Syrien: Die Rebellen werden das Jahr 2014 nicht überstehen

Am 29.05.1013 schrieb ich: „Der Sieg neigt sich unaufhaltsam auf die Seite Assads.Mit dieser Einschätzung stand ich damals allein auf weiter Flur.Weltweit dröhnte die Presse Tag für Tag: „Assads Macht schwindet.“

Heute, nach sieben Monaten kann ich sagen:
„Der Krieg in Syrien wird noch vor dem Jahresende 2014 zugunsten Assads entschieden sein.“

Worauf gründe ich meine Beurteilung der Lage im Syrienkonflikt?

Die Amerikaner mussten zur Kenntnis nehmen, dass der, als Vorbereitung für einen Feldzug gegen den Iran in Syrien inszenierte Stellvertreterkrieg gegen Assad nicht gewonnen werden kann.

Aus dieser späten Erkenntnis ergibt sich eine neue Gesamtstrategie.Jetzt ist man bestrebt auf anderem Wege an das iranische Öl heran zu kommen. Dazu muss man den Iranern Zugeständnisse machen. Der ursprünglich geplante Ölraub lässt sich nicht in die Tat umsetzen. Also wird man das iranische Öl kaufen müssen. Das entspricht nicht den ursprünglichen Absichten, ist aber besser als die Wirtschaft „trockenlaufen“ zu lassen.

Die Iraner haben zwar unter den Boykottmaßnahmen gelitten, aber sie konnten nicht in die Knie gezwungen werden. Jetzt sind sie bei Verhandlungen mit den Amerikanern in der weitaus besseren Position. Die erste Voraussetzung zur Anbahnung amerikanisch-iranischer Geschäftsbeziehungen, ist das Ende der Wirtschaftsanktionen. Aber das wird nicht die einzige Forderung der Iraner sein. Es wird auch die Einstellung der gegen die Assad-Regierung gerichteten Feindseligkeiten in Syrien auf der Tagesordnung stehen.

Ich bin sicher, dass die Amerikaner alle von Teheran erhobenen Forderungen erfüllen werden.
Als praktische Folge wird die Türkei veranlasst, den Aufstand in Syrien nicht weiter zu unterstützen. Die türkisch-syrische Grenze wird dicht gemacht, die Rebellen vollständig vom Nachschub abgeschnitten. Ohne Nachschub können sich die Aufständischen nicht halten.

Zuerst wird die FSA-Armee aufgerieben. Weil die islamisch-salafistischen Gotteskrieger inzwischen gegen ihren ehemaligen Verbündeten, die FSA kämpfen, dürfen sie noch als nützliche Idioten aktiv bleiben, aber nur solange, bis die Vernichtung der sogenannten „moderaten“ FSA-Truppen vollendet ist. Danach wird sich die geballte Kraft der regulären syrischen Armee im Verein mit den Hisbollah-Kämpfern gegen die sunnitischen Gotteskrieger wenden. Von den ausländischen Söldnern wird am Ende kaum einer mit dem Leben davon kommen.

Wir erleben derzeit die letzen Zuckungen des von Anfang an fremdgesteuerten Aufstands gegen Assad. Die Kämpfe werden sich noch etwas hinziehen, aber abgesehen von einigen terroristischen Anschlägen, nicht über das Jahr 2014 hinaus. Wir werden sehen, ob sich meine Beurteilung der strategischen Lage bewahrheitet.

Die Veränderung der strategischen Situation in Syrien, wird auch eine gravierende Veränderung der geostrategischen Gesamtlage im mittleren Osten zur Folge haben. Die Beziehungen der USA zu Saudi-Arabien könnten sich mittelfristig deutlich abkühlen und sogar, längerfristig gesehen, in offene Feindschaft umschlagen. Die Begründung dieser These bleibt einem anderen Aufsatz vorbehalten.

Karl-Heinz Hoffmann 16.012.2013

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