Regierungsdummfaschismus

In mehren Beiträgen hatten die Internetplattform Altermedia behauptet das es sich bei der ukrainischen „Sozial Nationalen Versammlung“ beziehungsweise dem Asow-Bataillon nicht nur um eine im europäischen Sinne gesehen „vorbildliche“ NS-Organisation handele, sondern diese dummfaschistische Truppe würde auch noch angeblich gegen Poroschenko „kämpfen“.

Siehe:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/09/06/dummfaschisten-21/

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/09/10/dummfaschisten-22/

Nun gibt es einiges neues zum Thema Dummfaschismus in der Ukraine zu vermelden. Das sogenannte „Donbass-Bataillon“, welches sich zu erheblichen Teilen aus Mitgliedern des Rechten Sektors rekrutiert geht nun in Washington auf PR-Tour. Die „Junge Welt“ berichtet nun jedenfalls folgendes: „Etwas wirklich Neues war am Montag jedoch auf der Facebook-Seite des ukrainischen Nationalisten Semjon Semjontschenko zu lesen. Der Kommandeur des aus neofaschistischen Freiwilligen zusammengesetzten Bataillons »Donbass« hält sich nach eigenen Angaben derzeit in Washington auf. Er will dort dreierlei erreichen: bei der ukrainischen Diaspora Geld sammeln, Gespräche mit US-Politikern führen und Vereinbarungen darüber treffen, daß Angehörige seiner Truppe an der US-Militärakademie West Point geschult werden. Entsprechende Zusagen sind ihm offenbar gemacht worden.“

Siehe: http://www.jungewelt.de/2014/09-16/044.php

In der Ukraine gibt es in Regierungskreisen nun einen Machtkampf zwischen Poroschenko und Arsenij Jazenjuk von der Timoschenko-Partei.

Der Rechtspopulist Arsenij Jazenjuk genießt nun noch mehr als Poroschenko das Vertrauen des US-Imperialismus. Jazenjuk steht für eine extrem neoliberal und antirussisch-chauvinistische Politik. Der Einfluss der Oligarchen blieb bestimmend, gleichzeitig leitete Jazenjuk eine starke Bindung an neoliberal-westliche Institutionen wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) ein und begann eine Politik der Austerität und Kürzungsorgien.

Poroschenko setzt bei den anstehenden Neuwahlen auf eine Ablösung von Jazenjuk als Regierungschef. Deswegen gründete Poroschenko in den letzten Tagen eine neue Sammelpartei Namens Narodnyj Front“ („Volksfront“). Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um eine „NS“-Partei, da Poroschenko in dieser neuen Partei führenden militanten Faschisten Spitzenfuktionärsposten zusprach. So steht diese neue Partei weit „rechts“ von der Swoboda, aber auch vom „Rechten Sektor“. So waren beim Gründungskongress der Narodnyi Front ,der frühere Gründer der von Altermedia so vergötterten National-Sozialen Partei der Ukraine, Andrij Parubij, der Führer des Bataillons „Dnipro-1“, Juri Deresa, und andere Kommandanten militanter Faschistengruppen anwesend.

Ein führender Funktionär dieser faschistischen „Volksfront“ ist nun die wohl extremste Führungsfigur innerhalb des ukrainischen Dummfaschismus. Die Rede ist von Andriy Biletsky. Biletsky leitet den militärischen Arm der Sozial Nationalen Versammlung.

Siehe:http://en.wikipedia.org/wiki/Patriot_of_Ukraine

Biletsky leitet den „Militärrat“ der Poroschenko-Partei und soll wohl auch in der neuen Regierung eine Spitzenposition einnehmen.

