Deutschlands Unglück

Deutschlands Unglück ist das Resultat unglücklicher, gedankenlos abgeschlossener Militärbündnisse. Das Deutsche Reich hat zwei Weltkriege geführt und verloren.
Gelernt haben die Deutschen daraus nichts. In den ersten Weltkrieg wurde Deutschland widerstrebend hineingezogen, weil man, ohne eigene Kriegsziele zu haben, glaubte, auf Grund der im Rahmen des Dreibundes mit Österreich abgeschlossenen Bündnisverträge zur militärischen Hilfeleistung verpflichtet zu sein.

Kaiser Wilhelm hatte bis zur letzten Minute versucht seinen Vetter Zar Nikolaus in Moskau von der Sinnlosigkeit des Krieges zu überzeugen:„Lieber Niki, wir könnten am Ende beide unser Reich verlieren.“

Aber Zar Nikolaus hatte schon längst keine Entscheidungsmöglichkeiten mehr. Die Geschicke der Völker wurden im Hintergrund von den finsteren Mächten dieser Welt bestimmt. Im Falle Russland konkret von dem Rüstungsverbund Schneider-Creusot (Frankreich) und den Putilow-Werken (Russland) Die gierig nach Konstantinopel blickenden chauvinistischen Kräfte Russlands und die auf Gebietserweiterung auf dem Balkan gerichteten Österreicher taten das Ihrige.

Das Ende war der Totalverlust von drei Kaiserreichen und die Knebelung der Deutschen durch den Versailler Vertrag. So kam es wie es kommen musste. Der Zweite Weltkrieg war unbestreitbar ein Ergebnis des ersten Weltkrieges.

Dieser wäre ohne die Dreibund-Verträge sicher nicht geführt worden. Österreich fühlte sich mit dem Bündnispartner Deutschland im Hintergrund stark genug, um den russischen Interessen auf dem Balkan die Stirn bieten zu können. So wie sich jetzt Erdogan mit der Nato im Hintergrund stark genug fühlt, Syrien zu provozieren.

Das deutsche Volk hat aus der Vergangenheit so wenig gelernt wie das türkische. Die „Volksvertreter“ kennen die Gefahren, aber sie sind in ihren Entscheidungen nicht frei. Die Entscheidungen über Krieg und Frieden werden weder in Ankara noch in Berlin getroffen.
Von unseren Volksvertretern können wir zwar verlangen, aber nicht erwarten, dass sie sich der offensichtlichen Kriegstreiberei entgegen stellen, aber von der Bevölkerung sollte man erwarten dürfen, dass sie jenen Parlamentariern, die Kriegsbereitschaft bekunden, die Unterstützung entziehen. Mehr noch, die Bürger müssten angesichts der unübersehbar drohenden Kriegsgefahr alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten des Protestes, an erster Stelle die Mittel der Verweigerung, ausschöpfen.

Erdogan darf für seine aggressiven Pläne keine Unterstützung finden.
Nicht in Deutschland und nicht in der Türkei.Die Türkei ist nicht bedroht.
Ein Angriff der Syrer ist nicht zu erwarten. Syrien ist nicht an einem Krieg mit der Türkei interessiert.

Mit der Unterstützung der syrischen Rebellen hat die Türkei längst den Boden der Neutralität verlassen. Gemäß dem internationalen Kriegsrecht befindet sie sich bereits im Krieg mit Syrien. Gleichwohl bewahrt Assad die Ruhe. Der Einschlag einiger Geschosse unbekannter Herkunft bedeutet nichts. Jedenfalls kann daraus keine Absicht zum Überfall auf die Türkei abgeleitet werden.

Niemals dürften die von Erdogan angeforderten deutschen Raketen-Abwehrbatterien nach Anatolien gelangen. Erdogan darf den Finger nicht am Drücker haben.

Das Nato-Bündnis soll die Mitgliedstaaten vor Angriffen schützen. Ein Nato-Staat, der selbst zum Angreifer wird, hat keinen Anspruch auf Hilfeleistung. Erdogan hat sich bereits aktiv in den syrischen Bürgerkrieg eingemischt, indem er die syrischen Rebellen unterstützt hat. Soll er sehen, wie er allein damit fertig wird.

Für uns Deutsche sollte die Forderung nach dem Austritt aus der Nato und stattdessen die strikte Neutralität die vorrangige politische Forderung des Tages sein.
Das wird schwer werden, denn zuerst müssten ja die deutschen Bürger erkennen, was in der Welt vor sich geht, wie mit ihnen gespielt wird.

Der „mündige“ Staatbürger ist leider noch lange nicht mehrheitlich der kluge, Gefahren erkennende und nicht zuletzt auch couragierte Volksgenosse, den wir bräuchten, um uns von Kriegsabenteuern fernhalten zu können.So wird es wieder kommen wie es kommen muss.
Nachfolgende Generationen werden wieder fragen:

„Wie konnte das geschehen? Die Kriegsvorbereitungen waren doch für jedermann deutlich zu erkennen. Ihr habt es geschehen lassen. Deshalb seid ihr mitschuldig. Beklagt euch nicht über Unerträgliches und zahlt mal schön die Zeche!“

23.11.2012
Karl-Heinz Hoffmann

P.S. Ein großes Lob für Gregor Gysi. Er hat sich bisher als Einziger, soweit ich das mit verfolgen konnte, konsequent gegen die Unterstützung der Vabanque-Spieler in Ankara gestellt.
Man muss nicht „links“ sein, um Gysis mutige Haltung zu unterstützen. Es muss ja nicht unbedingt mit der Abgabe einer Wählerstimme sein.

