Verräter Hitler

Viele junge „Neonazis“ leben in dem Irrglauben, daß – auch heute noch – der Kampf für Deutschland untrennbar mit dem Kampf für Adolf Hitler verbunden sei. Sie sehen sich – übereinstimmend mit der Rolle, die ihnen der „Verfassungsschutz“ zuweist – als Anwälte Hitlers. In ihrer intellektuell begrenzten Schwarz-Weiß-„Logik“ sehen sie uneingeschränkt d a s System und d e n Mann als Vorbild, der heutzutage täglich in den Systemmedien – von „taz“ bis Guido Knopp im ZDF – ausschließlich schlecht gemacht wird (wodurch seine Fähigkeiten und Leistungen unterschlagen werden, weshalb nicht verstehbar wird, warum er bis 1945 so viele Anhänger hatte).

Da die BRD – wegen der nationalen Unehre gegenüber dem Ausland und der ethnischen Überfremdungspolitik – als das übelste System empfunden wird, muß – in dieser Axel Reitz-Umkehr-„Logik“ – d a s historische System uneingeschränkt das Vorbild sein, das vom BRD-System am meisten beschimpft wird. In der Schwarz-Weiß-„Logik“ scheiden dritte Möglichkeiten grundsätzlich aus.

So ist es zu erklären, daß die Herde der braunen Schafe, die Adolf Hitler auch heute noch folgt und die Treue hält, zwar recht klein geworden, aber keinesfalls am verschwinden ist. Es werden immer wieder neue braune Lämmer rekrutiert.

Im Neonazi-Spektrum ist aber eine Frage tabu, nämlich wie es mit dem Treue-Eid Hitlers gegenüber dem deutschen Volk stand? Denn schließlich wird nur ein sich minderwertig fühlender Mensch einem Führer die Treue halten, der seinem Volk die Treue entzieht. Der englische Philosoph Thomas Hobbes sprach in diesem Zusammenhang von der Dialektik von „Schutz und Gehorsam“, welche die Grundlage der Existenz von Staaten darstellt. Das heißt – auch aufs heutige BRD- bzw. ESM-System übertragen –, daß die Staatsbürger einem Staat keinen Gehorsam (mehr) schuldig sind, der dem eigenen Volk den Schutz (vor wirtschaftlicher Ausbeutung, ethnischer Überfremdung usw.) entzogen hat, sich gegenüber den eigenen Untertanen treulos verhält.

Der Schlüssel zur Beantwortung der oben gestellten Frage, warum sich Hitler treulos gegenüber dem eigenen Volk verhielt, als sich das Kriegsglück von der Wehrmacht abwandte, hängt mit Hitlers Sozialdarwinismus zusammen. Denn dieser bezog sich nicht nur auf Fremdvölker, die es zu unterwerfen, auszubeuten und physisch zu dezimieren galt. Auch die Deutschen sah der deutsche Führer als nicht überlebenswert, sofern sie sich seinem – von ihm definierten – Lebenskampf nicht gewachsen zeigten. So meinte Hitler gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Rahmen seines „Nerobefehls“, daß das stärkere „Ostvolk“ (die Russen) eben das deutsche Volk verdrängen würden, sofern sich dieses als das stärkere Volk erweise.

Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hitler

Am 19. März 1945 erklärte der Führer gegenüber Albert Speer: „Wenn der Krieg verloren geht, wird auch das Volk verloren sein. Es ist nicht notwendig, auf die Grundlagen, die das deutsche Volk zu seinem primitivsten Weiterleben braucht, Rücksicht zu nehmen. Im Gegenteil, ist es besser, selbst diese Dinge zu zerstören. Denn das Volk hat sich als das schwächere erwiesen, und dem stärkeren Ostvolk gehört ausschließlich die Zukunft. Was nach diesem Kampf übrig bleibt, sind ohnehin nur die Minderwertigen, denn die Guten sind gefallen.“

(Zitiert nach Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. 13. Auflage, Kindler Verlag, München 1978, S. 197.)

Wie zuvor die Wehrmacht bei ihrem Rückzug aus der Sowjetunion „verbrannte Erde“ hinterließ, so sollten nun – dem „Nero-Befehl“ entsprechend – auch in Deutschland „[a]lle militärischen Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen sowie Sachwerte innerhalb des Reichsgebietes, die sich der Feind zur Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann“, zerstört werden.

(Zitiert nach Martin Seckendorf: Verbrannte Erde: Geschichte. Im Dezember 1941 befahl die Wehrmacht, vor Moskau wüstenähnliche Zonen gegen die Offensive der Sowjetarmee zu schaffen. In Junge Welt vom 21.12.2011, S. 10. Siehe auch: http://www.jungewelt.de/2011/12-21/015.php)

Den Zweiflern unter den Geschichtsrevisionisten, die schriftlich überlieferte Quellen, in denen Hitler und andere Personen des NS-Regimes in einem ungünstigen Licht erscheinen, anzweifeln – etwa mit dem Verweis auf Speers Opportunismus nach dem 8. Mai 1945 –, sei gesagt, daß sich der Führer gegen das eigene („Versager“-) Volk selbst gegenüber der „Deutschen Wochenschau“ positionierte. Schon Ende 1941, als der Rußlandfeldzug ins Stocken geriet, meinte Hitler, daß es in seinem Kampf darum gehe, eine „Auslese“ zu schaffen. Wenn das deutsche Volk diesen Kampf verliere, habe es diese „Prüfung“ verloren. Er selbst jedenfalls werde in diesem Falle dem deutschen Volk „keine Träne“ nachweinen.

