Völkermord in Palästina?

“Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!” Mit diesen Worten soll Winston Churchill einst seinem Wunsch, erst die deutschen Industrieanlagen, dann die Zivilisten auszuradieren, Ausdruck verliehen haben. Nach diesem Motto scheinen auch die Zionisten in Palästina vorzugehen. Was man vorher mit Bulldozern nicht geschafft hatte, versucht man mit Bomben und Panzer. In Gaza werden Wohnhäuser in Schutt und Asche gelegt (im Westjordanland baut man neue jüdische Siedlungen). Israel hat bisher knapp 50 Tote, großteils Soldaten, zu beklagen. Gaza aber mehr als 1.000 und 6.000 Verletzte, ein Viertel davon sollen Kinder sein. 86,5 Prozent der Israelis sind dennoch für eine Weiterführung des Krieges. Bis zum Endsieg? Es schaut vorerst ganz nach einem Völkermord in Palästina aus. Dieser Meinung ist jedenfalls Dieter Krogmann (www.denkfabrik-info@t-online.de) in nachstehendem Schreiben an einen Muslim:

“Sehr geehrter Herr Abu Omar,die von Ihnen, mit den wahrscheinlich allerbesten Absichten, mir zugeschickten Interpretationen zum gegenwärtigen “Gaza-Krieg” sind mir bekannt.

Ich bin über die Situation nicht nur zutiefst erschüttert, sondern auch mitfühlend und bedrückt.
Schon seit längerer Zeit schwanke ich zwischen dem schon zornigen Vorsatz, hierüber
einen Artikel zu schreiben, der die eigentlichen Fakten klar beim Namen nennt.

Es geht mir nicht um die Dämonisierung der Machtelite in Israel, es geht mir um Tatsachen, die durch diese Machtelite gnadenlos verbogen werden. Die “Keule des Antisemitismus” wird hierbei heftig geschwungen, indem Kritiker mit äußerst dümmlicher und einer ewigen, gleichen Litanei verunglimpft werden.

Dieser Gaza-Krieg ist nach meiner Erkenntnis kein Krieg, so wie die Medien das immer wiederherunterleiern, es ist VÖLKERMORD! Gegen eine Zivilbevölkerung kann man keinen Krieg führen, indem man mit dem Einsatz von militärischen Mitteln dieses Morden zu einem Krieg hochstilisieren will. Solche Handlungsformen outen letztlich die Denkweisen derAggressoren, die in der israelischen Knesset sitzen.

Ich bewundere meine israelischen (Internet) Freunde, die sich unermüdlich für den Frieden inPalästina einsetzen. Und das auch unter Lebensgefahr, wie ich das seit vielen Jahrzehnten aufmerksam beobachte. Ebenso bewundere ich die vielen israelischen Bürger, die sich mutig für die Völkerverständigung zwischen den Parteien engagieren.
Dieser so genannte Krieg ist eine jämmerliche Abfolge von hinterhältiger, vorsätzlicher Provokation, getarnt hinter der immer wieder lauthals verkündeten Absicht, Friedensgespräche anbieten zu wollen. Diese Seifenblasenpolitik der israelischen Machtelite befindet sich seit nun mehr als 50 Jahren in einer Endlosschleife falscher Gelöbnisse, die dann nie eingehalten werden. Es sind eben nur Versprechungen, an einer Umsetzung ist man nie interessiert. Diese Versprechungen sind dann auch immer wieder der Strohhalm, an dem sich die politischen Trittbrettfahrer der israelischen Außenpolitik verzweifelt klammern, um ihr Wegschauen legitimieren zu können.

Mein Mitgefühl gehört dem geschundenen Volk in Palästina. Vor vielen Jahren habe
ich das einmal versucht, in einem kurzen Gedicht zum Ausdruck zu bringen (http://www.denkfabrik-info.de/Archiv/Gedichte). Meine Trauer ist fast unerträglich! Herzliche Grüsse, Dieter Krogmann”

Und doch wollen oder können viele diese Fakten aus welchen Gründen auch immer so nicht sehen. So schreibt, zum Beispiel, Andreas Tögel (www.hartgeld.com) unter Auslassung der ganzen historischen Wahrheit und der jahrzehntelangen Unterdrückungspolitik Israels über „Die normative Kraft des Faktischen – 66 Jahre Flüchtling?“ u. a. Folgendes: „Dem deutschen Orientalisten und rabiaten Antisemiten Paul de Lagarde (1827 – 1891) verdanken wir folgendes Zitat: >Mit Trichinen und Bazillen wird nicht verhandelt, Trichinen und Bazillen werden auch nicht erzogen, sie werden so rasch und so gründlich wie möglich vernichtet.< Der israelische Premierminister Netanjahu wendet dieses böse Wort gegenwärtig auf „palästinensische“ Terroristen an. Wer könnte sich darüber wundern, angesichts der völligen Sinnlosigkeit von Verhandlungen mit Hamas-Aktivisten, deren erklärtes Ziel in der Vernichtung Israels besteht “.

