Das „weiße Europa“ als Vorhut der USA – Eine Kolumne von Jürgen Schwab

Von Jürgen Schwab

Seit geraumer Zeit ist in mir die Überzeugung gereift, daß ein Teil der Völkischen strukturell pro-westlich ist. Nun kam der Beweis durch die „Deutsche Stimme“ frei Haus. In ihrer August-Ausgabe gibt Anatoli Iwanow im Gespräch seine Entscheidung im „Kampf der Kulturen“ bekannt: der Islamismus ist der Feind, es könne mit ihm keine Verhandlungen geben.

Nun sollte man einer Zeitung nicht den Standpunkt eines Gesprächspartners zuordnen. Nachdenklich stimmt allerdings, daß es zur Islamophobie Iwanows von der Redaktion keine kritische Rückfrage gegeben hat. Zudem ist der Kontext des Gesprächs aufschlußreich. Iwanow berichtet über einen Kongreß in Rußland, an dem mehrere europäische Rechte teilgenommen hatten. Mit dabei waren unter anderem die Franzosen Guillaume Faye und Pierre Vial und der Deutsch-Franzose Pierre Krebs. Allen drei ist gemein, daß sie sich hauptsächlich mit Rassentheorien befassen und ausschließlich auf der Grundlage des „Mythos des Blutes“ (Pierre Krebs) das weiße Europa vor den asiatischen und afrikanischen Horden zu retten gedenken.

Daß bei einer alleinigen Fixierung auf den Rassenbegriff – vor allem in der außenpolitischen Betrachtung – nur Unsinn herauskommen kann, fällt den Herren natürlich nicht auf. Der Hauptfeind der drei ist somit der Islamismus, den USA wirft man vor, zu wenig weiß zu sein. Mit einem weißen Amerika – a la Henry Ford („Der internationale Jude“) – ließe sich hingegen gut gegen den Ansturm der farbigen Völker zusammenarbeiten. Daß an dem Irrsinn, Außenpolitik nach rassischen Kriterien zu gestalten, bereits Hitler gescheitert ist, woran nicht die Übermacht seiner Feinde, sondern ausschließlich er selbst schuld gewesen war, wird nicht zur Kenntnis genommen. So darf es nicht verwundern, daß ihr russischer Weggefährte Iwanow in der „DS“ zu dem fatalen Ergebnis gelangt:
„Im Mittelpunkt der [russischen] Konferenz stand die Frage: Ist der Zusammenstoß der Zivilisationen Erfindung oder Wirklichkeit. Die Mehrheit war sich einig: Es handelt sich um eine grausame Wirklichkeit. Während die ‚Antifaschisten‘ tapfer gegen ein Gespenst kämpfen, schwebt der Frieden in der ganzen Welt in Todesgefahr. Der Hauptfeind der europäischen und aller anderen Zivilisationen ist der kampflustige Islamismus. Keine Versöhnung mit diesem Feind, kein Dialog ist mit ihm möglich. Wenn wir Verhandlungen vorschlagen, empfindet er das als ein Zeichen der Schwäche.“

Nun ist endlich der Beweis für die Politikunfähigkeit von Teilen der „europäischen“ Rechten erbracht. Das Ergebnis führt nämlich nicht nach Europa, sondern nach Amerika. Die Wahrheit ist: Der „Kampf der Kulturen“ ist den islamischen Nationen von den USA und Israel aufgezwungen worden. Und was macht Iwanow? Er ergreift unausgesprochen Partei für die USA, indem er in dem Islamismus den unversöhnlichen Hauptfeind markiert.

Daß es „den Islam“ als politische Adresse gar nicht gibt, fällt diesen Herrschaften gar nicht auf. Die arabische und islamische Welt ist in nationaler, staatlicher und konfessioneller Hinsicht mindestens so differenziert und uneins wie die Europäer. Aber die USA brauchen dieses Gespenst des „Islamismus“, um die Europäer brav an ihrer Leine zu halten. Daß manch weißer Rassentheoretiker sich artig in die Logik des Westens einreiht, ist die traurige Wirklichkeit. Daß die Rettung Europas mit dem Bruch der von den USA vermittelten westlichen „Werten“ beginnen müßte, ist die Wahrheit, die mit der Ideologie der „weißen Völker“ verschleiert wird. Zu den „weißen Völkern“ zählen nämlich unsere ärgsten Feinde – jenseits des Kanals und auf der anderen Seite des großen Teichs.