(Vgl. Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. 13. Auflage, Kindler Verlag, München 1978, S. 139-140.)

Daß Hitler im Falle einer Niederlage dem deutschen Volk „keine Träne (nach)weinen“ wolle, hat er noch einmal am 8. November 1943, mehr als neun Monate nach der Niederlage von Stalingrad, im Münchener Löwenbräukeller bekundet.

Siehe:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/politischeliteratur/753336
/

Bereits am 27. Januar 1942, als sich bereits die USA gegen Japan im Krieg befanden, erging sich Hitler in Sozialdarwinismus gegenüber seinem eigenen Volk: „Ich bin auch hier eiskalt. Wenn das deutsche Volk nicht bereit ist, für seine Selbsterhaltung sich einzusetzen, gut: dann soll es verschwinden.“

(So der deutschfreundliche US-amerikanische Politiker und Publizist Patrick J. Buchanan, in: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg. Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Die englischsprachige Ausgabe erschien unter dem Originaltitel: Churchill, Hitler and the unnecessary war. How Britain lost its Empire and the West lost the world; Crown Publishers, New York 2008.) Pour le Merite, Selent 2009, S. 266. – Buchanan zitiert Correlli Barnett : The Collapse of British Power. William Morrow, New York 1972, S. 328.)

Der Historiker Sebastian Haffner gelangte völlig zurecht zu dem harten Urteil, daß Hitler „in seiner letzten Phase […] zum bewußten Verräter an Deutschland“ wurde.

(Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. 13. Auflage, Kindler Verlag, München 1978, S. 185.)

Nicht nur Generalfeldmarschall Erich von Mannstein fällte – rückblickend nach dem Zweiten Weltkrieg – das zutreffende Urteil über Hitler, daß dieser das „Schicksal seines Landes mit seiner Person identifiziert“ hatte.

(Erich von Mannstein: Aus einem Soldatenleben. 1887-1939. Athenäum-Verlag, Bonn 1958, S. 257.)

Daraus folgt: Es zeugt von ausgesprochener Volksschädlichkeit, heute als Deutscher „seinem“ Führer Adolf Hitler immer noch die Treue zu halten. Viele heutige deutsche Patrioten werden nicht den Weg zu uns finden, solange zu viele von uns diesem Volksverräter immer noch die Treue halten. Schließlich war es der Volksverräter Hitler, der das deutsche Volk durch seine eigene Treulosigkeit von dem Treue-Eid auf ihn löste.

Siehe auch:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2012/07/23/feigling-hitler/

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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Kommentare

  • Blauzahn  On 1. August 2012 at 10:24

    Guter Artikel! Verteilt diesen doch auch in den freien Netzen. Sicher werden sich da mehrere angesprochen fühlen. Vielleicht kann der eine oder andere doch mal zum Nachdenken statt Nachlabern bewegt werden….

  • grett  On 24. August 2012 at 12:05

    JungeWelt und Wiki als seriöse historische Quellen ? Na ja, macht mal . (Grins)

  • grett  On 24. August 2012 at 12:08

    Zitat: „Schon Ende 1941, als der Rußlandfeldzug ins Stocken geriet, meinte Hitler, daß es in seinem Kampf darum gehe, eine „Auslese“ zu schaffen. Wenn das deutsche Volk diesen Kampf verliere, habe es diese „Prüfung“ verloren. Er selbst jedenfalls werde in diesem Falle dem deutschen Volk „keine Träne“ nachweinen.“

    Quelle ?

  • sozrev  On 25. August 2012 at 08:08

    Grett:

    Kannst du in zahlreichen Hitler-Biographie nachlesen. Zum Beispiel bei Fest, Toland, Kershaw, usw.

  • Azmi Güran  On 13. März 2015 at 20:12

    Ich habe den WW II in einem neutralen Land erlebt, und kurz nach Ende des Krieges an der RWTH Aachen studiert, in einem Land, wo das Land einigermassen noch in Schutt und Asche lag. Ich habe die Deutschen gefragt, warum sie blind ihren Führer gefolgt haben. Um das zu verstehen, muss man Deutschlands Lage nach dem WW I genau studieren. Hitler hatte ihnen einen Wunder hervorgebracht, inflation gestoppt, Arbeitslosigkeit eliminiert, Rheinland von Franzosen gesäubert, Tschekoslowakei und Saarland zurückgenommen. Alles das ohne einen Kugel zu schiessen. Deswegen hat die Nation ihm gefolgt und bis zu letzt von ihm ein Wunder erwartet, insbesondere die noch unbekannte V1, V2 Waffen gesehen haben. Hitler war dumm, aus dem Grunde dumm, weil er seine Lakaien geschätzt hatte. und sie rundherum um sich beibehalten. Die Lakaien sind immer die solche, die die. Diktatoren nagen und nachher ihn wegschmeissen. Hitler war dumm, er hat, selber gesagt, sein Ziel durch Zufälle erreicht. Zufall hat jeder Mensch in seinem Leben gehabt. Den Zufall im richtigen Moment, am richtigen Ort ertappen, das ist nicht jeder Mensch Sache. Hitler war kein solcher.

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