Siehe: http://www.kyivpost.com/content/ukraine/parties-plan-to-include-fighters-maidan-activists-to-boost-election-lists-364494.html

Denkbar ist die Position des Verteidigungsministers. Russen sind für Biletsky von „Semiten geführten Untermenschen“, während die Ukraine zu den „höherwertigen arischen Völkern“ in Europa gehöre. Biletsky-Kämpfer tragen auf ihren Uniformen als „Abzeichen“ SS-Runen und Hakenkreuze. Biletsky sieht die Ukraine in einem rassischen „Endkampf“ gegen russische „Untermenschen“. USA, NATO, EU und IWF sind für ihn insgesamt gesehen nützliche Verbündete gegen die russischen „Untermenschen“, die es auszurotten gelte.

Die Altermedia Behauptung das ihre „vorbildlichen“ NS-Truppe auch gegen Poroschenko kämpften ist an Lächerlichkeit kaum noch zu toppen. Wahrscheinlich gründet man deswegen auch in Einheit mit Poroschenko eine Partei, die nun über einen starken „NS“-Flügel verfügt. Nun darf man aber auch darauf gespannt sein wie es die Verharmloser des WWG-Faschismus in der BRD – von der Bundeskanzlerin bis hin zu den Grünen – es fertigbringen wollen den ideologischen Hintergrund der neuen Poroschenko-Partei zu verschleiern.

Die imperialistischen Mächte haben in der Ukraine eine offene und terroristische Form des internationalen Finanzkapitals entfesselt. Bei dieser Zerstörung des ukrainischen Nationalstaates dürfen nun im Interesse der antinationalen WWG-Imperialisten die „radikalsten“ Faschisten in führenden Positionen mitmischen. Dies ist nun eine Option die in der BRD sicherlich nicht anstehen kann, die aber doch einige Kommentarspalten Dummnazis hoffnungsvoll stimmt.

Die ganze Angelegenheit zeigt aber auch auf worum es sich bei dem EU-weiten „Kampf gegen Rechts“ handelt. Falls Faschismus im Interesse des EU-Imperialismus liegt kann sich aus diesem „Kampf gegen Rechts“ ein Kampf für einen neoliberal gesinnten Faschismus entwickeln. Dieser neue Faschismus hat aber nichts mit nationaler Souveränität zu tun, sondern mit der Zerstörung von Nationen die der WWG als unbotsmäßig erscheinen.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • Schwab  On 16. September 2014 at 18:42

    Toller Artikel, der aber nicht die erreichen wird, die darin kritisiert werden.

    Der Altermedia-Dumm-Nazi-Faschist findet es einfach nur geil, daß im Artikel über Asow Body-Builder mit Waffen gezeigt werden, die andere erniedrigen und töten können, was man gerne selber machen möchte.

    Und dann noch die Nazi-Symbole, Hakenkreuze, usw. Da werden die Leute richtig feucht. Daß die Asow-Leute sich an der amerikanischen Ostküste ausbilden lassen, ist dann eher zu vernachlässigen. Der Antisemitismus dieser Leute hat auch nichts mit Politik zu tun, da man dumm auf die Welt gekommen ist, haßt man eben die überwiegend intelligenten Juden.

  • sozrev  On 16. September 2014 at 19:11

    Bis auf die Swoboda sind offenbar alle faschistischen Kräfte dieser neuen Partei von Poroschenko beigetreten. Also Asow, Soziale Nationale Versammlung, Bataillon Donbass, Dnepr Bataillon, UNA-UNSO und zahlreiche andere. Bin mal gespannt ob demnächst Claudia Roth einem Faschistenminister die Hand schütteln darf.

  • Alexander  On 17. September 2014 at 12:56

    @Sozrev – die Frau Roth hat damit definitiv keine Berührungsprobleme.

  • Andreas  On 19. September 2014 at 21:03

    @Schwab

    Wie sehr haben Sie sich denn mit diesem Asow-Bat. (jetzt Regiment) beschäftigt, Herr Schwab?

    Und da Sie ja bekannt dafür sind, jede Menge Verständnis für die Sicht der Russen (wohl eher für den Kreml) zu haben (sie fühlen sich da ja wunderbar ein), wieso können Sie das nicht bei den Ukrainern?

