Kapitalistisches Zuwanderungsinteresse

Folgender Text stammt aus dem Jahr 2009.

Das in der DVU die Mechanismen des Zuwanderungsinteresses des Kapitals nicht verstanden wird zeigte sich in der neuesten Stellungsnahem des DVU-Parteivorsitzenden M. Faust. Dieser glaubt naiverweise das die türkischen Zuwanderer wieder nach dem sie „wirklich gebraucht“ wurden doch wieder in ihre Heimat hätten zurückkehren müssen, nun würden sie Parallelgesellschaften bilden. Später weist er darau hin das seit den 68er nicht mehr „Deutsch“ gewählt würde. Nun darf man sich fragen ob M. Faust der Meinung ist bis 1968 „Deutsch gewählt“ wurde. Damals wurde so Deutsch gewählt, als das man nahtlos den alliierten Interessen unterodnete. Nicht umsonst nannte Kurt Schumacher den damaligen Kanzler Adenauer, denn „Kanzler der Alliierten“.

Das türkische Zuwanderer in diesem Staat Parallelgesellschaften bilden, in „ihren“ Vierteln die Deutschen immer mehr verdrägen ist eigentlich klar und nur für Gutmenschen nicht erkennbar. Diese versuchen durch ihre blinde Fremdenliebe ihren eigenen Schuldkomplex zu kompensieren, um immer wieder aufs neue die „Vergangenheit“, also die berühmten 12 Jahre aufzuarbeiten. Man will sich selbst und den Zuwanderer zeigen das man die eigene Nation und Geschichte gering schätzt oder gar abgrundtief verachtet. Das aber die oftmals nationalistischen türkischen Zuwanderer ein solches Verhalten in Wahrheit verachten will dem liberalen Gutmenschen nicht aufgehen, was sich einst aber noch bitterlich rächen könnnte.

Das aber die Zuwanderer nicht freiwillig wieder zurückkehren wenn sie „nicht mehr gebraucht“ werden dürfte wohl eigentlich rein logisch klar sein.Dies kann man ihnen gar nicht verübeln und dies ist rein menschlich durchaus nachvollziehbar. Denn wer möchte schon freiwillig in die Kargheit Anatoliens zurückkehren, wenn er in der Fremde vergelichsweise einen „Wohlstand“ haben kann. Dies ist im übrigen kein Phänomen das sich nur auf die BRD beschränken würde, sondern kann durchaus so ähnlich weltweit beobachtet werden und vor alem in den europäischen Nachbarländern. Nun wählen die Deutschen in Österreich, wie man weiß „österreichisch“, denn dort erhielten die rechtsoppulistischen Parteien FPÖ und BZÖ bei der letzten Nationalratswahl ca. 29 Prozent der Stimmen. Die FPÖ war an einer Bundesregierung beteiligt und hatte dort wie der gegenwärtige Parteichef Strache zugibt die größte Zuwanderungsrate aller Zeiten zu verantworten. Italien wählte nach M. Faust auch italienisch, weil irgendwie „Rechts“, so könnte man noch einige Beispiele anführen. Die Zuwanderer gehen aber nicht bzw. werden nicht gegangen. Warum? Vielleicht weil illegale Ausländer die Wahlplakte des „Rechten“ Berlusconi noch am billigsten aufhängen und gerade vom „rechten“ Großkapitalisten und Medien-Mogul Berlusconi als „industrielle Resevearmee“ (Karl Marx) des Kapitalismus gebraucht wird. Nun wurden als solche industrielle Reseverarmee nicht nur heute die polnischen Leiharbeiter gebraucht, sondern schon 1960 die türkischen Zuwanderer. Dies freilich damals in einem Umfeld der Vollbeschäftigung, der sogenannten „sozialen Marktwirtschaft“ und des Bonner Kapitalismus.

Heute findet die Lohndrückerei in einem anderen Umfeld statt und zwar hat man es mit Massenarbeitslosigkeit, sozialer Verwahrlosung und dem freien Martkradikalismus zu tun. Schon damals wurden die „Gastbarbeiter“ aber als Druckmittel gegen die deutschen Arbeiter benutzt. Also um es auf den Punkt zu bringen: Das Großkapital in der BRD hat gar kein Interesse daran die Zuwanderer wieder nach Hause zu schicken, denn dann würde die Drohkulisse wegfallen. Daran hat auch ein Berlusconi kein Interesse, denn schließlich will man ja als Marktfundi denn Sozialstaat endgültig aus den Angeln heben. Man will ja nicht das die Arbeiter frech werden, sich nicht mehr Angesichs des drohenden Arbeitsplatzverlustes wie Kirchenmäuschen verhalten. Hier zeigt sich aber das Problem des Rechtspopulismus. Er kritisiert zwar den multikulturellen Wahn, tut aber selbst in Regierungsverantwortung nichts um diesen sinnvoll zu begegnen. Dies kann man aus ideologischen Gründen auch gar nicht, da einem das Privateigentum und auch das des Großkapitals heilig ist. Insofern hat man sich trotz Wahlkampfrhetorik („sozial staat sozialistisch“) auf den Erhalt des Status Quo verpflichtet, also auch auf das Zuwanderungsinteresse im Kapitalismus. Die „Rechte“ versucht nämlich zwischen Kapitalismus und „guter“ ursprünglicher oder gar völkischer Marktwirtschaft zu trennen. Es handelt sich also um den Versuch einem weiß machen zu wollen das Kapitalismus (Marktwirtschaft) gar kein Kapitalismus sei. Man kritisiert also nur die Symptome, ohne aber die Ursachen beseitigen zu wollen. Dies ist schizophrän, um es einmal auf den Punkt zu bringen.

Verfasser: Sozrev

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