Linke als nützliche Idioten des Imperialismus

In der Debatte um die Vorwürfe der Wahlmanipulation im Iran und die sich nun unablässig in den Massenmedien formierenden Kampagne gegen den iranischen Präsidenten, präsentiert sich die deutsche Linke in ihrer Merhrheit kaum verborgen hinter politisch korrekten Zeitgeistphrasen, als nützlicher Idiot der imperialistischen Entwicklung der gesamten westlichen „Wertegemeinschaft“, als in Wahrheit liberales Anhänsel des Imperiums. Abtrakt redet man viel über „Revolution“, „Demokratisierung“, das „reaktionäre Mullah Regime“, über eine „differenzierte Haltung“ und „Emanzipation“, sieht also den in der Endkonsequenz die Verfasstheit etwa der Staaten der EU als „Grundvoraussetzung“ für eine humane, feministische und „Friede-Freunde-Eierkuchen“ Transformation hin zu einer angeblichen „befreiten Gesellschaft“. Befreit sind die Frauen zumindest in Relation gesehen im Denken der Zeitgeist-„Linken“ in der schönen BRD, dem emanzipatorischen Israel und dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dem die Herrn Gysi, Bisky und die korrekten Zeitgeister ja stets ein „grossartige liberale Tradition“ zuschreiben, also von dem so oft beschworenen „anderen Amerika“ träumen.

Jenes andere Amerika das sich unter Barack Obama formiert und Muslime lieber unter einer lächelnd-grisenden Maskerade des vorgeblichen „Dialogs“ ermordet als unter der Klarheit des verbalen Konfrontationskurses der Bush Administration. Das lächelnde Gesicht des Menschenrechtsimperialismus demaskiert aber gleichzeitig auch die deutsche (liberale) Linke, die sich wie nun immer deutlicher wird nach dem modisch und wortreich schönen Imperium sehnt, deren Kritik an G.Bush und den Neocons nie eine inhaltlich substantielle Gegenpositionierung war. Man wollte sich offenbar dem globalen Anti-Terror-Kreuzzug des Westens nie verschließen sondern sich hierbei nur irgendwie moralisch sauber fühlen, man möchte nur gerne von Emanzipation und gesellschaftlicher Befreiung reden, von der Weltoffenheit des anderen Amerikas, von dem Stammland des Multikulturalismus der nun auch den islamischen Kulturraum mit all diesen Errungenschaften bekehren soll.

Der „demokratische Antifaschismus“ müsse sich natülich gegen den zeitgemäßen „Faschismus“ formieren, gegen die „Islam-Nazis“ in Gaza, im Libanon und im Iran. Der Kampf gegen den Faschismus muss ja schließlich „internationalisiert“ werden, anstatt sich nur mit ein paar lächerlichen deutschen „Neonazis“ abzugeben – dies predigen Broder, Giordano und die antideutsche Strömung der deutschen Linken schließlich schon seit Jahren. Insofern ist die deutsche Linke in ihrer Mehrheit nichts weiter als ein Flügel der „Westlichen Wertegemeinschaft“ und des Imperiums, argumentiert ähnlich wie die Neocons die im übrigen zum nicht unerheblichen Teil aus der „radikalen Linken“ und dem Trotzkismus stammen. Die Linke ist heute in der BRD weder sozialistisch, noch wirklich „emanzipatorisch“ sondern stets politisch korrekt, darauf bedacht ja nicht anzuecken, sich in das Gesamtsystem zu integrieren, städig in Angst lebend sich nicht emanzipatorisch im Sinne der Westlichen Wertegemeinschaft zu äußern. Hugo Chavez kann daher auch für die transformierten Liberalen kein Bezugspunkt sein, höchstens ab und an modisches Beiwerk, ähnlich wie das poppige Che T-Shirt, den sich „Links“ nennende imperialistische Publikationen wie „Konkret“ (eine Zeitschrift für die auch Sahra Wagenknecht schreibt) heute als „Linksfaschisten“ oder „südamerikanischen Osama Bin Laden“ verunplimpfen. Deswegen muss auch auf die Ähnlichkeite zwischen der DDR und dem 3. Reich hingewiesen werden, deswegen muss der Kommunismus auch immer in einen Zusammenhang mit dem Real-Hitlerismus gesetzt werden. Chavez wird so zum Verbündeten des Islam-Faschismus erklärt, wird zum festen Bestandteil der Achse der Bösen antiemanzipatorischen Antisemiten und Reaktionäre. Dies ist alles ideologischer Bestandteil einer Linken die den Sozialismus innerlich längst abgewickelt hat und für die Begriffe wie eine „solidarische Gesellschaft“ längst nur zum orwellschen Neusprech geworden sind um ihre Systemintegration zu kaschieren, um sich nicht selber eingestehen zu müssen das man längst nur danach trachtet die Hegemonie des Kapitalismus in seinen verschiedensten Formen aufrecht zu erhalten.

