Christian Worch: Ein „Nationaler Sozialist“ für Israel

Christian Worch der hier noch mit dem Palästinenser-Tuch auftrat http://de.altermedia.info/images/Wor…0304Hbg_20.jpg entpuppte sich in den Kommentarspalten von Altermedia als besonders skurriler Israelsolidarist. So gab in einem Thema zum einem Andreas Molau die These „Kampf dem Islam“ aus (Kommentar Nr. 65), während der „Nationale Sozialist“ und NW-Organisator, dann gleich mal konsequenterweise die ganze Katze aus dem Sack ließ: (Kommentar Nr. 87)

Zitat:

„Ich verstehe deine Ausführungen nur, wenn ich voraussetze, daß jemand, der “pro Israel” ist, auch pro-USA ist.
Oberflächlich betrachtet, ist das ein naheliegender Gedanke.

Aber was ist “pro-Israel” ? Laß uns doch mal über folgende Frage diskutieren: Ist die Existenz des Staates Israel für das deutsche Volk bzw. dessen kleiner werdende Reste (nicht: die BRD) nützlich oder nicht?“

Worch sieht, wie man weiter in seinen Auführungen sehen wird, die Existenz Israels als für ein wie er galubt zukünftiges „Deutsches Reich“ nicht nur als nützlich, sondern praktisch als unabdinglich an. Wer aber pro-israel ist muss auch zweifelsohne möchte er politisch irgendwie logisch handeln und argumentieren, auch pro-USA sein. Die Solidarität mit Israel und USA haben Hand in Hand zu gehen, so ist die USA ja bester Bündnispartner und einigen werden auch sagen „Schutzmacht“ Israels. Wenn also die „Existenz“ Israels im „Interesse des Reiches“ ist, so hätte dies folglich auch für die USA zu gelten – denn schließlich handelt es sich um die beiden „Bollwerke“ gegen den „Islamofaschismus“. Dieser wird in Worchs ideologischen Umfeld jedoch nicht wie bei den Neocons und der israelischen Rechtsregierung primär und heuchlerisch als „Bedrohung der Demokratie“ und der „Freiheit“ aufgefasst, sondern als „rassische“ Hauptgefahr. Deswegen verkündet der NW Marl auch das der Islam der „Hauptfeind Europas“ sei. Eine vor allem unter dem NW im Ruhrgebiet weit verbreitete Theorie die sich in der Übernahme eurosibirischer Inhalte ausdrückt. (Faye: Israel kämpft den Kampf der weißen Völker). Das es mit der US-Kritik trotz gegenteiliger Behauptungen nicht immer sehr weit ist zeigte sich unter anderem an einem Beitrag Jürgen Gansels über den Wahlsieg Obamas. Dabei handelt es sich keineswegs um eine antiimperialistische Analyse, sondern um eine abstruse Verschwörungstheorie, die behauptet das es sich bei der Wahl Obamas um eine Verschwörung von Schwarzen und Juden gegen die Weißen gehandelt hätte. Gansel scheint zudem ganz offenbar verwirrt zu sein, da er zuerst (richtigerweise) von der Vernichtung und Verdrängung durch die europäischen „Landräuber“ schreibt, dann aber die Landräuber durch eine „Rassenmischung“ bedroht sieht. Hier scheint etwas nicht ganz logisch zusammenzupassen. Tut es auch nicht, schließlich ist der „Antiamerikanismus“ mancher Kreise im NW natürlich gar keiner. So könnte man dort mit einem Amerika im Sinne eines Henry Ford sehr wohl zusammenarbeiten, wenn es gegen die „Feindreligion“ geht die laut der NPD Saar die ganze Welt auzufressen droht. http://www.npd-saar.de/index.php?s=9&aid=226

Worch jedenfalls argumentiert erst einmal auf einem scheinbar „befreiungsnationalistischen“ Wege wenn er schreibt:

Zitat:

„Argument Nummer eins: Die Juden sind ein Volk. (Sie sind AUCH eine Religionsgemeinschaft; und sie sind noch ein bißchen mehr als beides zusammen, aber sie sind nun mal ein Volk.) Völker haben das Recht auf einen eigenen Staat. Ist das konsensfähig? Wenn ja, dann mögen wir zwar bedauern, daß es Israel geworden ist; vielleicht wäre uns Sansibar lieber oder Canada oder ein US-Bundesstaat, aber die Umsiedlung der isrealischen Juden dorthin wird schlicht und ergreifend nicht möglich sein.“

.

