Links gegen Rechts. Rechts gegen Links. Immer weiter so?

Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie. An diesen Aphorismus der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach mußte ich denken, als ich vor Tagen, wieder einmal, jene sich selbst links einstufenden Chaoten inmitten einer zum Großteil aus allerlei jugendlichen Aktivisten zusammengewürfelten bunten Truppe in Augenschein nahm, die zur Bekämpfung einer friedlichen Anti-EU-Kundgebung rechter Patrioten, Identitäre, wie sie sich nennen, aufgeboten wurde. Linke, die tatsächlich glauben, vortreffliche politische Kultur und hohe Moral für sich allein gepachtet zu haben.

Daß hingegen unstatthafte Anmaßung und Gewaltbereitschaft gerade im linken Spektrum groß sind, wurde durch dieses Demo-Ereignis wieder einmal bestätigt (38 festfenommene linke Gewalttäter, ein beschädigtes Geschäft, ein beschädigtes Polizeiauto, dutzende Verletzte). Das soll nicht heißen, daß es nicht auch auf rechter Seite so manchen hirnlosen Knallkopf gibt, aber in diesem Fall hatte sich kein Identitärer als solcher „geoutet“, und, wie ich von vertraulicher Seite mitgeteilt bekam, wurde ein rechter „Chaote“, der sich den Identitären anschließen wollte, von diesen abgewiesen als er als solcher erkannt wurde. Aber natürlich ist es nie ganz auszuschließen, daß nicht doch ein unwillkommener Gast eine Demo begleitet.

Mit Interesse verfolgte ich daher die Berichterstattungen der gleichgeschalteten „Mainstream“-Medien danach. Und wie schon bisher hat sich an deren in solchen Fällen tendenziösen, zuweilen halbwahren bis wahrheitswidrigen Schreibe nichts geändert, was in Kenntnis der lenkenden Kräfte dahinter eigentlich nicht verwundert. Schon allein die Tatsache , daß man verhaltensauffällige Linke selten auch als Linksextreme ausweist, Rechte aber, ob Gewalttäter oder nicht, meist als Rechtsextreme denunziert, spricht Bände. Aber, wie die eingangs zitierte Schriftstellerin auch schon festgestellt hat, es scheint die öffentliche (heute veröffentlichte. Anm.) Meinung tatsächlich “die Dirne unter den Meinungen” zu sein.

Im Falle der Identitären tut man sich nun zwar schon etwas schwerer, eine rechtsextreme Haltung nachzuweisen, aber man berichtet deshalb keineswegs dem Informationsgebot entsprechend objektiver. Wenn etwa im linksliberalen Standard von Steine werfenden Personen die Rede ist, aber verschwiegen wird, daß es sich um linke Chaoten handelt. Ausgewogener auch nicht „His Masters Voice“, Standard-Kommentator „Rau“: Was das (die Identitären,. Anm.) für ein Verein ist, kann man der Website entnehmen: “Seit Jahren lassen wir uns von der EU bevormunden und müssen zusehen, wie sie die Wirtschaft ruiniert, Völker und Kulturen zerstört, Europa mit Fremden überflutet, unsere Grenzen öffnet und der Islamisierung tatenlos zusieht. Sappalot! Brüssel-Diktate und Überfremdung lehnen diese Rechten also ab – so eine Einstellung ist wirklich schlimm.

Gegen so viel Patriotismus muß man daher logischerweise desinformatorisch vorgehen. Zum Beispiel, in der Kronenzeitung: Bei der großen Antifa-Sitzblockade beim Volkstheater fiel der „Startschuß“ für Attacken mit Steinschleudern. Fast zeitgleich erfolgte auch ein Angriff vom linken Block. So wird in unverschämter Weise der Eindruck erweckt, als hätten Rechte mit Steinschleudern begonnen und Linke darauf (mit Eisenstangen, Schleudern und Messer, Anm.) reagiert. In Wirklichkeit kamen alle Angriffe eindeutig vom linken Block.

Auch ein Bericht im Kurier sagt einiges aus. Da liest man: Kurz entschlossen ging man aufeinander los. Es hagelte Beschimpfungen, Schläge und Tritte, sogar Steinschleudern kamen zum Einsatz. Ja, Beschimpfungen gab es, von beiden Seiten, aber Waffen wurden, von jenen der Polizei abgesehen (z. B. Pfefferspray), ausschließlich von Linken eingesetzt, die auch dieses Mal den überfallsartigen Erstschlag mit Schlägen und Tritten zu ihrer demokratischen Pflicht erhoben.

Wenn es außerdem an anderer Stelle desselben Blattes heißt: Insgesamt wurden 37 Demonstranten festgenommen, dann verschweigt der Kurier auch hier, daß es sich dabei um Linke handelte. Und rein zufällig, gewiß, bringt man in derselben Ausgabe ein Interview mit Marine Le Pen, in dem es für nötig erachtet wird, subjektiv-tendenziös scheinende Anmerkungen des Journalisten zwischen Klammern in den Text einzufügen, so als wollte man die Glaubwürdigkeit der Aussagen von Marine Le Pen in Frage stellen.

Nicht zuletzt berichteten die meisten Medien, einige wohl mit gespielter Empörung, darüber, daß eine schwangere linke Demonstrantin, nachdem sie von der Polizei angeblich verfolgt und drangsaliert worden sei, ihr Kind verloren habe. Zwei Tage später wird gemeldet, daß die ganze Geschichte erfunden war und die Festgenommene weder schwanger noch alles andere als eine harmlose Demo-Teilnehmerin gewesen sei.