Die Proteste gegen den iranischen Präsidenten konnten etwa in Hamburg auf die Unterstützung breiter Teile der „radikalen Linken“ und der Antifa bauen. Freilich verkündete man „weder für Mussawi oder Ahmadinedschad“ zu sein und demonstrierte „für den Kommunismus“, versehen mit viel „Emanzipation“ und Unterstützung der antideutschen Neocons die den „Islamfaschismus ausräuchern“ wollen. Die SAV etwa verkündet auf ihrer Webseite für die demokratisch-sozialistische Räterepublik einzutreten, fordert (zurecht) Streikfreiheit und labert unentwegt von Emanzipation und Befreiug, reiht eine ganze Palette an Begrifflichkeiten aneinander um sich so möglichst „radikal“ vorkommen zu können. Die SAV ist natürlich gegen einen militärischen Angriff auf den Iran, ist aber im tiefesten Inneren gespalten ob man das Ergebnis nicht doch „akzetieren“ könnte. Nämlich die Beseitigung des politischen Islam und die herbeihalluzinierte gesellschaftliche Befreiung unter der Knute des US-Imperialismus. Schließlich verurteilen die „emanzipatorischen“ Kommunisten des Irak auch den US-Imperialismus, nur aber um mit diesem zu paktieren, da ja etwa ein schiitischer Gottesstaat verhindert werden müsse. So arbeitet die Arbeiterkommunistiche Partei des Iran im europäischen Exil sowohl mit der antideutschen Antifa als auch mit der rechten Islamkritik zusammen, verurteilt in ihren Erklärugen aber angeblich den US-Imperialismus. Das sich hier aber längst die Kolloboration mit dem westlichen Imperialismus vollzogen hat dürfte klar sein. In Österreich etwa hat die KPÖ eine neoconservative Organisation („Stop the bomb“) ideel unterstützt aus deren Kreisen eine nukleare Vernichtung des Iran gefordert wurde. Die verantideutschte Wiener KPÖ rief nun zu einer Demonstration gegen das angebliche „Terroregime“ in Teheran auf. In der Linkspartei formiert sich die imperialistiche Kriegshetze gegen den Iran um den antideutschen BAK Shalom der u.a. auf die Unterstützung von Petra Pau bauen kann. Der BAK fordert dabei die LINKE zur Unterstützung der „progressiven Opposition“ im Iran auf. Will so einen „Regime Change“, für eine „emanzipatorische“ Politik in die Wege leiten. Auf die Vorschläge aus dem BAK, jener Fan-Gemeinde H. Broders in der LINKEN reagierte die Bundespartei nun promt, schließlich möchte man sich doch nicht den Verdacht des Antiimperialismus oder gar Antizionismus aussetzen. Für die LINKE erklärte deren Bundesvorständler Helmut Scholz das sich die LINKE mit den „progessive-linken“ Kräften im Iran solidarisch zeige und schwaffelt von der Möglichkeit einer echten Demokratisierung des Landes durch eben diese „progessive“ Opposition, die etwa in Deutschland in Form einer iranischen „Freiheitsbewegung“ mit den antideutschen Neocons paktiert. http://die-linke.de/nc/presse/presseerkl…on-interesse-1/ Erschreckend ist es für die LINKE laut dieser Erklärung vor allem ansehen zu müssen das Obamas Nahostprojekt gefährdert würde. Die Linke setzt sich also für eine Lösung des „Nahostkonfliktes“ im Sinne des US- und EU Imperialismus ein. Auf dem Parteitag der Linken wurde nun ein Dringlichkeitsantrag verabschiedet der, der iranischen Regierung den schwarzen Peter zuschiebt, auch wenn Angriffsdrohungen und Sanktionen (noch) abgelehnt werden. http://www.ad-hoc-news.de/linke-linke-so…olitik/20293622

Nun waren aber beileibe nicht alle auf der Linken so dämlich tendeziell in den imperialistischen Chor einzustimmen. Sehr deutlich wenn auch etwas übertrieben hatte sich natürlich Jürgen Elsässer positioniert, ebenso die Junge Welt, teilsweise WSWS, G. Ackermann. Der Hauptgrund für diesen Bankrott der deutschen Linken liegt wohl begründet im dogmatischen Atheismus welchen man auf Karl Marx und dessen Religionskrieg („Opium des Volkes“) zurückführt. Nicht beachtet wird hierbei das diese Religionskrieg aus einer Zeit stammte als etwa die Geistlichkeit, die Kirchen und Religion im Allgemeinen eng mit dem Kapital verbunden war. Heute aber führt das Kapital einen Kreuzzug gegen das Religiöse und Spirituelle an sich, da sowohl der Islam als auch das Christentum, wie auch andere Religionen durch eine Kritik des Materialismus erstarkt sind, sich also der Logik des Neoliberalismus zumindest teilweise verwehren. Weil traditionelle und religiöse Werte für das internationale Finanzkapital ein zu beseitigendes Hindernis sind. Während Hugo Chavez gläubiger Katholik ist, Fidel Castro längst seinen Frieden mit der Religion gemacht hat, Fernando Lugo Befreiungtheologe war und Correa der christlichen Soziallehre nahe steht, ergeht sich die deutsche Linke in politisch korrekter Religionskritik die in Wahrheit heute für jene Linke nichts weiter ist als eine Ausrede für die Kollaboration mit dem Imperium. Die nächste Ausrede ist natürlich die „gesellschaftliche Emanzipation“. Gemeint sind Gender Mainstreaming, ein völlig pervertierter Feminismus (wird Alice Schwarzer heute nicht von der CSU bejubelt?), einen multikulturellen Utopismus der nichts aber auch gar nicht mit internationaler Solidarität zu tun hat und ähnliche Spässe.

Verfasser: Sozrev

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