Hier versucht Worch aber Sand in die Augen des Lesers zu streuen. Nun wird es freilich unter Nationalisten Konsens seien das Völker das Recht auf einen eigenen Staat haben, allerdings spricht Worch von einem Staat im Interesse des „Reiches“ und im Interesse des Reiches wäre aus Worchs Sicht ein israelischer Kolonialstaat der als „Bollwerk“ gegen den Islam fungiert. Es geht nicht um einen israelischen Staat der utopischerweise seinen Frieden mit den arabischen Nachbarn und den Palästinensern machen würde, denn dies wäre ja kaum im Interesse der Worchschen Theorie. Alles was Israel schwächt und in einer solchen Denkunsgart den Islam stärkt wäre also nicht im Interesse des Worch-Reiches. Das Worch bei einem Sieg der Araber einen jüdisch-israelischen Zustrom befürchtet, ist erst einmal eine sehr theoretische Frage, da ein solcher Sieg derzeit kaum zu erwarten ist. Mit dem gleichen Argument müsste Worch aber auch darauf hoffen das die USA niemals theoretisch gesprochen „untergehen“ würden, da ein noch größerer Zustrom auf Europa zukämme. In diesem Sinn wäre aber der Einsatz um die „Freiheit der Völker“ nichts weiter als eine heuchlerische Lüge, da sowohl Israel als auch die USA niemals „besiegt“ werden dürften. Worch selbst stellt ohne es klar auszusprechen aber auch die Existenz eines palästinensischen Rumpfstaates (der ja auch kaum Lebenfähig wäre) in Frage.

Zitat:

„Bin ich also “pro-Israel”, weil die weitere Existenz des jüdischen Staates Israel meiner Meinung nach im wohlerwogenen deutschen (nicht: bundesrepublikanischen) Interesse liegt? Unabhängig von der Frage seiner exakten Grenzen; unabhängig von der Frage, daß auch die Palästinenser ein Volk sind und ein Recht auf einen eigenen Staat und nicht nur das “Zwischenkonstrukt” von “Autonomiegebieten” haben.“

http://de.altermedia.info/general/%E…-09_33202.html

Dies ist aber im Grunde das selbe Gequatsche das man auch von einer A. Merkel und einem N. Sarkozy zu hören bekommt. Das aber einer der beiden genannten sich für die Existenz eines Rumpfpalästinas einsetzen würden glauben nur die größten Naivlinge. Es handelt sich um diplomatisches Geschwätz. Also noch einmal: Wenn ein starkes Israel im Interesse Deutschlands liegt, dann läge die Existenz eines palästinensischen Staates logischerweise nicht in seinem Interesse, dann wäre alles zu verhindern was auf eine Schwächung des „Partners“ Israels hinausliefe. An eine solche Allianz dachte aber nicht nur ein Christian Worch, wenn wir für einen Augenblick weiter bei den „Nationalen Sozialisten“ verbleiben wollen, sondern auch der eurosibirische NW-Guru Herbert Schweiger. Als Jürgen Schwab in einer Kolumne auf Schweigers Israel-Bündnispläne einging warf man ihm vor er hätte nur einen Halbsatz aus dem Zusammenhang gerissen. Dabei besteht das Probelm des Textverständnisses offenbar bei den nicht selten antisemitischen Schweiger-Anhängern. Nachdem Schweiger nämlich in „Evolution und Wissen“ breit über die islamische Gefahr schrieb, kommt er schlussendlich zu seinen Bündnisüberlegungen.

Zitat:

„Nach dem alten Grundsatz das der Feind deines Feindes dein Freund sei, ergibt sich eine natürliche Konstellation zwischen Israel und Europa.“

Herbgert Schweiger, Evolution und Wissen

In einem anderen Thema äußerte sich Worch etwas kryptisch, so das nicht ganz klar ist, was eigentlich gemeint war.

Zitat:

„Sicherlich werden sich viele (oder die meisten) Israelis darüber aufregen, wenn wir mit 5.000 oder 8.000 oder 10.000 Mann durch Wunsiedel marschieren. Sicherlich werden böse Kommentare in Ha’aretz etc. stehen, wenn die NPD in Sachsen ein zweites Mal in den Landtag gewählt werden sollte. Aber offensichtlich regen sich bundesdeutsche Gutmenschen darüber erheblich mehr auf. Und nicht allein die Gutmenschen aus Überzeugung, sondern vor allem jene, die an den Futtertrögen des Systems sitzen und von ihm profitieren und in uns eine Bedrohung ihrer so bequemen und lukrativen Situation sehen. Die regen sich mit Sicherheit über die bloße Möglichkeit eines nationalistischen Deutschlands, eines neuen Reiches, mehr auf als die Israelis. Die Israelis würden sicherlich bedauern, keine kostenlosen Atom-U-Boote aus der BRD mehr zu bekommen; aber die könnten sie auch von den USA bekommen… Vielleicht nicht mit ganz der gleichen Qualität, und vielleicht nicht ganz kostenlos, sondern “nur” zum Vorzugspreis, aber bekommen würden sie sie.“

http://de.altermedia.info/general/ca…tml#more-33746

Was will Worch damit sagen? Will Worch dem Leser durch diese nicht ganz klaren Sätze mitteilen das falls die USA einmal unpässlich würden das „Reich“ sicherlich Waffen für Israel liefern würde? Wäre ja auch bei einem Bündnispartner nur logisch. Die Anteilnahme an zionistischen Projekt ist bei Worch so neu auch wieder nicht. So sagte er in einem Interview folgendes:

