NPD-Bürgerblock Halluzinationen

In Thüringen stehen wieder einmal Wahlen an. Die Linkspartei unter Bodo Ramelow kann sich nicht ganz unberechtigt Hoffnungen darauf machen nun zum ersten mal in einem Bundesland den Ministerpräsidenten zu stellen. Als Partner steht die SPD an, aber eventuell falls es nicht reichen sollte auch die Grünen. Die rechtsliberale und rechtsliberale AfD liegt im Umfragen bei 5 Prozent, während die NPD nur mehr auf etwa 2 Prozent kommt. Bei der letzten Landtagswahl hatten die Nationaldemokraten immerhin noch 4,3 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Viele NPD-Wähler werden nun entweder zur AfD oder in das Lager der Nichtwähler wechseln.

Dies liegt nun aber nicht nur an der AfD sondern in erster Linie an der nationalkapitalistischen Linie der Thüringer NPD. Der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der NPD in Thüringen, der Ex-“Nazi“ und „Dönerbomber“ Patrick Wieschke

…Siehe:http://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_Wieschke

…hat nun jedenfalls in einem Videoappell deutlich gemacht das die NPD gerne Teil eines „antibolschewistischen“ Bürgerblocks sein möchte. Es drohe nun eine „kommunistische“ Machtübernahme wenn Ramelow Ministerpräsident würde, ja eine „Rückkehr“ zur DDR. Ramleow, die Linkspartei und die SPD würden dann zu solchen „bolschewistischen“ Mitteln greifen wie „staatliche Eingriff in die freie Wirtschaft“.

Siehe: http://youtu.be/advdn8lX2_Y

Nun hat sich der Dönerbomber zum rechten Sozialstaatsgegner gemausert weil nun im gegenwärtigen Kapitalismus staatliche Eingriffe in die freie Marktwirtschaft im Rahmen der immer mehr verschwindenden sozialen Marktwirtschaft an der Tagesordnung sind. Unter Adenauer und Brandt wurde der Sozialstaat als Schutzfunktion gegen etwaige sozialistische Revolten eingeführt. Die teilweise Umverteilung im kleinen diente der Berichtigung der größten Verwerfungen im kapitalistischen System. Nach dem Wegfall des Sozialismus im Osten des europäischen Kontinentes wurde der Sozialstaat immer mehr demontiert, wobei der Neoliberalismus hegemonial wurde. Wer sich nun gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaftsordnung der freien Marktwirtschaft ausspricht ist entweder Neoliberaler oder Libertärer, da selbst die Unionsparteien solche staatlichen Eingriffe im kleinen als notwendig erachten um das System des Kapitalismus einigermaßen zu stabilisieren.

Im Sinne des rechten Antibolschewismus bieten sich die beiden NPD-Neonazis Wieschke und Heise der CDU und der AfD als Bolschewismusverhinderungspartei an. Dieser rechte Bürgerblock soll von der bürgerlichen Mitte (CDU), der rechtsliberalen AfD bis hin zur „radikalen“ NPD reichen. Wobei der Radikalismus der NPD in Thüringen wohl eher auf ein radikales Rechtsbürgertum beschränkt bleibt. Auf solche Angebote werden die CDU nun aber höchstens mit Verbotsforderungen und die AfD mit Schweigen und Nichtbeachtung antworten. Udo Voigt und Konsorten sind schon hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit der AfD auf Bundesbene gnadenlos abgeblitzt.

Siehe:

http://www.npd.de/suchen/detail/3652

http://www.welt.de/politik/deutschland/article115245901/NPD-umschmeichelt-die-D-Mark-Partei.html

Wer Antikommunist ist der wird entweder CDU oder AfD wählen, da eine Stimme an die NPD zumindest in Thüringen eine verlorene Stimme sein dürfte. Für die Wähler aus den sozialen Unterschichten, der Arbeiterklasse und dem Kleinbürgertum wird die NPD nun sowieso unwählbar, da sie sich als sozialreaktionäre Partei demaskiert hat. Hinter dem vorgeblichen „Nationalen Sozialismus“ der Heises und Wieschkes steckt nun nichts anderes als ein rabiater Antisozialismus der sich gar als Wirtschaftsradikalismus äußern kann. „Sozial geht nur National!“ wird so zu einem demagogischen Wählerbetrug, der von vielen Wählern schon längst durchschaut wurde, da sich bei der NPD-Thüringen weder Forderungen nach einer Vermögenssteuer, einer Börsenumsatzsteuer, einer stärken Besteuerung der Vermögen der Reichen und Mächtigen, der Kapitalistenklasse finden. Von einem Infragestellung des kapitalistischen Systems, also der Forderung nach Vergesellschaftung der Produktionsmittel kann schon erst recht nicht die Rede sein.

Ähnlich sozialreaktionär und demagogisch äußert sich die NPD auch in Sachsen.

