Der „finale Anti-Terroreinsatz?“

Betrachtungen zum Bürgerkrieg in der Ukraine

Mögen der Schokoladenkönig und sein Katschmarek von „Antiterroreinsatz“ reden, in der Ukraine herrscht Bürgerkrieg.
Das ist keine Frage. Uns interessiert, wie sich der Krieg weiter entwickeln wird. Wer aus diesem Konflikt im noch bevorstehenden „finalen Endkampf“ als Sieger hervorgehen wird.

Wer zu einem gerade erst begonnenen Krieg schon das Endergebnis voraussagt, muss sich weit aus dem Fenster lehnen. Ich bin dazu bereit. Ich habe mich bisher in vergleichbaren Fällen noch nicht geirrt. Im indisch-pakistanischen Krieg, war mir von Anfang an klar, dass Bengal (damals Ostpakistan) für Pakistan verloren gehen wird. Als die Russen in den Afghanistankrieg zogen, ahnte ich die russische Niederlage. Wer wissen will, wie ich den „Arabischen Frühling“ gleich zu Beginn des euphorisch gefeierten Anfangs beurteilt habe, kann das hier auf meiner Website nachlesen unter „Libyen“, „Ägypten“ oder „Geopolitik“. Auch in Syrien hat sich meine frühzeitig gestellte Prognose als richtig erwiesen „Syrien/Iran).
Sollte ich jetzt bei der Beurteilung des ukrainischen Bürgerkriegs falsch liegen, dann könnte ich locker sagen, „na ja, einmal kann ich mich irren.“

In einem Jahr wird sich zeigen, ob ich mit meiner Beurteilung richtig liege oder falsch.

Ich rede von einem Jahr, weil ich meine, dass die Streitkräfte des Schokoladenkönigs nicht genug Atem haben werden, um länger durchzuhalten.

Die westukrainische Armee ist in schlechtem Zustand. Kürzlich versuchte Vitali Klitschko die Bevölkerung zu einer Spendenaktion für die Armee aufzurufen. „Es könne nicht sein, dass die Streitkräfte noch nicht einmal über Schutzwesten verfügen.“

Aber wovon soll das von den Oligarchen ausgesaugte ukrainische Volk etwas spenden? Viele Ukrainer arbeiten in Polen für 3 Euro am Tag. Und das ist mehr, als sie zuhause in der Ukraine verdienen könnten.

Vitali Klitschko ist sich nicht zu schade, die verarmte Bevölkerung um Spenden anzubetteln. Wenn Klitschko 100 000 Euro von seinem Vermögen zur Ausstattung der Streitkräfte abzweigen würde, könnten sämtliche an der Front in „Neurussland“ eingesetzten Kampfverbände mit Splitterwesten ausgestattet werden. Wenn Klitschko noch etwas wartet, wird es billiger, weil sich der Personalbestand der westukrainischen Streitkräfte minimieren wird. Nach Westen hin sind die Grenzen jetzt für Ukrainer durchlässig gemacht worden. Da werden sich erst einmal die jungen wehrfähigen Männer, die keine Lust haben, für die Interessen der Oligarchen zu sterben, nach Westen absetzen. Weiterhin wird es auch in Zukunft zu Verbrüderungen westukrainischer Soldaten mit den neurussischen Streitkräften kommen. Die im Kampf produzierten Verluste müssen auch hinzugerechnet werden.

Die westukrainische Armee ist so bankrott, wie der von Kiew gesteuerte Staat. Die dem Staat fehlenden Finanzmittel verzinsen sich auf den im Ausland befindlichen Konten der Oligarchen.

Abgesehen von der schlechten Moral der westukrainischen Armee, sind auch ihre Umfeldbedingungen im Vergleich mit den neurussischen Kampfverbänden ziemlich ungünstig. Poroschenko kann zwar, im Gegensatz zu den „Neurussen“, Luftstreitkräfte einsetzen, aber das ist ein zweischneidiges Schwert. Die Stadtgebiete kann er nur sehr bedingt angreifen lassen, wenn er nicht die Russen auf dem Hals haben will. Den Widerstand und Kampfgeist der neurussischen Kampfverbände kann er damit nicht brechen und schon gar nicht die Symphatien der Bevölkerung erwerben.
Die Armee des Schokoladenkönigs muss längere Nachschubwege zur Versorgung ihrer Kampftruppen offen halten als ihre Gegner. Das wird bald zum besonderen Problem werden.

Die Westukrainer wollen ein Gebiet mit feindlich gestimmter Bevölkerung erobern. Die „Neurussen“ verteidigen ihre Heimat und können auf die Unterstützung der Bevölkerung vertrauen.

Die „Neurussen“ haben nicht vor, die Westukraine zu erobern. Sie verharren in der Verteidigung. Das ist gegenüber der westukrainischen Invasions-Armee ein unschätzbarer Vorteil.

Wenn der neurussische Milizionär nichts mehr zu essen hat, wird er in jedem Bauernhaus verpflegt. Wenn bei den Soldaten des Schokoladenkönigs die obligatorische Krautsuppe nicht ankommt, weil die Nachschubwege unter Beschuss liegen, dann muss die Truppe hungern und das wiederum lässt die Moral absinken.

Ein ernstes Problem wird für die Westukrainer die Versorgung der Truppe mit Treibstoff sein, während die „Neurussen“, ähnlich dem Schweitzer Verteidigungsmodell, mit mehr oder weniger ortsgebundenen Kampfgruppen operieren und deshalb weniger Sprit verbrauchen.

Abschließend kann gesagt werden, die vollmundig angekündigte „finale Antiterroraktion“ wird nicht so schnell ihr Ende finden und damit dem Begriff „final“ nicht gerecht werden. „Finito“ wird erst dann sein, wenn sich die westukrainische Armee erschöpft zurückzieht und „Neurussland“ seine neuen Staatsgrenzen endgültig gezogen und gesichert hat.

Karl-Heinz Hoffmann

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