Zitat:

„Und da habe ich in dieser Richtung nachgeforscht und bin dazu gekommen, daß es im Endeffekt nicht nur eine Frage von Waffen und Massen und Qualität der Waffen ist, sondern eben eine Frage der Motivation. Damals waren ja gerade auch die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, wo sich dann die Parallele aufdrängte: Denn wie hat der Judenstaat es geschafft, sich mit drei Millionen Menschen gegen hundert Millionen Araber siegreich Durchzusetzen? Sich also nicht nur zu behaupten, sondern die in allen Kriegen, egal, welche Seite den nun gerade angefangen oder das provoziert hat, tatsächlich schon fast vernichtend zu schlagen.“

http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2975

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • dieterstockmeier  On 4. August 2014 at 18:09

    Offensichtlich hat aber die Partei „Die Rechte“, bei der C. Worch ja an führender Stelle mitmischt, kürzlich gemeinsam mit Palästinensern gegen den Gaza-Krieg demonstriert. Die Antifa-Seite FCSP-Shop wundert sich dabei regelrecht über „eine sprachliche Zurückhaltung gegenüber Migranten, die für Neonazis ungewöhnlich ist.“
    http://www.publikative.org/2014/07/15/warum-nazis-mit-islamisten-gegen-israel-marschieren/

  • sozrev  On 5. August 2014 at 08:45

    Da gibt es ganz klar einen inhaltlichen Disens zwischen Worch und seiner Parteibasis. Aber diese Aktion war wie man dem Kommentarbereich entnehmen kann auch unter den Worch-Anhängern umstritten.

    http://www.dortmundecho.org/2014/07/transparentaktionen-gegen-israel-im-dortmunder-westen/

  • dieterstockmeier  On 5. August 2014 at 11:59

    Bei den Rechtspopulisten ist ja klar, auf welcher Seite sie stehen. Bei denjenigen, die dem nationalsozialistischen oder nationalrevolutionären Spektrum nahe stehen, scheint mir ein ziemliches Kuddelmuddel zu herrschen. Ich sehe jedenfalls moslemische Antiimperialisten als Verbündete der deutschen NR, und zwar auch dann, wenn sie in Deutschland leben. Aber da ist wohl noch einige Überzeugungsarbeit nötig.

  • sozrev  On 5. August 2014 at 14:47

    Im NR-Lager sehe ich derzeit keine Israelfans.

  • dieterstockmeier  On 5. August 2014 at 19:57

    Vor etwa 9 Jahren hatte jemand im Querfront-Diskussionsforum (Das von „Karl Nagel“) Israel als ein positives Beispiel einer nationalrevolutionären Staatsgründung bezeichnet. Und bei Dol2day gab es auch einige Linksnationale, die – offensichtlich unter dem Einfluss von Robert Kurz – Antizionismus als eine getarnte Form von Antisemitismus bewerteten.
    Heute sehe ich bei einigen Personen, die sich selbst als linksnational bezeichnen, mit einiger Sorge, dass islamophobe Parolen beispielsweise von Udo Ulfkotte, Akif Pirinçci oder PI-News unkritisch verherrlicht werden. Da ist mir die SdV wirklich angenehm aufgefallen.

  • sozrev  On 6. August 2014 at 08:34

    Na ja ich meinte ja auch organisierte NR und nicht einzelne Spinner – Karl Nagel-Anhänger und Mitglieder einer virtuellen Internetpartei. Tatsächtlich waren hier im Kommentarbereich auch schon Leute zugegen die sich selbst als sozialrevolutionär ansahen und eine Pro-Israel-Linie vertraten. Die Pro-Israel-Linie gab es sicherlich auch in Teilen des NWSN. Bei der SdV und Koths AIP wird aber ein antizionistischer Kurs gefahren. Ebenso bei allen bekannteren ausländischen NR-Gruppen.

    Wem es ideologisch interessiert. Es gab einmal eine Strömung im Zionismus die sich als Nationalrevolutionär ansah.

    http://www.worldcat.org/title/nationalrevolutionarer-zionismus-untersuchung-und-proklamation/oclc/17542731

    Als Person zu nennen wäre Ber Borchorov und seine Schrift das Klasseninteresse und die nationale Frage.

    http://books.google.de/books/about/Die_Klasseninteressen_und_die_nationale.html?id=6e33OQAACAAJ&redir_esc=y

    Ich persönlich interpretiere Israel als letztes Überbleibsel des alten kolonialistischen Nationalimperialismus. Israel ist der einzige völkische Staat innerhalb der WWG.

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