    Besonders diese Propagandamärchen über die schlimmen Vebrechen von Asow gehen mir gehörig auf den Keks. Meistens muss man dafür nämlich irgendwelche Geschichten von anderen Bat. heranziehen.

    Die Lüge vom Krieg gegen die Russen an sich, wurde durch die von Ihnen so schön umschriebenen Bodybuilder widerlegt. Das sind nämlich Russen, meist aus Moskau.

    Halten Sie es wirklich für ein Ding der Unmöglichkeit, dass Ihnen in dieser Angelegenheit ein ideologisches Brett vor dem Kopf eine klar Sicht verunmöglicht?

    Wirklich?

  • Schwab  On 20. September 2014 at 12:51

    @Andreas

    Wären Sie ein Schwab-Versteher, wüßten Sie, daß ich nicht nur Putin-Versteher, sondern sehr wohl auch Ukrainische-Nationalisten-Versteher bin.

    Siehe meine Ausführungen:

    „Gefürchtet wird aber in Osteuropa vor allem das russische Joch, die russische Knute. Dagegen war der preußische und österreichische Imperialismus eher mit Samthandschuhen ausgestattet. Vor allem die charmante Wiener Art des deutschen Imperialismus gilt dort eher als verträglich. Aber wo liegt die Lösung des osteuropäischen Dilemmas? Die Losung: Der Feind meines Feindes ist mein potentieller Verbündeter ist der analytische Ansatz zum Verständnis des Konflikts. Aus der Logik ukrainischer Nationalisten muß man sich mit den Feinden (NATO, USA und EU) seines eigenen (vermeintlichen) Feindes (Rußland) verbünden. Wie sich die Polen und Tschechen mit ihrer EU- und NATO-Mitgliedschaft gegen Gebietsrückgaben an Deutschland schützen wollen.“

    https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/03/24/carl-schmitts-volkerrechtliche-grosraumordnung-pfichtlekture-fur-ehrliche-europaer/

    Allerdings heiße ich keinesfalls alle Dinge, die ich verstehen kann, gut. Also wenn beispielsweise ukrainische Gefangene von russischen Rebellen durch die Straßen getrieben werden wie einst Wehrmachtsangehörige als Gefangene durch die Straßen Moskaus.

    Entscheidend ist doch aber, was wir deutschen Nationalisten w o l l e n . Ich jedenfalls w i l l , daß die USA vom europäischen bzw. eurasischen Kontinent vertrieben werden – militärisch, geheimdienstlich, wirtschaftsideologisch usw. Putin-Rußland kann uns dabei helfen, mehr als wir uns derzeit selber helfen können.

    Rußland war schon im 18. Jahrhundert europäische Großmacht – im Siebenjährigen Krieg, dann auch im 19. Jahrhundert in den napoleonischen Befreiungskriegen, auf dem Wiener Kongreß, in der Heiligen Allianz usw. usf.

    Aber die USA haben in Europa nun wirklich – geheimdienstlich, militärisch usw. – gar nichts verloren, die sind hier, weil sie 1917 von England und Frankreich in den Ersten Weltkrieg gegen das Deutsche Reich hineingezogen wurden. Seitdem sind sie hier, und es wird Zeit, daß sie wieder gehen. Die Amis können aber gerne als Touristen und wirkliche Freunde hin und wieder zu uns kommen – wie wir sie besuchen können. Aber der Abstand des Ozeans ist für mich wichtig, das einmal festzustellen.

    Das ist meine Konzeption von Europa. Rußland gehört dazu, die Ukraine selbstverständlich auch, die USA aber nicht. Ich hab keine Lust, Bündnisse einzugehen mit Nationalisten in europäischen Ländern, die ihren antirussischen Befreiungskampf auf die USA und die Zionisten stützen.