Es ist schon komisch: Während die islamische Hisbollah im Libanon dem Zionismus die Stirn bietet, meint das „weiße Europa“, man könne mit solchen „Islamisten“ nicht einmal verhandeln. Aber keine Angst: Mir geht es hier nicht um eine Verschwörungstheorie im Stile von „cui bono – wem nutzt es? –, diese Herrschaften würden für CIA und Mossad arbeiten! Alles Unsinn. Die Erklärung ist viel einfacher: Sie arbeiten natürlich für den Westen, aber ohne Auftrag.

Als Erkenntnis bleibt: Wer sich nur mir Rassentheorien beschäftigt, hat noch lange nicht das Politische verstanden. Deshalb wird er immer im Schepptau der USA bleiben. Wenn man die Leute dann zur Rede stellt, versuchen sie mit „einflußreiche Kreise“ vom Thema abzulenken. Aber warum sollen „einflußreiche Kreise“ dafür verantwortlich sein, wenn das „weiße Europa“ US-Propaganda verbreitet?

Anhang:
DEUTSCHE STIMME im Gespräch mit Anatoli Iwanow:

»Ich halte einen Zerfall des heutigen Europa für keine Tragödie«
Im Gespräch mit Anatoli Iwanow

DS: Herr Iwanow, Sie waren Mitorganisator einer vom 8. bis 11. Juni durchgeführten Konferenz, die unter dem Motto »Die Zukunft der weißen Völker« stand. Wer traf sich hier und was wurde besprochen?

Iwanow: Aufrichtig betrachtet, war Guillaume Faye wahrer Urheber dieser Konferenz. Nach seiner ersten Rußlandreise im vorigen Jahr war er von unserem Land so bezaubert, daß er, sogar ohne unser Wissen, begann, seine Freunde einzuladen, sich in Rußland zu treffen. Das schuf große Schwierigkeiten: Wir haben kein Geld, um solche Veranstaltungen zu organisieren, auch keine reichen Spender und, das ist leider selbstverständlich, keine Unterstützung der Behörden.
Bis zur letzten Minute zweifelten wir: Wer wird kommen und wer nicht, zumal viele unserer Gäste finanzielle und Visaprobleme hatten. Und trotzdem fand die Konferenz statt und war von Erfolg geprägt. Unsere Gäste und Vortragenden waren: Pierre Vial (»Terre et Peuple«, Frankreich), Gulliaume Faye (Frankreich), Jann-Ber Tillenon (Bretagne, Frankreich), Pierre Krebs (Thule-Seminar, Deutschland), Enrique Ravello (»Tierra y Pueblo«, Spanien), Jose Maria Alvarez (Spanien), Gerhoch Reisegger (Österreich), Elefterios Ballas (Griechenland), Galina Losko (Ukraine) und David Duke (USA). Rußland wurde vertreten durch Anatoli Iwanow (»Synergon«), den Rassenkundler Wladimir Awdejew und Pawel Inlajew, Redakteur der Zeitschrift Athenaeum.

Darüber hinaus wurden die Redebeiträge der nicht anwesenden Delegierten verlesen. Es handelte sich um die von Silvano Lorenzoni (Italien), Robert Steuckers (»Synergies européenes«, Belgien) und Anton Ratschew (Bulgarien).
Der Meinungsaustausch war kein Selbstzweck. Ich möchte in diesem Zusammenhang einen etwas veränderten Vers anführen: »Wir haben lang’ genug geklagt. Nun wollen wir endlich handeln.« Natürlich, man muß nicht blindlings handeln. Es gibt eine französische Zeitschrift mit einem guten Namen: Reflechir et Agir. Diese Reihenfolge ist wichtig: zuerst überlegen und dann handeln. Andererseits haben wir nicht die Zeit, um so lange wie Hamlet zu überlegen.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage: Ist der Zusammenstoß der Zivilisationen Erfindung oder Wirklichkeit. Die Mehrheit war sich einig: Es handelt sich um eine grausame Wirklichkeit. Während die »Antifaschisten« tapfer gegen ein Gespenst kämpfen, schwebt der Frieden in der ganzen Welt in Todesgefahr. Der Hauptfeind der europäischen und aller anderen Zivilisationen ist der kampflustige Islamismus. Keine Versöhnung mit diesem Feind, kein Dialog ist mit ihm möglich. Wenn wir Verhandlungen vorschlagen, empfindet er das als ein Zeichen der Schwäche.

