Besprechungen (22)

Auf der politischen Rechten hat die Liberalismuskritik eine feste Tradition. Umso mehr bedauerlich war es, daß bislang kaum jemand der jüngeren und mittleren Generation an originär rechten Publizisten in die Fußstapfen von Hans-Dietrich Sander, Armin Mohler und Günter Maschke treten konnte. Diesem Mangel leistet nun seit wenigen Jahren Manfred Kleine-Hartlage Abhilfe. Grund genug, diesen Autoren auch einmal den geneigten SdV-Lesern vorzustellen.

Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Kleine-Hartlage

Kleine-Hartlage, Jahrgang 1966, stammt von der politischen Linken, was unserem nationalen Anliegen nicht schadet, da Linke und Ex-Linke den Rechten zumeist in der Analyse gesellschaftlicher Interessen überlegen sind. Der hier vorzustellende Autor ist Diplom-Sozialwissenschaftler mit der Fachrichtung Politische Wissenschaften; er veröffentlicht regelmäßig aktuelle Texte in seinem Internet-Blog korrektheiten.com und bei sezession.de. Im Verlag Antaios erschien bereits sein Essay „Neue Weltordnung – Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie?“ sowie „Warum ich kein Linker mehr bin“.

Siehe:
http://antaios.de/search?sSearch=kleine-hartlage

Sein Buch „Die liberale Gesellschaft und ihr Ende“ (2013) soll wohl nicht nur dem Titel nach bewußt als Gegenschrift zu „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ von Karl Popper verstanden werden. Kleine-Hartlage, der zunächst die europäische bürgerliche Aufklärung kritisiert, macht deutlich, daß ihm nicht an der Beseitigung der liberalen Errungenschaften wie dem bürgerlichen Rechtsstaat und der sogenannten parlamentarischen Demokratie gelegen ist. Schon aus diesem Grunde legt er seinen Lesern keine staatspolitische Alternative vor. Möglicherweise ist dabei auch die Angst vor dem „Verfassungsschutz“ mitverantwortlich.

Der Autor analysiert sehr fundiert, daß die liberale Gesellschaft sozusagen dabei ist, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzt. Der übertriebene (männliche wie weibliche) Individualismus sorge dafür, daß die Europäer und Nordamerikaner immer weniger eigenen Nachwuchs haben, wofür Einwanderer die Lücken im Arbeitsmarkt und auf den Verbrauchermärkten füllen sollen. Da nun auch die süd- und osteuropäischen Gesellschaften am Geburtenschwund leiden, liegt der Fehlschluß nahe, Migranten aus nicht-europäischen Gesellschaften zur Einwanderung nach Nord- und Westeuropa zu animieren. Am Ende wandern allerdings Menschen bei uns ein, die nicht „unsere“ westlichen Werte wie Bürgerfreiheiten, Trennung von Kirche und Staat etc. teilen. Schon deshalb ist Kleine-Hartlage Islamkritiker, ohne freilich wie diverse Rechtspopulisten Moslems als „Untermenschen“ abzustempeln. Kleine-Hartlage hat auch kein Problem damit, wenn der Islam in seinem eigenen Kulturraum kulturell prägend ist.

Glänzend zeichnet der Autor nach, wie bei uns durch mediale und pädagogische „Destruktion“ der politischen Wirklichkeit das autochthone Volk in seiner politischen Wahrnehmung manipuliert und eingeschüchtert wird. Kurzum: Daß wir ein Ausländerproblem haben, behaupten nur „Rassisten“. Und da „Rassismus“ grundsätzlich böse ist und zu Ergebnissen wie bei Hitler führen müßten, haben wir auch (angeblich) kein Ausländerproblem, sondern ein „Rassismus“-Problem der Inländer.

Kleine-Hartlage entzaubert in einem Beispiel die Mär, die unter anderem in einer „akademischen“ Arbeit an der Universität Rostock verbreitet wurde, daß sich die Migranten bei uns – vor allem die aus dem islamischen Kulturkreis – allmählich der Geburtenarmut der Europäer anpassen würden. Durch derartige Falschbehauptungen mit manipulierten Statistiken sollten nur die Europäer ihre berechtigte Angst vor der ethnischen Überfremdung verlieren.

Der Rezensent könnte über den Inhalt des vorliegenden Buches noch einiges mehr zusammenfassen. Besser noch ist es, daß diejenigen, die zur künftigen nationalen Elite gehören wollen, sich diese Schrift selbst zulegen und lesen.

jüs

Manfred Kleine-Hartlage: Die liberale Gesellschaft und ihr Ende. Über den Selbstmord eines Systems. Antaios Verlag, Schnellroda 2013. 232 Seiten. 19 Euro.

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