschutz angeleitet wurden. Verena Becker, Angela Luther, Ulrich Schmücker und andere Mitglieder der RAF sind laut Baumann wohl Agenten des Verfassungsschutzes gewesen. Diese Ansicht war dann wohl auch Baumanns Bindeglied zu dem Nationalstaatsbefürworter Jürgen Elsässer und dessen „Volksinitiative“. Am 7. Juli wird Baumann bei einer Veranstaltung des Elsässer-Umfeldes in Berlin zum Thema „Staatsterrorismus“ auftreten. Baumann wird nun auch publizistisch für das Umfeld Jürgen Elsässer und der „Volksinitiative“ tätig. So findet sich in dem neuen Compact-Heft, dessen Herausgeber Jürgen Elsässer ist, ein Beitrag von Baumann unter dem Titel „CIA und RAF“.

Baumann wird nun wohl nach wie vor Nationalismus ablehnen, aber im Umfeld Elsässers für die Verteidigung der Nationalstaaten gegen den Globalismus auftreten. Damit wird sich Baumann auf entsprechenden Plattformen wie Indymedia, Infopartisan und anderen sicherlich wie auch Elsässer den Vorwurf zuziehen, er sei nun ein Nationalist, Rassist oder Querfrontler. Entsprechend wird man Baumann in Zukunft ausgrenzen – so wie es ja auch Jürgen Elsässer ergangen ist. Dabei werden linke Trittbrettfahrer des Kapitalismus sicherlich Baumann vorhalten, dass er doch schon in den 70er Jahren die Spaltung Deutschlands ablehnte. „Mad Hitler“ habe doch die Arbeiterklasse nur „verschauckelt“, so Baumann. Also dies reicht heute schon aus um aus Baumann einen „Querfrontler“ zu machen. Sicherlich kann die antideutsche „Jungle World“ schon bald (unbekannte) Details aufzeigen und darlegen warum der „Bommie“ schon immer ein angeblich braueingefärbter „Linksfaschist“ gewesen sei.

Vor einigen Jahren hatte sich Baumann noch stramm Antinational geäußert. Baumann positionierte sich damals sehr harsch gegen nationalrevolutionäre 68er wie Bernd Rabehl, Reinhold Oberlecher oder Horst Mahler. In der ARD-Dokumentation „von Mao zu Hitler“ – in welcher es um die pure Diffamierung Oberlechers und Mahlers ging und weniger um eine wahrhaftige zeitgeschichtliche Darstellung – verneinte Baumann, dass er überhaupt etwas mit der deutschen Nation und der deutschen Kultur zu schaffen hätte. O-Ton Bommie Baumann:“Es ist Wahnsinn, das ist eine geschichtliche Lüge, schlicht und ergreifend. Deutsche Kultur war uns scheißegal, wir haben Rock `n` Roll gehört. Also mich hat doch Little Richard mehr interessiert als Richard Wagner. Aber hallo mal.“ Horst Mahler der damals (1999) noch nicht in seine Zivilreligion, der Holocaust-Verneinung und einseitiger Hitler-Verehrung abgeglitten war, führte in der Panorama Dokumentation hingegen folgendes aus: „Es geht um die Freiheit der Völker, es geht auch um die Freiheit des deutschen Volkes. Und das sind Positionen, die 68 lebendig waren, und da hat sich nichts geändert. Das ist eine Wurzel der 68er gewesen, und das ist eine Wurzel auch der national-revolutionären Entwicklung und Bewegung von Adolf Hitler gewesen. Das muß man einfach sehen, und man erreicht nichts, wenn man das tabuisiert. Wir müssen also auch sehen, daß positive Komponenten in der damaligen Zeit wirksam waren. Die Motivation bei den Jungen, die damals in die Waffen-SS gegangen sind, und bei denen, die dann zur RAF gegangen sind, hat was Gemeinsames, eine Idee, wo man sagt: Die müssen wir in der Welt durchsetzen gegen Widerstände, gegen Feinde, und das geht eben in dieser Welt nur, indem man sich bewaffnet.“

Oberlercher kennzeichnete den Verrat vieler 68er die heute im kapitalistischen System angekommen sind sehr treffend: „Und was diese Regierung machen, diese Ex-68er in der Regierung, das ist natürlich blanker Verrat an den Idealen der eigenen Jugend. Sie sind Verräter des deutschen Sozialismus und der deutschen Nation, weil sie bedingungslose Knechte des amerikanischen Imperialismus sind und sogar ein Verbrechen begangen haben, indem sie sich haben zwingen lassen in einen Angriffskrieg der NATO.“ Für Baumann war dies alles nur sehr unverständlich: „Diese Leute handeln wider besseren Wissens. Das ist eigentlich nicht mehr hinnehmbar, das ist nicht mehr erträglich. Sie sind in dem Sinne eigentlich schon schlimmer wie Faschisten.“ Nun wird Baumann damit leben müssen, dass er sich im politischen Umfeld eines Publizisten bewegt, der von allerlei antinationalen und antideutschen „Linken“ in der BRD unsinnigerweise als der „neue Horst Mahler“ bezeichnet wird.

Siehe: http://subwave.blogsport.de/2006/12/08/der-neue-horst-mahler/

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