    Verstehen kann ich vieles, aber die anderen sollten dann auch Schwab, sozrev und die SdV verstehen. Wir haben eine klare Vorstellung von einer „Völkerrechtlichen Großraumordnung“ Europas mit „Interventionsverbot für raumfremde Mächte“ (Carl Schmitt). Wenn das andere nicht haben bzw. nicht teilen, ist das ihre Sache. Dann gehen wir eben getrennte Wege.

  • sozrev  On 20. September 2014 at 12:51

    Arsenij Jazenjuk ist dieser Partei nun auch beigetreten, da er sich mit Timoschenko überworfen hatte. Es handelt sich um eine Sammelpartei die eine neoliberale Oligarchie mit „radikalen“ NS-Gruppen und Faschisten vereint. Hier trifft die Faschismusdefinition von Dimitroff VOLL ZU, wonach der Faschismus die „offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ sei. Auch dieser Satz von Dimitroff trifft zu: „Die herrschende Bourgeoisie sucht immer mehr ihre Rettung im Faschismus, um die schlimmsten Ausplünderungsmaßnahmen gegen die Werktätigen durchzuführen, um einen imperialistischen Raubkrieg vorzubereiten, um die Sowjetunion zu überfallen.“ Man muss Sowjetunion nur durch Russland austauschen.

    Dimitroof war anders als im NW behauptet wird kein „Antinationalist“, sondern vertratt so etwas wie einen „prolatarischen Nationalismus“. Er, der Faschismus, sei, so Dimitroff, als „Hitlerfaschismus“ nicht nur „bürgerlicher Nationalismus“, sondern „bestialischer Chauvinismus“, ein „Regierungssystem des politischen Banditentums“. Besonders perfide sei es, dass sich ausgerechnet der „Hitlerfaschismus“ demagogisch die Maske des nationalen „Sozialismus“ aufsetze und auf diese Weise den Versuch unternehme, auch bei den Werktätigen Fuß zu fassen.Dimitroff machte in seiner Rede nämlich nicht nur die Sozialdemokraten für die Machtergreifung der „Faschisten“ verantwortlich, sondern auch die kommunistischen Parteien selbst. Diese hätten es z.B. auch beim Versailler „Friedens“vertrag nicht verstanden, sich „verständnisvoll (…) (der) Eigenart der nationalen Psychologie der Volksmassen“ zu widmen. Stattdessen hätten sie das Feld des Nationalen den Faschisten allein überlassen. Dimitroff entgegnete hierauf in heute kaum vorstellbarer Weise: „Wir Kommunisten sind unversöhnliche grundsätzliche Gegner des bürgerlichen Nationalismus in allen seinen Spielarten. Aber wir sind nicht Anhänger des nationalen Nihilismus und dürfen niemals als solche auftreten. Die Aufgabe, die Arbeiter und alle Werktätigen im Geiste des proletarischen Internationalismus zu erziehen, ist eine der grundlegenden Aufgaben jeder kommunistischen Partei. Aber derjenige, der glaubt, daß ihm dies gestatte oder ihn gar veranlassen dürfe, auf alle nationalen Gefühle der breiten werktätigen Massen zu pfeifen, der ist vom wirklichen Bolschewismus weit entfernt (…).“ Allein von der sozialistischen Revolution sei die „Rettung der Nation“ vor imperialistischen Übergriffen zu erwarten. Eine fast wortgleiche Resolution wurde am 20. August 1935 in Moskau von den Kommunisten der Welt mit breiter Mehrheit angenommen.

  • sozrev  On 20. September 2014 at 14:33

    Andreas also verstehen kann man so einiges. Ich verstehe zum Beispiel warum albanische, kroatische und bosnisch-muslimische Nationalisten gegen den serbischen Nationalismus kämpften und sich die USA und NATO als Bündnidpartner ins antiserbische Boot holten oder warum die Sunni-Jihadisten etwas gegen den Alawiten Assad oder den nicht gerade tiefreligiösen Gaddafi haben und sich als Fußtruppen der NATO präsentieren. Was man versteht kann muss man folglich nicht als positiv betrachten.

