Patriots in der Türkei

Als man im Bundestag die Entsendung der deutschen Flugabwehrbatterien nach Anatolien beschloss, war nur die Rede von der Unterstützung der Verteidigung des treuen NATO-Partners Türkei im Falle eines syrischen Angriffs. Das bundesdeutsche Parlament, (ausgenommen die LINKE), nickte den Vorschlag ab. As usual.

Jetzt werden bereits andere Töne angeschlagen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz machte der amerikanische Senator McCain den Vorschlag, mit den in der Türkei stationierten Patriot-Raketen Assads Kampfjets im syrischen Luftraum abzuschießen. Er meinte, die Patriot-Raketen könnten in der syrischen Nordregion um Aleppo eingesetzt werden.

Solche Sprüche zeigen, dass unsere Raketenbatterien samt Bedienungsmannschaft nicht zur Verteidigung, sondern in Wirklichkeit zum Zweck der noch längst nicht völlig aus den Augen verlorenen Aggression an die türkisch-syrische Grenze geschafft wurden.

Derweil philosophiert Jakob Augstein über die späte Erkenntnis, dass man sich zu früh gegen Assad, auf die Seite der Rebellen gestellt hat.

Sollten die Rebellen den Sieg davon tragen, wird es ein Sieg für die Jihadisten sein. Damit hat Augstein ja völlig recht, nur kommt die Erkenntnis etwas spät. Es hätte den Herrschaften von Anfang an klar sein müssen, dass sie mit der Beihilfe zur Vernichtung Assads am Ende das falsche Schwein geschlachtet hätten, wenn es ihnen denn gelänge.

Doch danach sieht es glücklicherweise derzeit nicht aus.

Wie oft schon wurde die Schlagzeile wiederholt: „Assads Macht schwindet“. Doch er behauptet sich immer noch. Seine Macht scheint sich eher zu festigen. Die Rebellen sind zwar noch bedingt kampffähig, aber eine geschlossene stabile Front können sie nicht aufbauen, geschweige denn halten.

Ohne den massiven Einsatz westalliierter Truppen wird sich die reguläre Armee und damit auch die Baath-Partei in Syrien behaupten.

Karl-Heinz Hoffmann

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