Weiß Kollege Tögel, was er da schreibt? Ist es so und ist die Hamas gleich Gaza? Wer die wahre Faktenlage kennt, weiß, daß es nicht ganz so ist. Bis heute ist Tel Aviv gegen einen Palästinenserstaat. Ignoriert wird hierzulande immer wieder auch, daß es unter den Palästinensern eine starke christliche Gemeinde gibt. Sind das jetzt schlechtere Christen als jene im Irak oder in Syrien, mit denen man sich zumindest solidarisiert?

Hannah Arendt, die große jüdische Denkerin, hätte ihrer Einschätzung dieses Konflikts ihr „Ich will verstehen“ vorangestellt. Aber genau das passiert hier nicht und anderswo auch nicht. Weil man das gar nicht will oder sich außerstande sieht, Zusammenhänge zu erkennen? Was weiß man denn vom bisherigen Leben einer unter ständigem israelischem Druck stehenden palästinensischen Familie, ihrer bitteren täglichen Not, oder von den Arbeitsbedingungen eines unter unablässiger militärischer Beobachtung stehenden palästinensischen Bauern, dem Israel zudem das Wasser abgräbt? Dazu jetzt weitere israelische Kriegsverbrechen nach jenen von 2008 mit fast 1.500 toten Palästinensern. Was übrigens damals zur Folge hatte, daß die Hamas bei den Palästinensern an Ansehen gewann. Hat man daraus nichts gelernt oder braucht man in Wirklichkeit die Hamas als bösen Buben um die zionistische Eroberungspolitik zu rechtfertigen? So wie man die Antisemiten auch schrecklich vermissen würde.

Ist das nicht längst durchschaubar? Ein Aufschrei der Empörung müßte eigentlich gerade von jener Seite zu vernehmen sein, die ständig Menschenwürde und Menschenrechte einfordert, von den Spitzenpolitikern, den Journalisten, den Künstlern. Allesamt Hosenscheißer? Vielleicht, aber darunter tummeln sich neben Ignoranten auch jede Menge Heuchler. Solche etwa, die sich zuletzt in einer regierungsnahen österreichischen Tageszeitung anläßlich einer lautstarken, teils gewalttätigen antiisraelischen Demonstration in Wien dazu und zu dem Konflikt im Nahen Osten äußerten. Wobei dieselben, von einer Ausnahme abgesehen, Israel, zwar nicht direkt erwähnend, im Schongang abhandelten, während die andere ebenfalls nicht namentlich genannte Seite, gemeint waren wohl die Hamas und die antiisraelischen Demonstranten, die Antisemitismus-und Rassismus Keule zu spüren bekam.

Ein einziger, der Satiriker Werner Schneyder, hatte den Mut, die Dinge einigermaßen richtig und objektiv zu benennen:“Gegen Regierungen zu sein, die den Frieden nicht herbeiführen, ist Menschenpflicht…. Ich leide mit meinen jüdischen Freunden unter der Hamas und der aktuellen Regierung Israels“. Das ist immerhin etwas mehr als sich etwa Kanzler Faymann („Das friedliche Zusammenleben aller Religionen ist mir wichtig“) oder FP-Kreuzritter Strache („Null Toleranz gegenüber Antisemitismus“) zu sagen getrauten. Wobei diese Antisemitismus-Beschwörung, schon seiner meist fälschlichen Auslegung wegen, langsam fad und irgendwann wohl auch die auch in diesem Zusammenhang im Hintergrund allgegenwärtige Instrumentalisierung der Shoa nicht mehr greifen wird. Aber bis dahin könnte man die Gasreserven vor Gazas Küste in Besitz genommen und den Bewohnern von Gaza das Leben dort verleidet haben. Mit allen daraus sich ergebenden Konsequenzen, auch für uns. Dank aktiver Beihilfe der Schlafwandler in der Europäischen Union.

Helmut Müller

Quelle

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