  • Andreas  On 20. September 2014 at 16:31

    Nun ich bedanke mich für die schnellen ausführlichen Antworten.

    Ein „Schwab-Versteher“ bin ich gewiss nicht, ich lese gerne mal ihre Artikel, aber um mich da richtig durchzuarbeiten, habe ich im Moment keine Zeit.

    „Putin-Rußland kann uns dabei helfen, mehr als wir uns derzeit selber helfen können.“

    Dieses Argument verstehe ich an sich sehr gut.

    ABER das heisst auch, egal wie deutschfreundlich und nationalistisch und was auch immer eine Ukraine z.B. unter der SNA wäre, die sind einfach nicht wichtig genug um uns zu helfen? Also lassen wir die lieber mal vor die Hunde gehen?

    … mit der Hoffnung, dass man dafür von Russland „befreit“ wird?

    Mal abgesehen davon, dass wir nicht wissen, was nach Putin kommen wird. Besteht nicht die Gefahr, dass wir einfach nur den Herrn und Meister austauschen?

    Vom Regen in die Traufe, oder umgekehrt?

    @sozrev

    Schön und gut. Ich persönliche beurteile den NS natürlich anders. Ganz generell wird mir hier das Phänomen des Volkstodes zu sehr ausgeklammert. Wir leben nicht mehr im 20. Jahrhundert wo sich eine einigermassen homogene Gesellschaft in ploitische Lager unterteilt. Heute haben wir Millionen von Menschen einer völlig fremden Religion, oder einer ebenso fremden (und unkompatiblen) ethnischen Herkunft bei uns.

    Salopp gesagt: Das böse Kapital kann sich nicht einfach eine lustige Faschisten- (hier: Nazitruppe) aus Negern, Türken und den Restdeutschen zusammenstellen.

    Zumindest nicht nach NS-Definition.

  • sozrev  On 22. September 2014 at 15:49

    Das Thema Zuwanderung und Kapitalinteresse behandeln wir immer wieder.

    https://sachedesvolkes.wordpress.com/?s=Zuwanderung

  • sozrev  On 23. September 2014 at 14:54

    Manuel Ochsenreiter zu diesem Text auf Facebook.

    Man muß jetzt auch mal Tacheles reden. Denn diese ganze Asow/RS-Diskussion wird ja immer auf verschiedenen Ebenen geführt:

    Fakt ist, daß der übergroße Teil jener „Rechten“, die Asow/RS (Ja, ich bin schuldig der „Nichtdifferenzierung“, aber dazu kommen wir noch) diese bewaffnete Haufen genau deshalb unterstützt, weil sie sich massiv mit irgendwelchen NS-Symbolen ausstaffieren. Deshalb fühlen sich die Unterstützer irgendwie emotional auf deren Seite, dafür wird dann auch der ganze lästige Rest wie Geopolitik, politische Inhalte, zweifelhafte Unterstützer irgendwie zurechtphantasiert. Das wäre in etwa so, wie wenn Rechte plötzlich anfangen, die Politik des Bundesverteidigungsministerium s abzujubeln, nur weil die Bundeswehr wieder mit WK2-Stahlhelmen ausgerüstet wird. Die „europäischen Freiwilligen“ in Asow (mir sind Beispiele aus Schweden, Frankreich und Italien bekannt), sind keine Idealisten, sondern eben Gewohnheitsverbrecher, einfältige Brutalos, Söldnertypen und einfältige Kellernazis – man könnte auch sagen, Riesenbabies mit Riesenknarren. Alle Interviews, die man diesen Leuten lesen kann, ihre Twitter- und FB-Meldungen sind ein Panoptikum primitiver, rechter Superpeinlichkeiten. Aber wie gesagt: Es geht bei den meisten Unterstützern und Schönrednern vor allem um Symbolik. Wer die „Schwarze Sonne“ an der Uniform führt, ja, der muß einfach ein toller Typ sein. Und wenn dieser Typ von einem Ihor Kolomojskyj ausgestattet und finanziert wird – ja dann ist eben Ihor Kolomojskyj auch toll oder man streitet diese Fakten einfach ab. Wenn Asow quasi offiziell als NATO-Bodentruppe agiert (vergleichbar mit der kosovo-albanischen UCK 1999 in der serbischen Provinz Kosovo), dann streitet man dies entweder auch einfach ab oder behauptet, allein das Nennen dieses Zusammenhangs sei schon perfide.

