Der Senator und der Kalif

Der Trotzkist Anton Holberg meinte jüngst auf der linken Internetplattform „scharf links“ das es sich bei denjenigen um „Verschwörungstheoretiker“ handele die darauf hinweisen das es sich bei der salafistischen Terrorgruppe ISIS/IS um eine von den USA geförderte Gruppierung handele. Das Holberg das US-Angreifen im Irak unter Rückgriff auf Robert Kurz unterstützt und zwar mit dem Hinweis das die ISIS-Terrormiliz noch reaktionärer als die USA seien, dies sollte hier nur kurz erwähnt werden.

So schreibt Holberg etwa: „Dass die grundlegende Lösung wesentlicher Konflikte die Schaffung einer anderen Weltordnung (ökonomisch und politisch) notwendig macht, bleibt dabei unbestritten. Aber einer solchen Welt kommt man m.E. nicht unbedingt näher, in dem man im Hier und Heute die Notwendigkeit der Eindämmung der krassesten Auswüchse der bestehenden Weltordnung ignoriert, die Notwendigkeit, z.B. dem Rückfall in die reine Anarchie (im bürgerlichen Sinn des Wortes) und Barbarei (die „Barbaren“ des Altertums mögen die Fragwürdigkeit des Vergleichs mit der aktuellen Neuauflage in pervertierter Form entschuldigen) Paroli zu bieten.“

Nun handelt es sich bei diesem Faktum keineswegs um eine Verschwörungstheorie. Derzeit kursiert im Internet ein Bild aus dem Mai 2013 welches den US-Senator und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der US-REP John McCain bei einem netten Plausch in Syrien ausgerechnet mit dem Kalifen der ISIS zeigt.

Siehe: http://koptisch.wordpress.com/2014/08/11/is-kalif-abu-bakr-albaghdadi-mit-mccain-keine-verschworungstheorie/

Im Mai 2013 reiste der Senator John McCain illegal in die Nähe von Idlib in Syrien, über die Türkei, um sich dort mit Führern der „bewaffneten Opposition“ zu treffen. Seine Reise wurde erst nach seiner Rückkehr in Washington bekannt. Auf den damals veröffentlichen Fotografien, stellte man die Gegenwart von Mohammad Nur fest, Sprecher der Sturm-Brigade vom Norden (von der Al-Nusra-Front, also Al Kaida in Syrien), die 11 libanesische schiitische Pilger entführt hatten und in Azaz festhielten.

Auf dem nun auftgetauchten Photo kann man nicht nur Saleh Ibrahim, den Chef der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) sehen sondern auch Ibrahim al-Badri, auch bekannt unter dem Namen Abu Bakr al-Baghdadi.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Abu_Bakr_al-Baghdadi

Seit Oktober 2011 stand Ibrahim al-Badri, alias Abu Du’a auf der Liste der fünf meistgesuchten Terroristen von den Vereinigten Staaten (Rewards for Justice). Eine Prämie bis zu 10 Millionen US-Dollar wurde demjenigen angeboten, wer bei seiner Festnahme behilflich sein würde.Nach der Rückkehr von dieser überraschenden Reise behauptete John McCain, dass alle verantwortlichen Militärs von der freien syrische Armee „Gemäßigte wären, denen wir vertrauen können.

Siehe: http://www.rewardsforjustice.net/english/most-wanted/all-regions.html

John McCain ist nun ein besonderer Experte wenn es um nette Pläuschen und Treffen mit Schurken und WWG-Banditen geht.

Siehe: http://www.salon.com/2014/02/25/is_the_us_backing_neo_nazis_in_ukraine_partner/

McCain beweist eine besondere Art von Humor wenn er nun von Obama ein noch exzessiveres Vorgehen gegen die ISIS im Irak verlangt und seinen alten Gesprächspartner, den ISIS-Terrorchef mittels eines „Kreuzzuges“ bekämpfen möchte. Die ISIS mit der er fröhlich zum Zweck des Kampfes gegen Assad konferierte nennt der US-Scherzbold nun die „gefährlichste Terrororganisation der Welt“.

In der Jungen Welt wusste nun Nick Brauns auch zu berichten das es mit dem Kampf der kurdischen Peschmergas gegen die ISIS nicht ganz so ernst sein kann. Bei einem Geheimtreffen, dem unter anderem die Türkei den Segen gegeben habe, seien neben kurdischen Gruppen auch die ISIS anwesend gewesen. Man habe sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die schiitische Zentralregierung geeinigt.

