EU-Wahl: Querfront in Europa

Editorial von Jürgen Elsässer in COMPACT 6/2014

Wahl zum Europäischen Parlament: War da was? Haben Sie etwas mitgekriegt? Die Veranstaltung ist so langweilig, dass man schon im Voraus prognostizieren kann, was da passiert sein wird: Die Wahlbeteiligung war wieder erfreulich niedrig. Euro-skeptische Parteien jeder Couleur haben ordentlich zugelegt. Martin Schulz, der EU-Onkel von der SPD, legt seine Stirn in Dackelfalten. Sandra Maischberger und Günter Jauch zittern die morschen Knochen, weil Bernd Lucke einen Sitz im Straßburger Parlament ergattert hat. Nie wieder München 1938, raunt das Feuilleton. Nie wieder Cordoba 1978, antworten die Fußball-Fans. In der Tat: Wer ein brasilianisches WM-Sommermärchen vor sich hat, wird sich nicht wegen einer Europawahl die Stimmung vermiesen lassen. Und Recht haben sie, die Wahlverächter: Ob nämlich Schwarze, Rote oder Grüne in der EU-Quasselbude die Mehrheit haben – alles ist Conchita-wurst.

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Kommentare

  • sozrev  On 27. Mai 2014 at 15:35

    Für die NPD ist das Ergebnis nicht gerade berauschend (1,0 Prozent). Ich jedenfalls sehe darin keinen „Erfolg“. Schließlich haben völkische Parteien wie die Goldene Morgenröte (9,4 Prozent) und die Jobbik (15 Prozent, Platz 2. in Ungarn) erfolgreich abgeschnitten. Die NPD hat versucht die AfD zu kopieren und ist damit gescheitert – da die AfD als das „Original“ wahrgenommen wurde.

    Es ist bemerkenswert das „rechte“ Parteien in Frankreich, GB, Dänemerk und Belgien auf Platz EINS landeten und etwa in Ungarn und Österreich ebenfalls sehr stark abschnitten. Wobei man freilich Orban in Ungarn (über 50 Prozent) auch irgendwie als Nationalsouveränisten bezeichnen müsste, Inhaltlich steht die FIDESZ sicherlich „rechts“ von der FPÖ und den BRD-Rechtspopulisten.

    Interessant sind auch die Ergebnisse aus Italien (Grillo auf Platz 2.) und Griechenland (Koalition der Radikalen Linken bei etwa 27 Prozent, hinzu kommen die Goldene Morgenröte mit über 9 Prozent, die Stalinisten von der KKE mit 6 Prozent und die Unabhängigen Griechen mit 3 Prozent). Zusammengenommen sind die EU-kritischen Parteien in Griechenland also stärker also diejenigen der EU-Wahnsinnigen.

  • Thomas Wagner  On 28. Mai 2014 at 01:31

    @Warnruf des amerikanischen Historikers T. Snyder

    „………………und eine Niederlage fuer Europa ist ein Sieg fuer Eurasien.“

    Eurasien, da ist er wieder, der magische Begriff amerikanischer Geopolitik, welcher so anschaulich vom Geopolitiker Zbigniew Brzezinski in seinem hoechst lesenswerten Buch „The Grand Chessboard“ (auf Deutsch erschienen unter dem Titel „Die einzige Weltmacht“) erlaeutert wurde und der sich durch das Buch wie ein roter Faden zieht. Fuer Brzezinski – der im uebrigen mitsamt seinem Sohn Mark Mitglied in der einflussreichen Denkfabrik „Council on Foreign Relations“ ist – ist Eurasien das Schachbrett auf dem der Kampf um globale Vorherrschaft ausgetragen wird. Er erklaert weiterhin, dass Europa Amerikas unverzichtbarer geopolitischer Brueckenkopf auf dem eurasischen Kontinent sei. Existenziell wichtig fuer die Aufrechterhaltung der amerikanischen Vorherrschaft ist, dass es keinem der Hauptakteure in Eurasien (Brzezinski nennt hier ausdruecklich Russland, China und fuer den Westbereich Frankreich u. Deutschland) gelingt sich mit einem oder mehreren anderen Hauptmitspielern zu verbuenden. Basierend auf dieser Praemisse ist die von den USA und ihren Vasallen seit ca. 20 Jahren und bis auf den heutigen Tag verfolgte Politik gegenueber Russland nur folgerichtig. Es ging und geht darum Russland immer weiter aus Europa zu draengen. Eine besondere Bedeutung schreibt B. der Ukraine („ein neuer und wichtiger Raum auf dem Schachbrett“) zu, ohne welche Russland laut B. „kein eurasisches Reich“ mehr sei. Aufbauend auf den Ausfuehrungen von B. waere es desweiteren ein Alptraum fuer die US-Imperialisten , wenn sich Frankreich und/oder Deutschland eines Tages an Russland in niemals dagewesener Weise annaehern wuerden. Dies ist freilich Zukunftsmusik und nur unter voellig veraenderten Herrschaftsverhaeltnissen/-strukturen vorstellbar. In der BRD sorgen, mehr noch als in Frankreich, transatlantische Netzwerke seit Jahrzehnten dafuer, dass eine US-Vorherrschaftskonforme Elite kontinuierlich neuen Nachwuchs erhaelt. Solange das US-Imperium die Machtmittel und den Machtwillen hierfuer besitzt, wird es alles tun, militaerische Gewalt als letztes Mittel eingeschlossen, ein Ausbrechen einzelner Staaten aus der WWG in Richtung neuer Buendnisse zu verhindern.

  • Schwab  On 29. Mai 2014 at 09:49

    @Thomas Wagner

    Sehr gute Analyse. Volle Zustimmung. Das Buch „Die einzige Weltmacht“ von Brzezinski sollte in jedem Bücherschrank stehen und gelesen werden. Parallel sollte noch das Buch „Das Eurasische Schachbrett“ (Grabert-Hohenrain-Verlag) gelesen werden. Auf dem dritten Platz möchte ich noch meine „Westliche Wertegemeinschaft“ ins Spiel bringen, selbstverständlich auch Bücher von Benoist.

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