BRD-Staat als Lohndrücker

Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht etwa Supermarktketten die größten Lohndrücker in Deutschland. Diesen Titel hat sich stattdessen der öffentliche Dienst bei Bund, Ländern und Gemeinden verdient. Hier etablierte sich ein Dreiklassensystem: Beamte, reguläre Beschäftigte mit Tarifvertrag und schließlich die prekär Beschäftigten. Letztere sind nicht etwa eine Randerscheinung, sondern rund 10 Prozent aller so genannten Hartz IV-Aufstocker arbeiten im öffentlichen Dienst, also genau 131.722 Menschen.

Hierunter fallen vor allem Mitarbeiter mit Zeitverträgen und Leiharbeitnehmer, die so geringe Löhne erhalten, dass sie zusätzliche Leistungen der Arbeitsagenturen beziehen. Noch dramatischer fällt diese Zahl bei den sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten aus, die Zusatzleistungen in Anspruch nehmen müssen. Von den insgesamt 424.915 Vollzeitbeschäftigten, bei denen der Lohn so gering ist, dass sie zusätzlich Hartz IV-Leistungen beanspruchen müssen, sind 75.057 (18 Prozent) im Öffentlichen Dienst tätig. Dies ist jedoch nur eine Dunkelziffer, die Zahl der Niedriglöhner im Dienste des Staates ist weitaus höher, da nicht jeder Niedriglöhner Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen hat. Wer beispielsweise in einer Partnerschaft lebt, bei der der Partner normal verdient, geht auch bei den Aufstockern leer aus.

Kommentiere oder hinterlasse ein Trackback: Trackback-URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: