Weltkriegsszenario?

Die drohende westliche Militärintervention, eine Neuauflage der „Koalition der Willigen“, wird wohl auch unter Beteiligung des BRD-Imperialismus von statten gehen. Die Bundeskanzlerin Merkel und der Außenminister Westerwelle hatten sich den französischen, britischen und Us-amerikanischen Kriegsvorbereitungen gegen Syrien angeschlossen und eine „harte Anwort“ angemahnt. Auch in den Redaktionsstuben von Funk, TV und Presse ist man längst auf einen bellizistischen Kriegskurs gepoolt. Offen ist nur noch die Frage auf welche Art und Weise sich die Bundesregierung am Kriegsgang gegen Damaskus beteiligen wird.

Als „Kriegsgrund“ soll ein „Zivilisationsbruch“ herhalten. Die Regierung um Bashar Al-Assad hätte chemische Kampfstoffe eingesetzt, so der Vorwurf der „Rebellen“ und der westlichen Meinungsmacher. Bisherige Giftgasvorwürfe gegen die Regierung Assads stellten sich bislang samt und sonders als unwahr heraus oder konnten den NATO-Rebellen zugerechnet werden.

Bevor ein Team von UN-Experten die Arbeit aufnehmen konnte um den Giftgasvorwürfen nachzugehen war für den westlich-imperialistischen Meinungschor schon klar, dass Assad das Giftgas eingesetzt haben durfte. Dabei deutet in Wahrheit doch alles auf die Westen geförderten und aufgerüsteten Rebellen hin. Assad hatte angesichts der für ihn günstigen militärischen Lage keinen Grund ausgerechnet nun Giftgas einzusetzen. Alles deutet auf einen konstruierten Kriegsgrund hin.

Die verschiedenen Interventionszenarien die nun Durchgespielt werden, dürften nicht allzu langlebig sein. Klar ist das diese Szenarien perspektivisch auf einen langen und blutigen Krieg hinausgehen, auch wenn die NATO-Propaganda nun behauptet es ginge angeblich nur um einen zeitlich begrenzten Einsatz. Daß selbe Märchen wurde der naiven Öffentlichkeit im übrigen auch vor dem Libyenkrieg erzählt. Die nun in Gang kommenden militärische Logik macht einen ausgedehnten Kriegsgang – auch mit Bodentruppen – erforderlich.

Beschwichtigungen und Verharmlosungen sollen nur über die eigentlichen Absichten hinwegtäuschen und insbesondere Mitten im Bundestagswahlkampf die antiinerventionistisch gestimmten Wähler beruhigen. Selbst in den USA ist derzeit noch die Mehrheit der Bevölkerung gegen eine Intervention. Die Lügen- und Greulpropaganda wird in den nächsten Wochen folglich noch einige „Kriegsgründe“ produzieren müssen.

Einen NATO-Waffengang gegen Syrien läuft auf einen großen regionalen Krieg hinaus der den ganzen Nahen Osten in Flammen setzen dürfte. Die Menschenrechtsimperialisten werden auch den Libanon ins Visier nehmen und dort insbesondere die Hezbollah. Diese Gelegenheit wird sich auch Israel kaum entgehen lassen. Daß eigentliche Hauptziel ist aber der Iran, auf den die Kampagne gegen Syrien zielt. Betroffen ist aber auch der Irak, der sich der Achse des Widerstandes, bestehend aus dem Iran, Syrien und der Hezbollah angeschlossen hatte. Die NATO-Bomben zielen auf die Interessen Russlands und Chinas. Die westliche Intervention, die im übrigen nur Al Kaida stärken kann, trägt in sich somit das Potential eines Weltkriegsszenarios.

Wirklichen Widerstand gegen diesen Krieg, in dem sich der linksliberale Menschenrechtsimperialismus (Hollande, „Rot-Grün“) mit dem wahnwitzig-aggressiven Bellizismus der „Falken“ (Cameron, Israel, US-Neocons) verbindet, wird es in der Bundesrepublik im politischen Spektrum kaum geben. Alles Bundestagsparteien, erweitert um die Piraten und die AfD, sind sich in der Hauptstoßrichtung einig, die da lautet: „Assad muss weg!“

Auch die formal „pazifistische“ und „antimilitaristische“ Linkspartei hat den Interventionskurs gegen Syrien unterstützt. Die Linksparteivorsitzende Katja Kipping und der nun bei ARD und ZDF als Chemiewaffenexperte herumgereichte Vize Jan von Aken haben einen Aufruf Namens „Freiheit braucht Beistand!“ unterzeichnet, der auf eine Intervention in Syrien aus ist.

Siehe:https://www.adoptrevolution.org/aufruf/

In der derzeitigen Lage gibt es selbst im antiimperialistischen und marxistischen Lager der BRD eine ganze Reihe von Konvertiten die sich der NATO-Propaganda gegen die Baath-Partei angeschlossen haben und somit für die Imperialisten die Funktion von nützlichen Idioten übernehmen.

Siehe:

http://www.mlpd.de/2012/kw10/berechtigte-rebellion-des-syrischen-volkes

http://www.antiimperialista.org/de/node/6912

http://www.sozialismus.net//content/view/1796/300/

Nun bleibt nur zu hoffen, dass sich Bashar Al-Assads Aussage bewahrheitet, wonach den USA und ihren Verbündeten ein neues Vietnam droht.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Thomas Wagner  On 27. August 2013 at 23:10

    Hoechstinteressant wird nun die Reaktion Russlands sein. Laesst sich der Russische Baer von den US-Imperialisten und ihren Vassallen vorfuehren und beschraenkt sich auf verbale Kritik oder wird er etwa seine Krallen zeigen?

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