Nun, unabhängig davon wer diese meist in Gewalt ausartenden linken Demos anstiftet und fördert, welche unsichtbare Hand (Rotgrüne Politiker, Geheimdienste etc.) das ganze jeweils orchestriert, fällt doch auf, daß man in der linken Szene seit Jahrzehnten nichts dazugelernt zu haben scheint. Ja manchmal hat man den Eindruck, als würde man immer noch, wie manche Rechte, die Dreißigerjahre ohne Abstriche kopieren wollen.

Letzten Endes möchte man ja doch das Gewaltmonopol an sich reißen, wobei dieses Ansinnen durch die gleichgeschaltete Berichterstattung, wonach die „böse“ Polizei nicht so massiv gegen linke Gewalttäter einschreiten hätte dürfen und künftighin zurückgepfiffen werden sollte, noch unterstützt wird. Zum Schutz linker Unversehrtheit fordert man also von der Polizei die Tugend der Gewaltlosigkeit ein, die einem selbst fremd ist, schon Jahrzehnte zuvor fremd war. Weil andere, Dritte, ein Interesse daran haben könnten? Sehen wir Vorboten einer größeren Konfrontation?

In einem ganz bestimmten Zusammenhang (NATO-Vorpreschen gegen Osten), scheint ja nun sogar Ex-Kanzler Helmut Schmidt den dreißiger Jahren ähnliche Bestrebungen auszumachen. Und zwar auf beiden Seiten, und da werden gesellschaftspolitische Frontstellungen wieder interessant, könnten in einem anderen Licht und zweckgerichtet gesehen werden. Doch wären dann nicht auch Linksextremismus und Rechtsextremismus zwei Seiten ein und derselben Medaille, wie der ehemalige Dissident Wladimir Bukovski im Falle von Kommunismus und Nationalsozialismus es sieht?

Zumindest, im Sinne Ernst Noltes, hatte damals wohl einer vom anderen einiges abgekupfert. Ich denke, ein Wiederaufleben dieser Zeit wird es wohl nicht geben, aber daß da Kräfte am Werk sind, die an Konfrontation, nicht nur auf gesellschaftspolitischem Gebiet, sondern vor allem auch zwischen Rußland und der NATO, interessiert sind, dafür spricht einiges. Nicht nur die aktuellen NATO-Manöver in Norddeutschland, die größten seit den 80er Jahren, sind daher reichlich suspekt. Hat man vergessen, daß es den Warschauer Pakt nicht mehr gibt?

Natürlich nicht, aber mittlerweile gibt es einen unbequemen geschäftsstörenden Putin und es gibt außerdem eine Menge zu zerstören, was dann wieder aufgebaut und vor allem auch neu geordnet werden könnte. Interessanterweise soll es ein in den fünfziger Jahren zwischen den USA und der Sowjetunion abgeschlossenes Übereinkommen geben, demnach im Falle eines Krieges das eigene Territorium verschont werden sollte. Als Schlachtfeld hätte man Mitteleuropa, vornehmlich Deutschland vorgesehen – was stets fluchtbereiten Politikern sowenig schlaflose Nächte bereiten dürfte wie der ganze NS-Skandal auch. Angeblich ist das Abkommen nach wie vor in Kraft.

Nun möchte man ja meinen, diese und andere Gefahren, müßten aufrechte Patrioten jeglicher Couleur, trotz unüberwindbar scheinender ideologischer Hindernisse und abseits unsinniger Forderungen, gleichermaßen zur Einsicht bringen, daß man nicht erneut in die Falle tappen sollte und alleine nicht das erreichen kann, was man sich vorgenommen hat. Da schiene doch in mancher Hinsicht ein gemeinsamer Widerstand sinnvoll. Warum schließen sich dann die vernünftigen oppositionellen Kräfte innerhalb der diversen systemkritischen Lager nicht zum Wohle ihrer Nation, jenseits von links und rechts und entgegen den Absichten der Mächtigen, zusammen?

Der berühmte dritte Weg: Ein oft unternommener, aber, aus verschiedenen Gründen, immer wieder gescheiterter Versuch. Ganz sicher entspricht dieser nicht den Vorstellungen jener, die eben an Unterdrückung und Ausbeutung, an Krisen und Kriegen und daher auch an politischer und gesellschaftlicher Uneinigkeit interessiert sind. Also muß dann irgendwann doch wieder die große Konfrontation über die Bühne gehen, bei der sich dann beide, linke wie rechte aufrechte Patrioten bloß für fremde Interessen blutige Nasen geholt haben, andere aber weiter das Sagen haben werden?

Noch eine kleine Nachbemerkung zu einem Ereignis des der hier erwähnten Demo nachfolgenden Tages: Der österreichische Bundeskanzler hätte sich mit Fräulein “Conchita” und deren Anhang lieber zum Aufräumen in die schwer betroffenen Hochwassergebiete begeben sollen, anstatt auf Steuerzahlers Kosten einem sonntäglichen Transvestiten-Spektakel vor dem Regierungssitz zu frönen. Als Alternative, falls man sich nicht die Hände schmutzig hätte machen wollen, was leicht denkbar ist, wäre auch eine Spendensammel-Aktion am Veranstaltungsort noch angemessen gewesen.

Und zum Schluß noch eine Empfehlung: Prof. Dr. Peter Bachmaier, profunder Ost- und Südosteuropaexperte, hielt im Rahmen der österreichischen “Initiative Heimat und Umwelt” einen ausgezeichneten Vortrag über die Ereignisse in der Ukraine: Der Staatsstreich in Kiew. Dazu gibt es jetzt eine DVD (mit „Life“-Dokumentation), die bei der “Initiative Heimat und Umwelt”, Hagengasse 5, A-3424 Zeiselmauer bestellt werden kann (Tel. 43/02242/70516 oder ihu@a1.net). Unkostenbeitrag: Euro 8,80

Helmut Müller

Quelle

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