DS: Wie drückt sich der Abstieg der weißen Völker aus?

Iwanow: Anerkannte Anthropologen beschrieben unsere Krankheiten in zahlreichen Büchern über die Rassengeschichte der alten Griechen und Römer. Das erste Zeichen der biologischen Entartung lautet: die Geburten- ist niedriger als die Sterbeziffer. Rußland beispielsweise verlor im vorigen Jahr nach diesem Verhältnis 700.000 Menschen, was unseren »Liberalen« Freude bereitet. Das zweite Zeichen: Wenn Menschen die Ehe eingehen wollen, fallen sie der Wahllosigkeit anheim. Die Talente verschwinden und, was noch schlimmer ist, die Leute lassen den Mut sinken. Schon Goethe sagte: »Mut verloren, alles verloren.«

Anatoli Iwanow

* Iwanow wurde 1935 in Moskau geboren und studierte dort Geschichte. Zwischen 1959 und 1981 saß Iwanow »wegen antisowjetischer Tätigkeit« sieben Jahre im Gefängnis und wurde in die Verbannung geschickt. Iwanow veröffentlichte zahlreiche Bücher zur philosophischen und politischen Themen und war wissenschaftlicher Berater des »Geopolitischen Ausschusses« der Duma. 1997 trat er mit einer Moskauer Abteilung an die Spitze der europäischen Vereinigung »Synergon«. Er ist außerdem als Übersetzer tätig. Sein 1978 erschienenes Buch »Logik des Albtraums – Stalin und der große Terror« liegt seit 1996 beim »Verlag der Freunde« in deutscher Übersetzung vor.

Quelle: DS 08/06

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Kommentare

  • Germanophob und stolz drauf  On 28. August 2014 at 14:50

    Ein kurzer Lehrgang zur Sache des Volkes zu den Schuldfragen des 20. und des 21. Jahrhunderts

    „Daß an dem Irrsinn, Außenpolitik nach rassischen Kriterien zu gestalten, bereits Hitler gescheitert ist, woran nicht die Übermacht seiner Feinde, sondern ausschließlich er selbst schuld gewesen war, wird nicht zur Kenntnis genommen.“

    Der Hitler war’s. Ausschließlich.

    „Die Wahrheit ist: Der „Kampf der Kulturen“ ist den islamischen Nationen von den USA und Israel aufgezwungen worden.“

    „USrael“, vulgo: die Juden war’n’s. (Und der Iwanow deckt’s, zum Schaden der Sache des Volkes.)

  • sozrev  On 28. August 2014 at 16:58

    Also wir haben doch von einem anderen Posting gelernt das alle Juden die Israel kritisieren gar keine echte Juden sind, weil Antideutsche im Sinne von Göring darüber entscheiden wer Jude sein kann und wer nicht. Insofern können wir gar nicht die Juden gemeint haben, da nach dir jeder israelkritische Jude kein Jude sei und bekanntlich die Mehrheit der Juden der Politik Israels eher kritisch gegenüber stehen. Aber vielleicht lädt man Antideutsche wie Sören P mal zu einer solchen Rassenkoferenz wie oben erwähnt ein.

    http://www.left-action.de/incipito/rechts.php?artikel=137

  • sozrev  On 28. August 2014 at 17:08

    Zu empfehlen wären solche Schwachköpfe wie Martin Dornis.Der könnte Faye und Krebs erklären warum Hitler der Erfinder des Antirassismus sei.

  • Germanophob und stolz drauf  On 28. August 2014 at 21:21

    Vielleicht könnte ja die „Sache des Volkes“ einmal argumentativ darlegen, inwiefern die (berechtigte oder unberechtigte) Kritik Sören Pünjers am ‚Antirassismus‘ (einschließlich der Behauptung, bereits im Hitlerismus fänden sich Züge einer (kulturrelativistischen) ‚Fremdenfreundlichkeit‘, die den Kernbestand des ‚Antirassismus‘ ausmachten) den Bahamas-Autor als einen Rassisten überführt. An dieser Stelle möchte ich gar nicht darauf herumreiten, dass es als kurios erscheint, wenn ein aus dem NPD-Milieu hervorgegangenes Organ wie Ihre „Sache des Volkes“ den Israelhassern aus dem linksextremistischen Milieu ausgerechnet darin folgt, dass Bahamas eine besondere Affinität zu Rassismus und Faschismus, ja, sogar zum Nazismus aufweise. Vielmehr interessiert mich, in welcher Weise diese These außerhalb des einschlägig bekannten Zitatenfälscher-Kartells der extremen Linken „argumentativ“ begründet wird. 🙂