Siehe: http://www.npd-leipzig.net/blog/2012/10/19/vermogenssteuer-als-ideologisches-alibi-linker-gutmenschen/

Die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag beruft sich zudem ausgerechnet auf den eurosibirischen Prozionisten und Sozialstaatsgegner Faye.

Siehe: http://www.npd-fraktion-sachsen.de/euro-krise-wulff-ruecktritt-und-drohender-soziooekonomischer-kollaps-der-brd-parteienstaat-vor-dem-ende/

Zu Faye …https://sachedesvolkes.wordpress.com/2012/12/20/volkische-wege-und-irrwege-2/

Die antisozialistische rechtsbürgerliche Warnung vor einer angeblichen Wiederkehr der DDR zieht in Mitteldeutschland zudem kaum. Laut Umfragen bewerten bis zu 70 Prozent der Mitteldeutschen die DDR im Grunde positiv und bemängeln lediglich das eine gute Idee – der Sozialismus – schlecht umgesetzt wurde. Die stukturellen DDR-Anhänger findet man nun nicht nur in der Wählerschaft der Linkspartei und der SPD, sondern dieses Gefühl reicht bis hinein in das bürgerliche Lager. Selbst viele AfD-Protestwähler dürften mit Ulrich und Erich sympathisieren. Noch größer dürfte der Anteil unter den (ehemaligen und derzeitigen) NPD-Wählern sein. Nur bei FDP und Grünen dürfte man auf vergleichsweise wenige Sozialismus-Gutheißer treffen.Eigentlich müssten sich also die Antisozialisten Heise und Wieschke an diese wenden – was aber ein ziemlich nutzloses Unterfangen sein dürfte.

Viele Ex-Bürger der DDR und auch solche die nun die DDR nicht aktiv miterlebt hatten, weil sie zu jung sind, erinnern sich an die vielen positiven Seiten der DDR: Ein garantiertes Recht auf Arbeit, relativen Wohlstand, eine gut ausgebaute Gesundheitsversorgung und eine geringe Ausländerbeschäftigung. Zudem war man in der DDR nicht in die westliche Wertegemeinschaft eingebunden und selbst nationale Parteien – sofern sie sich auf die DDR verpflichteten – waren anders als in der BRD nicht verboten oder vom Verbot bedroht sondern stellten Staatssekretäre.

Siehe: http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?NDPD

Auf die Idee das unter Bodo Ramelow all diese Vorteile der DDR „drohen“, darauf können nur antikommunistische Schmalspur-Dumpfbacken kommen. Die linksliberale Ramelow-Linkspartei steht für Reformismus, Sozialstaatsabbau, Multikultiwahn und Eingliederung in die Westliche Wertegemeinschaft. Ramelow Mitglied der zionistischen Deutsch-Israelischen-Gesellschaft hatte beispielsweise den US-Imperialisten in Afghanistan „Feigheit“ vorgeworfen und sich gegen einen Abzug der NATO-Besatzungstruppen ausgesprochen. Ramelows-Politik dürfte von derjenigen von CDU und SPD höchstens in Nuancen zu unterscheiden sein. Die mitteldeutschen Landesverbände der Linkspartei sind kaum als „sozialistisch“ oder gar „kommunistisch“ zu bewerten. Der Nationalmarxist Michael Nier wirft der Linkspartei durchaus zu Recht „Antimarxismus“ vor.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Schwab  On 22. August 2014 at 14:13

    Heute Morgen in „Bayern 5“ gehört: Laut einer Umfrage soll die NPD dicht vor dem Wiedereinzug in den Sächsischen Landtag stehen: NPD 5 Prozent, AfD 7 Prozent.

  • sozrev  On 22. August 2014 at 15:07

    In Thüringen und Brandenburg liegt man bei jeweils 2 Prozent.

  • Carabus violaceus  On 25. August 2014 at 14:21

    Meine Mutter war sogar in der NDPD! Sie war aber ansonsten poitisch eher desinteressiert. Dagegen war mein Vater bei der SED, beide waren aber nur auf kommunal-gemeindlicher Ebene tätig. Sie gehören zu den national gesinnten Linken, die täglich von solchen „Berufsantifaschisten“ wie Ramelow oder Caren Lay hinters Licht geführt werden.

  • Taxifahrer  On 25. August 2014 at 14:35

    Wie passte es eigentlich zusammen das die NDPD u.a. für eine Bodenreform und Enteignung der Konzerne stand, nach dem Zusammenbruch der DDR das Gros der Mitglieder in die FDP wechselten?

  • Carabus violaceus  On 25. August 2014 at 14:52

    Weil es immer wieder Leute gibt, die gerne ihren Balg wechseln und die Nase nach dem Wind drehen. Angela Merkel war auch gerne in der FDJ.

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