Siehe: http://www.jungewelt.de/2014/07-07/028.php?sstr=

Über die ISIS-Verbindungen des US-Imperialismus packte bereits im Juli ein Al Kaida-Aussteiger aus. So sagte Anfang Juli in Beirut Nabil Naeem, ein ehemaliger Kommandeur der Al-Qaida, im arabischen Nachrichtensender Al-Mayadeen, daß alle heutigen Einheiten des Netzwerks einschließlich IS derzeit für die CIA arbeiteten. Der „Islamische Staat“ sei Teil einer Strategie für den Mittleren Osten, die „Hornissennest“ genannt werde. Demnach sollen Dschihadisten aus aller Welt nach Syrien geschleust werden, um den Eindruck zu vermitteln, daß Israel von Feinden an allen seinen Grenzen umgeben sei. Schon 1982 hatte das israelische Außenministerium in einem Strategiepapier den Vorschlag entwickelt, „daß alle arabischen Staaten in kleine Einheiten zerbrochen“ werden sollten. Syrien, Irak und schließlich auch der Libanon sollten „in ethnische und religiöse Gebiete“ aufgelöst werden.

Das „grüne Licht“ für die Operation von IS im Irak sei am Rande des Energiegipfeltreffens des der US-Administration nahestehenden „Atlantic Council“ in Istanbul im November 2013 gegeben worden, berichtete ein Vertrauter des libanesischen Politikers und Multimilliardärs Saad Hariri, der an dem Treffen teilgenommen hatte, dem US-Nachrichtenportal NSNBC. Plan der Schöpfer des „Islamischen Staats“ war demnach, daß sich die Gruppe, deren Einsatz aus der US-Botschaft in Ankara gesteuert werde, durch den Verkauf syrischen Erdöls selber finanzieren sollte. Das gestohlene Öl sollte demzufolge über den Irak und die kurdischen Gebiete in die Türkei zum Mittelmeerhafen Ceyhan transportiert und verkauft werden. Die Pläne scheiterten bislang offenbar an der Weigerung des irakischen Präsidenten Nuri Al-Maliki. Wäre Bagdad in der Sache »kooperativer« gewesen, hätte sich der Westen vielleicht nicht gegen den Regierungschef gewandt, so der Hariri-Vertraute. Der IS-Einsatz werde aus der US-Botschaft in Ankara gesteuert.

Währenddessen mobilisiert die „pazifistische“ Linkspartei weiter kräftig für dieses miese Spiel des WWG-Imperialismus unter dem Oberkommando der USA. Dominic Heilig der Sprecher des sogenannten „Forums Demokratischer Sozialismus“ forderte in einem Beitrag im „Neuen Deutschland“ unter der Überschrift „Ein UN-Einsatz gegen Grausamkeiten“ das im Namen des Menschenrechtsimperialismus auch deutsche UN-Blauhelme in den Irak geschickt werden sollten. „Die Linkspartei darf sich in der Debatte nicht wegducken“, so Heilig. Die Linkspartei darüber diskutieren, „ob nach Abwägung aller Umstände und Informationen, die nunmehr auch durch unabhängige nichtstaatliche Organisationen vorliegen, ein Einsatz der Vereinten Nationen zum Schutz der Geflohenen und den quasi in IS-Geiselhaft befindlichen Menschen in der Region gerechtfertigt wäre.“

Ganz ähnlich auch der Chefredakteur des „Neuen Deutschland“. „Realistisch betrachtet erscheinen derzeit nur die USA willens und in der Lage, militärisch wirklich Entscheidendes gegen die IS-Milizen auszurichten“, so Tom Strohschneider im Neuen Deutschland (13. August 2014). Strohschneider sprang dem Linksfraktionschef Gysi zur Seite, der sich für ein militärisches Engagement an der Seite Washingtons stark gemacht hatte mit folgenden Worten zur Seite: „Der Linksfrak­tionschef bewegt sich dabei an jene Grenze, an der angesichts von Verbrechen auch Linke nicht umhinkommen zu sagen, was nötig sein könnte, ›um größeres Unheil zu verhindern.“ In diesem Sinne hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Spitze der Linkspartei – Gysi, Riexinger und Kipping: „In dieser akuten Situation der Bedrohung von Hunderttausenden muss die internationale Gemeinschaft in der Region mit einer Stimme sprechen und handeln.“

Verfasser: Sozrev

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