Russland: Faschisten als fünfte Kolone Washingtons!

Der Vorwurf, der Manipulation der russischen Parlamentswahl, wird in der Westlichen Wertegemeinschaft dazu benutzt um ihn Russland Instabilität und politisches Chaos zu schüren. Das Gerede von einem nun aufziehenden „russischen Frühling“ soll zudem suggerieren mit Wladmir Putin würde Russland nun wieder von einem üblen Diktatoren und Despoten beherrscht. Allerdings fiel es auch zahlreichen Kommentantoren in der Bundesrepublik auf, dass die russischen Oppositionsparteien zum großen Teil nicht unbedingt als Verbreiter des westlich-liberalen „Demokratie“verständnisses gelten können. Auch die Kommunisten, die eigentlich Kreml-treue Partei „Gerechtes Russland“ und die LDPR Schirinowskis stehen nun nicht unbedingt für den amerikanischen und EU-globalistischen Liberalkapitalismus.

Ebenso setzen die erwähnten Parteien auf die nationale Soveränität Russlands, was insbesondere auch für die ihn Russland national und patriotisch auftretenden Kommunisten gilt. Zudem unterstützen die LDPR und „Gerechtes Russland“ grundsätzlich den Kurs Putins. Es ist also auch kaum vorstellbar das die Wahlfälschungsvorwürfe aus den EU-Staaten wirklich ernst gemeint sind. Selbst wenn die Wahlen wirklich gefälscht sein sollten, so hätten hiervon nur die Kommunisten und die LPDR einen Nachteil gezogen. Ob man sich in Washington und Berlin aber beispielsweise einen Präsidenten Namens Schirinowski wünscht, dies darf dann schon bezweifelt werden.

Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=qMS1KEZtkC0 und http://www.youtube.com/watch?v=YSvIDznxCqE

Überhaupt ist die ganze Diskussion um den Vorwurf der Wahlfälschung von einer unglaublichen Heuchelei geprägt. Als 1996, die hinter Boris Jelzin stehenden Oligarchen und der Staatsapparat, die Wahlen zu Ungunsten des Jelzin Herausforderer Sjuganow von der KP Russlands fälschten, erhob sich in der EU und den USA dagegen kein Wort des Protestes. Es gibt wohl „gute“ und „schlechte“ Wahlfälschungen. Nun da sich Moskau aber unter Putin wieder auf die eigenen national-souveränen Beine stellte, sieht alles wieder ganz anders aus. Den Neoliberalen geht darum die russische Staatsstabilisierung wieder umzukehren. Allerdings haben die Russen zu 90 Prozent Parteien gewählt die für nationale Souveränität und zumindest eine gewisse Bändigung des wilden Kapitalismus der Jelzin-Ära stehen.

Die bei Wahlen grandios gescheiterten liberalen und ultrakapitalistischen Parteien haben im Volk keinerlei Verankerung, dessen ist man sich auch in Washington, Paris, London und Berlin bewusst. Zudem taugen die Anhänger einer liberalen Zivilgesellschaft kaum für eine robuste Auseinandersetzung auf den Straßen Moskaus. Nun haben sich als fünfte Kolone des westlichen Imperialismus ausgerechnet ein Teil der russischen Nationalisten angetragen und zwar diejenigen, die sich besonders Verbalradikal äußern (gegen Sündenböcke, Kaukasen, Juden, usw). So traten diese „Nationalisten“ gegen Putin mit Todesdrohungen auf, die in einen pro-imperialistischen Kontext eingebettet waren. Auf Transparenten war zu lesen: „Gaddafi wurde getötet, wer ist der Nächste?“ Mit dem „Nächsten“ meinten die in Moskau mit 10.000 Anhängern aufmarschierenden „Nationalisten“ ganz offenbar Putin.

