ISIS-Blitzkrieg: Ein amerikanisch-saudisches Komplott?

Will man erkennen, wer die heimlichen Macher der im Irak und in Syrien unverhofft, blitzartig vorgetragenen Djihad-Offensive sind, muss man die öffentlichen Verlautbarungen ignorieren. Sie sind nichts als pure Heuchelei. Wenn man sich den Verlauf der Nachschubwege der ISIS-Truppen ansieht, erkennt man mühelos, von welchen Interessen der ISIS-Ride gelenkt wird.

Die ISIS-Offensive begann im irakischen Norden, mit der Zielstellung, die wichtigen Ölfelder südlich von Mosul, und etwas weiter östlich die Ölquellen von Kirkuk im Handstreich zu nehmen.

Die Nachschublinien der Angriffsverbände bilden zwei Transportstränge, die durch das, unter der Kontrolle der ISIS stehende, dünn besiedelte Syrien nordöstlich des Euphrat führen und bis zur türkischen Grenze reichen. Hier ist der Ausgangspunkt der für den Kampf der ISIS notwendigen Logistik. Diese beiden Anbindungen an die Türkei sind der Schlüssel zum Verständnis dessen, was jetzt im Irak vor sich geht.

Um von den wahren Hintergründen abzulenken, ist man in den europäischen Medien fleißig bemüht, die Finanzierung der ISIS mit Hinweisen auf Schutzgelder, Spenden und geraubtem Geld zu erklären.

Der seit Beginn der Revolte gegen Assad bis heute ungehindert über die türkische Grenze rollende Materialfluss zeigt, wer das ISIS-Projekt steuert. Es wäre falsch, allein Erdogan für die Einrichtung und den Betrieb der ISIS-Lebensader verantwortlich zu machen, nur weil die Wege über die Türkei führen. Erdogan steht als sunnitischer Salafist den Djihadisten der ISIS nahe, aber in diesem Spiel ist er zu klein um Entscheidungen ohne Absprachen mit den USA treffen zu können.
Wir müssen davon ausgehen, dass der ISIS-Vormarsch, Teil eines US-amerikanisch- Saudi-arabischen Großprojektes ist.
Wäre es anders, dann könnte das ISIS-Unwesen längst buchstäblich im Sand verlaufen sein.

Auch jetzt noch könnte der ISIS-Spuk in wenigen Wochen vorbei sein, nämlich dann, wenn die Nachschubwege über die Türkei abgeriegelt würden. Doch wie wir sehen, besteht daran kein Interesse.

Was die Gotteskrieger der ISIS wollen, wissen wir, aber was sollen sie nach dem Willen der Drahtzieher?

Ich will es Euch sagen:

Die ferngelenkten ISIS-Krieger sollen den nordwestlichen Teil des Irak und danach den Syriens vollkommen in ihre Hand bekommen und kontrollieren. Das würde bedeuten, dass die Saudis letztendlich die Kontrolle über die irakischen Ölfelder ausüben. In diesem Fall wären die nordirakischen Ölfelder über saudische Vermittlung für die USA zugänglich, beziehungsweise anzapfbar. Gleichzeitig wird die, besonders von den Israelis gefürchtete Achse Libanon Damaskus Teheran unterbrochen. Das südlich im Irak befindliche Siedlungsgebiet der pro-iranischen Schiiten könnte man notfalls mit Ausnahme der im äußersten Süden befindlichen Ölquellen, den Iranern überlassen. „Sollen sie mit ihren Heiligtümern Kerbala und Kashmiye selig werden, Hauptsache wir haben das Öl“, so ungefähr darf man sich die Überlegungen der Amerikaner vorstellen. Bei den Saudis rennen sie damit offene Türen ein. Deren Interesse ist es, das Aufsteigen des Iran als bestimmende Großmacht im mittleren Osten zu verhindern, und wenn das mit dem Zugriff auf die irakischen Ölquellen verbunden ist, umso besser.

Die große Frage ist nun: Wird die Rechnung aufgehen?

Karl-Heinz Hoffmann

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