FSA-Terroristen massakrieren hunderte Zivilisten in Darayya

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Kommentare

  • Karl Heinz Hoffmann  Am 28. August 2012 um 09:55

    WORUM GEHT ES IM SYRIENKONFLIKT WIRKLICH?

    Guido Westerwelle tönt über die Medien: „Jetzt kehrt die Gewalt dorthin zurück, wo sie ihren Anfang genommen hat.“
    Damit hat er offensichtlich Bezug auf die Tatsache genommen, dass inzwischen die syrische Hauptstadt Damaskus, zumindest in einigen Stadtteilen, zum Kriegsschauplatz geworden ist.
    Westerwelle sieht als folgsamer Außenminister seine Aufgabe darin, die Interessen der USA und Israels uneingeschränkt zu vertreten.
    Mit der Wirklichkeit haben die geostrategischen Betrachtungen des FDP-Politikers nichts zu tun.
    Würde die Gewalt dorthin zurückkehren, wo sie ihren Ausgangspunkt hat, dann müsste sie sich nach Hama und Aleppo, in die Hochburgen der sunnitischen Moslembruderschaft wenden, denn dort ist der Ausgangspunkt der Gewalt. Der Konflikt zwischen den fanatischen Moslembruderschaften ist keineswegs neu. Es ist ein jahrzehntelang schwelender Unruheherd der auch in der Vergangenheit zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Der Grund war immer derselbe: Von der syrischen Moslembruderschaft geschürter religiöser Fanatismus.
    Als ich mich 1980 als Militärperson auf der Seite der Fatah in Tripolis aufhielt, bin ich einmal zusammen mit meinem deutschen Kameraden Jochen Bojarsky im Tarnanzug und mit umgehängter Kalaschnikow zu Fuß ins Stadtzentrum gegangen. Dabei wurde ich mir der Gefahr erst bewusst, als ich anschließend von Fatah-Offizieren davor gewarnt wurde, ohne wenigstens einem Dutzend bewaffneter Begleiter in meiner Tarnuniform ins Stadtzentrum zu gehen. Sie befürchteten, ich könnte für einen syrischen Soldaten gehalten werden und deswegen einem Attentat der Moslembruderschafts-Kämpfer zum Opfer fallen. Ein hoher Fatah-Offizier, der ein paar Jahre später selbst das Opfer eines Anschlags wurde, warnte eindringlich: „They are very strong. They fight the Syrien army.“ Schon damals waren Überfälle der Moslembrüder, auch auf libanesischem Hoheitsgebiet keine Seltenheit.

    Aber worum geht es eigentlich bei alledem?
    Für die durchweg der sunnitischen Glaubensrichtung angehörenden aufständischen Kämpfer geht es einzig und allein darum, die Vorherrschaft des Assad-Clans zu brechen, danach die sozialistische Republik zu beseitigen und stattdessen einen islamischen Gottesstaat zu installieren.
    Allerdings in diesem Fall keinen schiitischen nach dem Muster der iranischen Republik, sondern ein sunnitisch-salafistisches Kalifat, dessen Sitz in Saudi-Arabien angesiedelt wäre. Den syrischen Rebellen geht es nur um religiöse Belange. Nicht etwa um solche profanen Ziele wie die Verbesserung der Lebensqualität oder persönliche Freiheitsrechte.
    Gerade die in der Syrischen Republik herrschenden Freiheitsrechte sind ihnen ein Dorn im Auge, weil sie die Andersgläubigen mit den nach der Vorherrschaft strebenden Sunniten gleichstellen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit garantieren.
    Die beachtlich hohe Lebensqualität und die persönlichen Freiheitsrechte würden verloren gehen, wenn die salafistischen Kräfte an die Macht kämen. Das ist auch der Grund, warum nicht nur die Alawiten, sondern auch die syrischen Christen und die sonstigen Minderheiten die Assad-Regierung vorbehaltlos unterstützen. Nur der Drusen-Führer Djumblat versucht, sich auf die Seite der Salafisten zu schlagen. Ob es ihm und seiner Glaubensgemeinde zum Segen wird, darf bezweifelt werden. Eine große Rolle hat der Djumblat-Clan nie gespielt, weder im Libanon noch in Syrien. Die Drusen-Miliz war, zu der Zeit, als die Fatah noch das Sagen hatte, kein ernst zu nehmender Faktor.
    Für Saudi-Arabien geht es darum, die schiitische Glaubensrichtung niederzuhalten und sich überall wo Sunniten wohnen, auch in Libyen und Ägypten, abhängige Protektorate zu schaffen. Diesen Kampf um die Vormachtstellung lassen sich die Saudis etwas kosten. Der von Saudi-Arabien finanzierte und angeheizte Krieg in Syrien ist nur ein Vorspiel zu einem größeren Krieg der bei günstiger Gelegenheit gegen den Iran geführt werden soll. Fällt Syrien, dann bedeutet das eine Schwächung des Iran. Daran ist Saudi-Arabien interessiert, aber ganz besonders auch Israel und die Vereinigten Staaten.
    Sie alle lechzen nach dem iranischen Öl.

    Man tut der Assad-Regierung Unrecht, wenn man sie für die, mit zahlreichen Todesopfern verbundenen Gefechte verantwortlich macht.
    Das Leben in Syrien war vor dem aktuellen Konflikt in einer durchaus freiheitlichen Atmosphäre angenehm.
    Ich kann das beurteilen, weil ich Syrien erstmals 1955 und dann später mehrfach bereist habe. Wenn die Assad-Regierung gewaltsam durch die Rebellen gestürzt werden sollte, was der „Allmächtige“ im Interesse der dort lebenden Christen, Alawiten, Schiiten, und Armenier verhüten möge, dann wird zwar das Triumvirat Israel, USA und Saudi-Arabien sein Ziel erreicht haben, aber der syrischen Bevölkerung wird es im Vergleich zur Vergangenheit erbärmlich schlecht gehen.
    Noch stützt sich die Assad-Regierung auf die sozialistische Baath-Partei, die offen für die Angehörigen aller Konfessionen ist. Wehe dem syrischen Volk, wenn es von den salafistischen Sunniten „befreit“ wird.
    Solche Gedanken kann sich natürlich unser Außenminister Westerwelle nicht machen. Selbst wenn er eine Ahnung von den Verhältnissen in Syrien hätte, dürfte er sie nicht äußern.
    Die Sachzwänge veranlassen ihn, in das Horn des alles beherrschenden Triumvirats zu stoßen.
    Das ist die wahre Sachlage.

    Karl-Heinz Hoffmann
    21.7. 2012

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