    Man peitscht auch die Pressesprecherin des RS durch allerlei „nationale Medien“, weil es sich dabei um eine junge Ukrainerin mit manchmal kurzen Röcken handelt, die irgendwann einmal eine Uni-Arbeit über Ernst Jünger geschrieben hat. Den kolossalen Stumpfsinn, den sie dabei verbreitet, läßt man entweder ganz unkommentiert oder rechtfertigt ihn.

    Weil das alles – Jünger, Schwarze Sonne und sonstige NS-Nostalgie – nicht schlecht sein darf und kann, biegt man sich alles zurecht. Argumente werden mit der angeblichen Komplexität des Sachverhaltes weggewischt. Man spielt sich nun selbst als Sachverständiger und Tiefenpsychologe auf, der in die Geisteswelten von flachen Ukrainerinnen und primitiven Söldnerheinis hinabsteigt und deren Motive ergründet. Lächerlich.

    Wirkt das alles nicht, holt man den guten alten Antikommunismus des Kalten Krieges aus der Mottenkiste. Theatralisch verweist man auf die roten Fahnen und den sowjetischen Antifaschismus (der im übrigen mit dem bundesdeutschen/europäischen liberalen Antifaschismus rein gar nichts zu tun hat, aber das ist ein anderes Thema). Man könnte sich heute sogar vortrefflich darüber streiten, ob dieser ganze stramme Antikommunismus der europäischen Rechten des Kalten Krieges ihr wirklich genutzt hat oder sie zu einem nützlichen Washington-Idioten geformt hat. Ich persönlich vermute jedenfalls zweiteres. Man kann die Frage „Glaubst Du, es nutzt Dir, wenn Du heute die Russen in der Ost-Ukraine unterstützt?“ gerne zurückgeben: Hat die bedingungslose Unterstützung für die NATO und den Westen die europäische Rechte 1945-1990 irgendwo auch nur ein Stück weit vorangebracht?

  • Thomas Wagner  On 23. September 2014 at 19:37

    @sozrev, bzw. Ochsenreiter

    „Fakt ist, dass der uebergrosse Teil jener „Rechten“, die Asow/RS (……….), diese bewaffneten Haufen, genau deshalb unterstuetzt, weil sie sich massiv mit irgendwelchen NS-Symbolen ausstaffieren“.

    Also in aller Kuerze ausgedrueckt, es handelt sich bei jenen „Rechten“ um unpolitische Narren, fuer die die Verpackung aber nicht der Inhalt wichtig ist.

    Desweiteren vermutet ich, dass es sich bei dem im Text genannten Antikommunismus vieler Rechter in Wirklichkeit um eine Russenaversion, welche aus dem zweiten Weltkrieg herruehrt, handelt. Manch einer hat wohl die Niederlage der deutschen Wehrmacht gegen die Rote Armee emotional nicht verwunden. Auch in diesem Fall waere die Motivation im Unpolitischen begruendet.

  • Schwab  On 24. September 2014 at 14:31

    @Andreas

    Ich gehöre nicht zu denjenigen, die einen Messias suchen, auch keinen russischen. Putin geht es um russische Interessen, nicht primär um deutsche. Sofern unsere Interessen sich überschneiden, was der Fall ist, können wir auch indirekt von Putins Politik profitieren. Putins Rußland ist ein Faktor für eine multipolare Weltordnung – nicht für die eindimensionale USA-zentrierte „Neue Weltordnung“.

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