Nachgereicht: Völkische Wege und Irrwege (1)

Nachdem ich eine halbe Woche verreist gewesen war, hatte ich mir die Wortmeldungen in der Kommentarspalte zum Artikel von Andreas Thierry noch einmal durchgesehen, weshalb eine Richtigstellung meiner Position zum „völkischen Prinzip“ sinnvoll erscheint. Was dort von wenigen Diskutanten über mich behauptet wurde, hat mit meinen Positionen, die ich seit Jahren als Buchautor und Journalist vertrete, kaum etwas zu tun.

Ein „Marxist“ bin ich nie gewesen. Allerdings bin ich in der Lage, die Bücher von Karl Marx zu lesen und deren Inhalte nachzuvollziehen. Ob dies meine „völkischen“ Gegner können, da habe ich in manchen Fällen Zweifel. Als revolutionärer Nationalist bin ich grundsätzlich Antikapitalist, weil die kapitalistische Produktionsweise Völker und Staaten ihren Gesetzen von Ware und Profitmaximierung unterwirft, wodurch nicht zuletzt die staatliche Souveränität und damit die völkische Substanz der europäischen Nationen zersetzt wird. Wer den Kapitalismus verstehen will, wie er funktioniert, der sollte unbedingt Marx und Engels lesen. Wer mir erzählt, er könne dies nicht, weil Marx Jude gewesen war, den halte ich für dumm. Buchinhalte sind nicht deshalb falsch, weil sie von Deutschen, Juden oder Chinesen geschrieben wurden. Ob Inhalte richtig sind, darüber kann man sich sowieso streiten.

Ein marxistisches Programm habe ich noch nie vertreten. Im Gegenteil habe ich ein großes Herz für deutsche Unternehmer, sofern sie ihrer Verantwortung für Volk und Land nachkommen. Hierzu zähle ich aber nicht „Unternehmer“ von Konzernen und Aktiengesellschaften, also Aktionäre und Vorstandsvorsitzende, denen nur an der Steigerung der Kapitalrendite gelegen ist. Wo man dann produziert ist klar: nämlich dort, wo sich am besten Lohnkosten senken lassen, also auf jeden Fall nicht in Deutschland. Dahinter steckt übrigens keine (jüdische) Entscheidung, sondern es ist das blinde Gesetz der Profitmaximierung, das hierfür ausschlaggebend ist – wie es der Jude Karl Marx beschrieben hat.

Das Geld- und Zinssystem ist nicht, wie Andreas Thierry meint, der Schlüssel zur Lösung der wirtschaftlichen Misere. Das (internationale) Finanzkapital ist vom konzentrierten Sachkapital nicht zu trennen. Das Geldsystem ist nur die Spitze des (kapitalistischen) Eisberges. Daß der Zins und Zinseszins ein Problem ist, ist mir nicht verborgen geblieben. Dieses Problem läßt sich mit der Herstellung des Primats der Politik über die Wirtschaft lösen. Im Dritten Reich wurde dieses Problem gelöst, indem der Staat das Bankensystem kontrollierte, aber eben nicht den Zins – wie es Feder vorgeschlagen hatte – abschaffte. Hitler hatte die Zinsgegner damals schon als Sektierer erkannt. Viele seiner heutigen Anhänger scheinen hinter dieses Erkenntnisniveau zurückgefallen zu sein. Zu einer funktionierenden Wirtschaft gehören Kredite, die aber ohne Zins bzw. Leihgebühr keinen Sinn ergeben.

Der Staat muß also die Hand auf dem Banken- und Zinssystem halten. Das geht aber nur, indem er sein Primat der Politik über die Wirtschaft durchzusetzen in der Lage ist. Das ist aber heute umso mehr eine Frage des Eigentums hinsichtlich der Produktionsverhältnisse. Wir leben heute nicht mehr in der Epoche des nationalen Kapitalismus wie bei Hitler, sondern im Zeitalter des globalisierten Kapitalismus. Eine völkische Rechte, deren Uhr 1945 stehen geblieben ist, hat hierzu freilich nichts zu sagen.

Dem Herrn Kleinfeld von der Siemens AG kann nicht von der Politik befohlen werden – wie anno 1933 –, sondern derartige krebsartige Strukturen von Industrie, Handel, Banken und Versicherungen sind zu enteignen und unter staatliche Kontrolle zu stellen. Dann ist es auch möglich, der Politik und somit der Volksgemeinschaft den Vorrang einzuräumen. Das beinhaltet die Heimschickung der „Gastarbeiter“ in ihre Heimatländer. Die deutsche Volksgemeinschaft hat kein Interesse an der Beschäftigung von Millionen von Türken und anderen Ausländern – ganz im Gegenteil –, aber das Interesse, Menschen egal welcher Volkszugehörigkeit in Deutschland zu beschäftigen liegt beim internationalen Kapital.

Die Ausländerbeschäftigung und das „Menschenrecht“ auf Asyl sind also von der kapitalistischen Produktionsweise nicht zu trennen. Der geistige Ursprung des Verhängnisses ist das bürgerliche Individuum und mit ihm die heilige Kuh Privateigentum. Individualismus, Privateigentum und Menschenrechte sind als zusammengehörig zu erkennen. Hingegen sind die Freiheit der Person, der persönliche Besitz an mittelständischen Unternehmen und die kulturkreisspezifische Menschenwürde allesamt im Nationalstaat gut aufgehoben. Wer die Ausländer nach Hause schicken, aber mit dem Herrn Kleinfeld von der Siemens AG kollaborieren möchte, der gehört nicht zum Nationalismus! Dessen „Ausländerrückführung“ wird immer Illusion bleiben.

Mich interessiert es nicht, ob die „internationale Arbeitsteilung“ vom deutschen Herrn Kleinfeld oder vom jüdischen Herrn Sommer betrieben wird. Letztes Jahr hatte der schwedische Konzern Elektrolux in Nürnberg 1.750 Arbeitsplätze abgebaut. Die Entscheidung, die Arbeitsplätze nach Polen zu verlegen, wurde also von nordischen Menschen aus Schweden vollzogen und verkündet. Die schwedischen Konzernchefs haben aber nicht im schwedischen nationalen Interesse gehandelt, denn sonst wären die Arbeitsplätze von Nürnberg nach Schweden verlagert worden. Vielmehr sind die schwedischen Kapitalisten Bestandteil des internationalen Kapitals, dem es nicht um den Nutzen irgendeiner Nation geht, sondern darum, daß Kapitalisten egal welcher Nation viel Reichtum anhäufen können, während andere verrecken.

Bestimmte „völkische“ Rechte können heute noch darüber lachen, weil eine indische Textilarbeiterin, die für Karstadt/Quelle und Tchibo produziert, 30 Cent die Stunde verdient. Das Lachen wird solchen deutschen „Herrenmenschen“ aber bald im Halse stecken bleiben; nämlich dann, wenn ihre eigenen Löhne oder ihr Hartz IV weiter sinken werden. Die ins Elend abrutschenden Massen an deutschen und französischen Arbeiter werden sich aber dann sicherlich nicht an „völkische“ Dumpfbacken wenden, die in ihren Pamphleten außer dem „Mythos des Blutes“ nichts zu bieten haben.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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