Syrien-Konflikt: Zahl der aus Deutschland ausgereisten Islamisten steigt auf über 400

Berlin/Damaskus. Die Anzahl der aus Deutschland ausgereisten und in Syrien gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad kämpfenden Islamisten ist nach Angaben des Verfassungsschutzes auf über 400 gestiegen.

“Wir wissen mittlerweile von über 400 Ausreisen”, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, der Nachrichtenagentur dpa. Zahlreiche Personen seien inzwischen aus dem Kampfgebiet wieder in die Bundesrepublik zurückgekehrt, so Maaßen weiter. “Unter den zurückgekehrten Dschihadisten sind auch etwa 25 Personen, die Kampferfahrung in Syrien gesammelt haben”, erklärte der Verfassungsschutz-Chef. Allerdings seien dem BfV derzeit keine Anhaltspunkte darüber bekannt, “daß diese Personen einen konkreten terroristischen Auftrag in Deutschland verfolgen.”

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehört einer britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an, die sich auch untereinander gegenseitig bekämpfen. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch mehrere tausend der kämpfenden Islamisten aus Mitgliedsstaaten der EU. Aus Deutschland sind über 400 Personen – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang 30 davon sind nach Berechnungen von ZUERST! in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: Bislang sind zwei Fälle bekannt, in denen sich deutsche Kämpfer des “Islamischen Staats” als Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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