  • Thomas Wagner  On 29. August 2014 at 00:31

    „Dass die Rettung Europas mit dem Bruch der von den USA vermittelten „westlichen Werte“ beginnen muesste, ist die Wahrheit, die durch die Ideologie der „weissen Voelker“ verschleiert wird. Zu den „weissen Voelkern“ zaehlen naemlich unsere aergsten Feinde – jenseits des Kanals und auf der anderen Seite des grossen Teiches.“

    Dieser Bruch und die erwaehnte Feinderkennung sind ohne Zweifel die unerlaesslichen Grundvoraussetzungen fuer einen Wandel im Sinne eines national denkenden Menschen. Hierfuer ist es zuvor wiederum zwingend erforderlich sich bewusst zu machen in welchem System man ueberhaupt lebt, aus welchen aufeinander einwirkenden Komponenten diese komplexe Herrschaftsstruktur besteht und welche Interessen verfolgt werden. Ohne dieses Systembewusstsein ist es schlicht und ergreifend nicht moeglich zu verstehen warum die Dinge nunmal so sind wie sie sind. Es geht einem dann so wie den im Artikel genannten Rassentheoretikern, welche, von irrealen Praemissen ausgehend, immer und immer wieder, wie in einer Endlosschleife, zu grundlegend falschen Schlussfolgerungen kommen.

  • sozrev  On 29. August 2014 at 07:28

    Nun die Bahamiten Logik ist gar nicht so schwer zu verstehen. Antirassismus in allen Denkweisen dient der Delegitimation Israels und des Westens. Rassismus sei aber emanzipatorisch, ausgehend auf das Denken der Aufklärung, weil es laut Bahamas den bürgerlichen Staat begründete. Also ich werfe Antideutschen nicht Rassismus, im Sinne einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise vor sondern Chauvinismus, wobei dieser als emanzipatorisch unter das Publikum gebracht wird.Beim Rassismus gilt es zu unterscheiden ob man einzelne Rassen in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert und wertschätzt oder aber chauvinistisch abwertet – wie Dummfaschisten oder Antideutsche.

  • Germanophob und stolz drauf  On 29. August 2014 at 14:57

    Welche „Rasse(n)“ werten wir Antideutschen denn chauvinistisch ab? Etwa die djihadistisch-neonazistisch-linksextreme Mischrasse der Judenhasser, pardon: Israel-Kritiker?

  • Schwab  On 30. August 2014 at 10:16

    Da wünsch ich mir den Rieger zurück. zumindest in der Außenpolitik.

  • sirius  On 31. August 2014 at 06:55

    So islamophil ist die politische Klasse und die Think Tanks(Kein Unterschied zu Herrn Julius Evola, Elsässer,Schwab und Co,die machen Oriental-Romantik à la Karl May)

    Islam, ISIS, and the Forced Conversion of Yazidis

  • Schwab  On 31. August 2014 at 10:28

    Richtig, ich hatte als Jugendlicher Karl May gelesen. Kara Ben Nemsi war mein Vorbild.

    Siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kara_Ben_Nemsi

    Später, als ich mich mehr mit Geschichte befaßte, wurde der Stauffer-Kaiser Friedrich II. mein Vorbild, der im Rahmen eines friedlichen Kreuzzugs mit den Muselmanen in einen Dialog eintrat.

    Siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug_Friedrichs_II.

    Aber mit ISIS kann ich wirklich nichts anfangen. Als deutscher Außenpolitiker würde ich ein Bündnis mit Rußland eingehen und im Nahen Osten den „Schiitischen Halbmond“ unterstützen.

    Siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schiitischer_Halbmond

  • Taxifahrer  On 1. September 2014 at 07:32

    @Schwab:
    „Und ist es wirklich wahr, Sihdi, daß Du ein Giaur bleiben willst, ein Ungläubiger, welcher verächtlicher ist als ein Hund, widerlicher als eine Ratte, die nur Verfaultes frißt?“

    Der Orientzyklus gefiel mir immer schon besser als die Winnetou/Old Shatterhand Reihe.

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