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Kommentare

  • sozrev  Am 24. November 2012 um 10:44

    „P.S. Ein großes Lob für Gregor Gysi. Er hat sich bisher als Einziger, soweit ich das mit verfolgen konnte, konsequent gegen die Unterstützung der Vabanque-Spieler in Ankara gestellt.
    Man muss nicht „links“ sein, um Gysis mutige Haltung zu unterstützen. Es muss ja nicht unbedingt mit der Abgabe einer Wählerstimme sein.“

    Da liegt Karl-Heinz-Hoffmann daneben. Gysi und die Linke sind für die Utopie eines „pazifistischen“ Imperialismus. Man stimmt mit Obama, Merkel, Hollande und Cameron darin überein, dass Assad „weg muss“. Dies soll aber am Besten „friedlich“ geschehen. Die sich „antiimperialistisch“ gebenden Trotzkisten in der Linkspartei gehen sogar so weit die NATO-Islamisten zu „Arbeitermilizen“ umzulügen. NIEAMAND in der Linkspartei von Gewicht stellt sich hinter die Regierung Assad, sondern man verlangt deren Liquidierung – auch Wagenknecht die AKL.

  • Schwab  Am 24. November 2012 um 18:05

    Das größte Versagen Kaiser Wilhelms II. war es, den von Bismarck eingefädelten Rückversicherungsvertrag mit Rußland nicht mehr zu verlängern, den Russen 1890 eine Absage zu erteilen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckversicherungsvertrag

    Dies war der Beginn der ersten Einkreisungspolitik gegen das Deutsche Reich. Hitlers – auch außenpolitisch gedachter – Antikommunismus führte dann zur zweiten Einkreisung Deutschlands und zum Ergebnis, das wir jetzt haben, daß Deutschland territorial zerstümmelt und ethnisch überfremdet unter Kontrolle der „Westlichen Wertegemeinschaft“ steht..

  • Linksnational  Am 25. November 2012 um 12:43

    Ein Bündnis zwischen Hitler und Stalin wäre sowieso nicht von dauer gewesen. Es war doch eh nur eine Frage der Zeit welcher (Gauner) als Erstes Angriff Hitler oder Stalin. Geschichte ist eine komplizierte Abfolge von Kausalen zusammenhängen. Eigentlich müsste man schon bei Martin Luther anfangen den erst die Reformation gab den späteren Kapitalismus sein geistigen Überbau,(Unternehmertum, Begriff Beruf , Arbeitsbegriff) der letztendlich in unsere heutigen Zeit mit all seinen Auswirkungen von Globalen, Ethnischen und Sozialen Verwerfungen landet.

  • Linksnational  Am 25. November 2012 um 13:22

    Wäre die Welt ohne den 1 u 2 Weltkrieg eine andere? Hm, daran darf man zweifeln. So oder so wäre es zum Krieg gekommen. Vielleicht unter anderen Ursachen und Ergebnissen. Wahrscheinlich wären die europäischen Grenzverläufe heutzutage anders. Deutschland wäre eine konstitutionelle Monarchie. Aber die Globalisierung war und wäre so oder so nicht aufzuhalten. Die Globalisierung geht auch einher mit der zunehmenden Technisierung der Gesellschaft und seiner Kommunikationsmittel.

  • sozrev  Am 26. November 2012 um 17:13

    „Ein Bündnis zwischen Hitler und Stalin wäre sowieso nicht von dauer gewesen.“

    Die Strasser-Brüder hätten eben einem Antrag des Genossen Goebbels im Jahr 1926 stattgeben müssen wonach der „Kleinbürger Adolf Hitler“ aus der Partei auszuschließen sei.

  • Linksnational  Am 26. November 2012 um 19:12

    Dieser Goebbels aber auch immer zu scherzen aufgelegt! 🙂

    Nun der Welt und dem deutschen Volke wäre einiges erspart geblieben! Aber Stalin war doch auch nicht besser. Naja das sind alles nur Gedankenspiele, die uns letztendlich nicht wirklich weiterbringen. Da mach ich mir Unteranderen lieber sorgen um die Nationalrevolutionäre Sache, um die ist es leider momentan nicht wirklich gut bestellt ist. Es fehlt halt irgendwie ein Ruck ein neuer Aufbruch. Gut aber das ist ein anderes Thema.

  • Schwab  Am 26. November 2012 um 19:12

    Genau, dann hätte man aus der NSDAP eine richtige nationalsozialistische Partei machen können!

  • Bernd Grett  Am 27. November 2012 um 12:21

    @ Sozrev :Da liegt Karl-Heinz-Hoffmann daneben……..

    Obwohle Sozrev nicht unbedingt zu meinen politischen Freunden zählt, er schwingt zu gerne unterschwellig die Nazikeule gegen alle , die nicht die gleiche geschichtliche Betrachtungsweise haben oder gar zu widersprechen wagen, gebe ich ihm hier vollkommen recht. Hier liegt e r richtig !!!

  • sozrev  Am 27. November 2012 um 16:12

    Bernd Grett:

    Geschichtliche Betrachtungen sind für mich höchstens zweitrangig. Ich finde es dann wichtiger was man zu aktuellen Themen zu sagen hat. Aber selbstverständlich ergeben sich aus historischen Vorlieben auch tagesaktuelle Weltanschauungen.

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