Putin wirft man in diesem Spektrum vor allem vor nichts gegen die Kaukasier zu unternehmen, was aber vor einigen Jahren selbst ein Jürgen Rieger bei einem Besuch in Moskau ganz anders bewertete. Hinzu mischt sich ein paranoider antisemitischer Wahn. „Hinaus mit den Juden aus dem Kreml“, wurde auf der Besagten Anti-Putin-Demonstration skandiert. Die Behauptung von Hitler-Anhängern wie Dmitry Demushkin (Slawische Union), dass seine merkwürdige Nostalgietruppe bei freien Wahlen wahrscheinlich 30 Prozent erreichen würde, dürfte man eher unter die Rubrik Satire eingruppieren dürfen. Die russischen „White Power“ Faschisten treten zwar laut und scheinradikal an die Öffentlichkeit, beim Wahlvolk steht aber immer noch Putin und dessen Kreml-Sammelbeewegung für die Herstellung der nationalen Würde Russlands und den Bruch mit dem Wild-Ost-Kapitalismus der Jelzin-Zeit. Für die Verbindung von russischen Patriotismus und klassenkämpferisch-sozialistischen Anspruch stehen die russischen Kommunisten.

Wer mit pro-imperialistischen Parolen wie oben dargestellt agiert, der muss sich fragen lassen, ob er schon aus Übersee finanziert wird. Schließlich setzte der Imperialismus der Westlichen Wertegemeinschaft in Libyen auch auf ein merkwürdige anmutendes Zweckbündnis aus Wirtschaftsliberalen und Salafisten. Es ist nun sehr wohl möglich das man in den Hinterimmern der Entscheidungsträger der Westlichen Wertegemeinschaft in Russland an ein Bündnis aus Liberalen und Faschisten denkt. Bereits im November hatte Aleksandr Below, bei seiner Rede auf dem „Russischen Marsch“, Putin ein ähnliches Schicksal wie Gaddafi in Aussicht gestellt: „Schaut, was sie mit Mubarak, was sie mit Gaddafi gemacht haben.“

Das dieses Spektrum sich mit der Zarenfahne schmückt, weckt ebenfalls Erinnerungen an Libyen, wo die „Rebellen“ unter der Fahne der reaktionären und von Gaddafi gestürzten Monachie auftreten. Auf dem „Russischen Marsch“ zeigte sich dann auch die Existenz eines kruden Bündnisses mit den wirtschaftsradikalen Kräften. Als Redner trat dort unter anderem der in Russland sehr bekannte liberale Blogger Aleksej Navalni auf, der unter den Liberalen als Galionsfigur gilt. Navalni empörte sich bei seinem Auftritt vor allem darüber, dass sich nun Oligarchen wie Roman Abramowitsch und Boris Beresowski nun vor ordentlichen Gerichten für ihre Taten verantworten müssen. Also um es dann einmal auf den Punkt zu bringen: Nationalfaschisten beschimpfen wahrheitswidrig Putin und dessen Regierung in antisemitischer Diktion als verjudet, lassen aber auf ihren Großveranstaltungen Solidaritätserklärungen an (jüdische) Großkapitalisten verlesen, die nachweislich dem Wohlergehen der russischen Nation großen Schaden zufügten. Deutlicher könnte die Blamage dieses Spektrums doch gar nicht mehr ausfallen.

Eine ähnliche Wandlung wie in Russland haben auch in der Ukraine die dortigen „Nationalisten“ vollzogen. So unterstützten diese bei der letzten Parlamentswahl, dass pro-westliche und pro-EU-Lager um die nun inhaftierte „Gasprinzessin“ Julia Timoschenko. Damit ist einmal mehr aufgezeigt das der Faschismus der Vergangenheit direkt in die Arme der Westlichen Wertegemeinschaft führt.

Putin selbst dürfte sich eher als russischer Patriot sehen und weniger als Nationalist. Trotzdem scheint das russische Gemeinwohl in seinen Händen besser aufgehoben zu sein, als bei manchen selbsternannten russischen Nationalfaschisten, die sich wie es bei Dummfaschisten üblich ist, sich für fremde Interessen (USA und EU) einspannen lassen.

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