Karl-Heinz Hoffmann über den Islam

Einen gelungenen Vortragsabend erlebten die Kadermitglieder und Sympathisanten der SdV-Gruppe Nürnberg am 19. September. Karl-Heinz Hoffmann sprach über das Thema „Der Islam“.

Siehe zu einem älteren Vortrag zu diesem Thema auch: http://www.youtube.com/watch?v=k-pgKKQYqM4

Ausführlich und fundiert ging Hoffmann auf die Entstehungsgeschichte des Islam ein. Interessant waren unter anderem Hoffmanns Ausführungen über die Glaubensspaltung in Sunniten und Schiiten, die sich aus einem Streit um den Nachfolger (Kalif) des Propheten Mohammed ergab.

Über das Leben Mohammeds (geboren zwischen 570 u. 573 in Mekka, gestorben 632 in Medina) gebe es nur wenig gesichertes Wissen. Dem islamischen Glauben zufolge gilt Mohammed als Gottgesandter, dem mit dem Koran das Wort Gottes offenbart wurde. Der Koran sei auch heute das Grundgesetz jedes frommen Moslems. Da sich der Islam von seiner Gründungsphase im frühen 7. Jahrhundert rasch ausbreitete – aus der südarabischen Wüste bis in Großstädte wie Damaskus -, entstanden in der Folgezeit weitere Gesetzestexte und Kommentare, die Hadithe, mit denen das komplexe Leben der Mohammedaner weiter konkretisiert wurde und wird. Allerdings seien die Hadithe nicht die Offenbarung, die Mohammed von Allah empfangen haben soll, sondern nachträgliche Gesetzestexte von Islam-Gelehrten.

Die göttliche Offenbarung sei nur der Koran selbst. Insofern gleiche es einer Fälschung, wenn heute die sogenannten Salafisten sich in der Rolle der islamischen Traditionalisten sähen. Diese „Tradition“ beziehe sich aber nicht in erster Linie auf den Koran, sondern vor allem auch auf die Hadithe. Die Scharia, auf deren Verbindlichkeit und Einhaltung gerade die Salafisten pochten, gehöre zu den Hadithen; die darin formulierte Zurücksetzung der Frau sei somit eben nicht direkt auf das Wort Allahs zurückzuführen. Mohammed hingegen habe sich über die materielle Absicherung von geschiedenen Frauen konkrete Gedanken gemacht, was zur damaligen Zeit sehr fortschrittlich gewesen sei. Von einer besonderen Frauenfeindlichkeit des Islam – etwa im Vergleich zu Christentum und Judentum – könne jedenfalls nicht die Rede sein.

Die Behauptung von Islam-Feinden, Mohammed sei pädophil gewesen, habe sexuell mit minderjährigen Frauen verkehrt, basiere zum einen nicht auf gesicherten historischen Quellen, zum anderen, so der Referent, sei gerade die Zwangsverheiratung von zwölf- bis 16-jährigen Mädchen auch im früheren Christentum und Judentum Brauch gewesen. In Bezug auf unsere Zeit ist es für Hoffmann ein Unding, daß die BRD, die heute in der Welt Deutschland scheinbar repräsentiere, mit Saudi-Arabien verbündet sei. Der dort vorherrschende Wahhabismus sei eine besonders reaktionäre Strafreligion, die wesentlich unfreier sei als die schiitische Variante im heutigen Iran.

Die Schia hingegen ist für Hoffmann eine relativ friedliche Trauerreligion, von der kaum imperialistische Gefahr ausgehe. Die Gefahr gehe heute vielmehr vom Salafismus aus, im Nahen Osten von den dazugehörigen ISIS-Rebellen, die von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten finanziert werden. Der Konflikt in Syrien gegen das Assad-Regime sei von Saudi-Arabien und vom CIA-Geheimdienst der USA initiiert worden.

In der sich anschließenden Diskussion erläuterte Jürgen Schwab, daß es nicht „ d e n Islam“ gebe, da sich dieser Kulturraum in viele Stämme, Völker, Länder und Konfessionen und deren zum Teil entgegengesetzte Interessen differenziere. Nur in der Propaganda einerseits bestimmter Islamisten und andererseits der Islam-Feinde gebe es „ d e n Islam“ und „ d i e Islamisten“. Deshalb, so Schwab, sollten die deutschen Nationalisten und Patrioten erkennen, mit welchen Kräften aus dem islamischen Kulturraum es Interessenübereinstimmung gebe und mit welchen nicht. Im Befreiungskampf gegen USA und Zionisten gebe es Übereinstimmung mit dem Iran, weshalb die Sanktionen gegen Teheran – wie auch die gegen Rußland – aufzuheben seien. Auch mit den anderen Kräften des „schiitischen Halbmonds“ – wie mit der libanesischen Hisbollah und der alewitisch dominierten Staatsführung in Syrien – gebe es Interessenübereinstimmungen.

Weltanschauliche Überschneidungen, so Schwab, gebe es mit den nationalistischen Baath-Parteien, der legalen in Syrien und der im Untergrund im Irak, ebenso wie mit der nach wie vor aktiven Gaddafi-Bewegung in Libyen. Interessant sei auch der Weg des Neo-Nasserismus im heutigen Ägypten unter dem Staatspräsidenten As-Sisi. In der Türkei seien für die SdV am ehesten noch die Kemalisten Ansprechpartner – auch in der Frage der Ausländerproblematik -, nicht aber der türkische Staatspräsident Erdogan, der seine Landsleute zur Landnahme in Deutschland aufruft. Eine feindliche Position bezögen zudem diejenigen islamischen Bewegungen, die sich im Bündnis mit den USA, Israel, Saudi-Arabien und den Golfstaaten gegen den Iran, gegen Syrien (ISIS-Rebellen) und gegen Rußland (Tschetschenen) positionierten. Die SdV, so Schwab, stehe für eine differenzierte Behandlung des Islam.

SdV-Redaktion

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