Ägypten: Kurzanalyse der Geschehnisse 2013

1.
Der Aufstand gegen Mubarak war nicht im Interesse der USA. Mubarak war ein zuverlässiger Sachwalter amerikanischer Interessen am Suezkanal. Dafür durfte er jährlich 1,3 Milliarden Militärhilfe kassieren.

2.
Nachdem der unerwünschte Aufstand demokratischer und islamischer Kräfte gegen Mubarak nicht unterdrückt werden konnte, wurde Mubarak von den Amerikanern fallen gelassen. Die finanzielle Unterstützung der Armee wurde beibehalten, um nach wie vor den Fuß in der Tür zu haben.

3.
Die ägyptische Bevölkerung hatte nicht nur die Entmachtung Mubaraks erzwungen, sondern auch das Abhalten freier Wahlen nach demokratischem Prinzip.

4.
Das zu erwartende, aber aus der Sicht der USA unerwünschte Wahlergebnis brachte die Muslim-Bruderschaft an die Macht. Mursi wurde der erste frei gewählte Staatspräsident in der Geschichte Ägyptens.

5.
Die Führung der Staatsgeschäfte in den Händen der Muslim-Bruderschaft bedeutete zweifellos eine Gefährdung der israelischen und somit auch der US-amerikanischen Interessen.
Um die Macht der islamischen Kreise in Ägypten zu brechen, initiierten die USA mit Hilfe des CIA eine Protestbewegung der antiislamischen politischen Kräfte. Wobei klar war, dass die Proteste früher oder später zu gewalttätigen Zusammenstößen mit den Mursi-Anhängern führen mussten.

6.
Jetzt kam die Stunde der bis dahin neutral erscheinenden Armee. Der Oberbefehlshaber General As-Sisi schaltete sich, nicht ohne grünes Licht von den USA erhalten zu haben, in den Konflikt ein.

Der Plan, Mursi abzusetzen und eine, mit Personen nach amerikanischem Geschmack besetzte Übergangsregierung, mit dem weitergesteckten Ziel erneut Wahlen zu veranstalten, dürfte in den Planungsabteilungen des CIA erstellt worden sein. Jedenfalls agierte As-Sisi im Sinne amerikanischer Interessen. Was blieb ihm auch anderes übrig, wenn er nicht auf die Militärhilfe von 1,3 Milliarden Dollar verzichten wollte.

7.
Doch die Rechnung ging nicht auf.Die Kraft und Stärke der Protestbewegung der Muslim-Brüder war unterschätzt worden.

Karl-Heinz Hoffmann

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