Von Gipfel zu Gipfel

Der EU-Gipfel ist vorbei, doch der einst hochgejubelte EURO verdirbt uns den Alltag – trotz Stimmungsmache – weiterhin. Kürzlich zahlte ich an der Theke eines Innenstadtlokals für eine kleine Tasse Kaffee mit Milch 2.40 Euro. Das ist das Zehnfache von dem, was ich kurz vor der Euro-Einführung in Wien für einen kleinen „Braunen“ zahlen mußte.

Gut, ohne Kaffee kann man auch leben. Aber nicht ohne Lebensmittel, die in ähnlichem Ausmaß steigen und steigen. Wie die Einkommen der Top-Führungskräfte. Nicht so allerdings die Löhne und Gehälter des Durchschnittsbürgers, dessen Bauch sich bald mehr mit Wut denn mit Köstlichkeiten füllen könnte.

Nun ist das natürlich kaum erwähnenswert für abertausende reiche Einzelpersonen, die immer reicher werden. Wen wundert es da aber noch, wenn die Einkommens- und Vermögensschere immer weiter auseinander klafft.

Wie die unfähigen und untreuen Politiker hat auch das erfolgreichere „Big Business“ nicht zu jammern: So machten Europas 500 größte Konzerne 2010, in der Krise, einen Gewinn von 514 Milliarden Euro. Soziale Verantwortung, Gürtel enger schnallen und (ohne Schuldenschnitt) fette Zinsen zahlen wird aber in der Hauptsache vom sprichwörtlichen „kleinen Mann“ erwartet.

Das war gewiß kein Thema beim EU-Gipfel. Dort ist, wie erwartet, auch sonst nichts Weltbewegendes herausgekommen (was hinter verschlossen Türen inoffiziell noch beschlossen wurde, können wir ja nur ahnen), so wird ja gewiß zumindest die Politiker-Spesenabrechnung auf Weltniveau ausgefallen sein.

Das ist für EU-Spesenritter absolut kein Problem, geht diese Rechnung ja ohnehin auch zu Lasten des Steuerzahlers, dem zudem ein 1.0000-Milliarden-Rettungsschirm eine kalte Dusche nicht ersparen wird.

Hauptsache die Politiker haben gut gezecht und geschmaust und dabei das Weiterwursteln mit weiteren bunten Luftballons besiegelt. Zum Vorteil der Spekulanten und Geldverleiher (Wucherer), die – bei diesem Gipfel-Ergebnis – ihre (nicht unsere!) Politiker weiter vor sich hertreiben können.

Alles was vorerst einmal erreicht worden ist, ist eine kurze Verschnaufpause. Der nächste Gipfel kommt bestimmt. Und dann?

Helmut Müller

Quelle

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