SarkoPen

Der Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen steht keineswegs für einen „Linksrutsch“ im französischen Parteienspektrum und Wahlverhalten der Franzosen, und dies trotz des Umstandes, dass der Kandidat der Sozialdemokraten Hollande mit etwas mehr als einem Prozent Vorsprung in die alles entscheidende Runde der Präsidentschaftswahlen gegen den Neocon-Amtsinhaber Nicolas Sarkozy einzieht. Auch die 11 Prozent für den in ARD und ZDF als „linksradikalen“ titulierten Kandidaten der „Linksfront“, der inhaltlich dem linken Flügel der deutschen Linkspartei um die „Antikapitalistische Linke“ nahe steht, kann nicht darüner hinwegtäuschen, dass die eigentliche Wahlsiegerin Marine Le Pen von der rechtsnationalen Front National nun von dem rechtsneoliberal-imperialen Lager um Sarkozy umarmt wird.

Wenn Marine Le Pen in einem 3sat-Protrait nun nicht mehr wie es bei ihrem Vater üblich war als „Rechtsextreme“ präsentiert wird, sondern als populistische Rechtsliberale, die sich darum bemühe den „Extremismus“ aus ihren eigenen Reihen zu entfernen, so entspricht dies durchaus auch der Wahrnehmung des Sarkozy auf das Le-Pen Lager und das große Wahlpotential von 18 Prozent der Stimmen. Unter dem „Vater“ war die Front National im Lager der Konservativen und Liberalbürgerlichen als Paria stets ausgegrenzt. Sarkozy aber zollt den Wählern Le Pens nun „Respekt“ und findet deren Wahlentscheidung gar nachvollziehbar. Ganz offenbar soll auf regionaler und nationaler Ebene über die Präsidentschaftswahlen hinaus ein Wahlbündnis bestehend aus dem Sarkozy und Le Pen-Lager vorbereitet werden.

War es Sarkozy bei den letzten Wahlen noch gelungen die Front National kleinzuhalten, so fuhr Marine Le Pen mit ihrer Inszenierung als moderne Jean D`Arc dieses mal ein historisches Ergebnis für ihre Partei ein. Auch gelang es ihr das Lager der nationalen Rechten hinter sich zu vereinigen. Der Flügelkampf zwischen dem säkularen und rechtskatholischen Flügel ihrer Partei ist vorerst auf Eis gelegt.

Die Wahlkampfrhetorik Sarkozys dürfte auf BRD-Verhältnisse betrachtet gesehen überhaupt „rechts“ von den Pro-Vereinen oder den BRD-REP stehen. Das rechte Verschwörungstheoretiker in der BRD – etwa auf „Gesamtrechts“ – dahinter nur reine Wahltaktik zu erkennen glauben, spricht eher für gewisse Verdrängungsmechanismen. Die Silvio Berlusconi-Fans auf Gesamtrechts werden ganz schnell ihr hohes Lied auf den „französischen“ Imperialisten und Neoliberalen anstimmen, wenn dieser, wie es zu erwarten ist, weiter auf Marine Le Pen und den Front National zugeht.

In Israel hat sich die Front National jedenfalls schon längst den regierenden Rechtszionisten als Partner angeboten.

Siehe:haaretz

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