Türkischer Imperialismus

und die Gefahr eines regionalen Weltkrieges

Die Interventionskoalition der Westlichen Wertegemeinschaft in Syrien und im Irak kommt langsam aber sicher ins Rollen. Die Türkei ist nun im Zeichen des türkischen Imperialismus, des Neoosmanismus vorgeprescht. Die türkische Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan,bekennt sich noch deutlicher als der US-Imperialismus zu dem Ziel der Neuordnung des Nahen Ostens. Das türkische Parlament stimmte am Donnerstag dafür, türkischen Truppen den Einmarsch in den Irak und Syrien zu erlauben und ausländischen Truppen die Benutzung von türkischem Staatsgebiet zu erlauben.

Das neue Gesetz würde türkischen Truppen erlauben, eine Pufferzone in Syrien zu schaffen, um zu verhindern, dass Flüchtlinge die Grenze überschreiten. Es würde den USA außerdem erlauben, ihren Luftwaffenstützpunkt in Incirlik nahe der syrisch-türkischen Grenze für Luftangriffe auf Syrien und den Irak zu nutzen.
In einer Rede vor der Abstimmung bezeichnete Erdogan die Bombenangriff unter Führung der USA als ineffektiv und sinnlos und erklärte: „Tonnen von Fliegerbomben werden die Bedrohung und die Gefahr von Terrorismus nur verzögern.“ Er erneuerte seine Forderung nach dem Sturz Assads. Dieser Forderung schloss sich der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz an, der im Parlament erklärte: „Die Hauptquelle von Isis ist das syrische Regime.“

Dabei ist die Türkei eine der Hauptquellen der ISIS-Kämpfer und finanzierte in der Vergangenheit deren Terrorattacken auf die syrische Bevölkerung. IS-Kämpfer können nach wie vor völlig ungehindert die türkische Grenze überqueren.
Der türkische Stabschef Necdet Ozel nannte einen weiteren Vorwand für eine mögliche Militärintervention in Syrien: er erklärte, das Militär sei bereit, eine kleine türkische Einheit zu verteidigen, die im Norden Syriens stationiert ist, um das Grab eines Vorfahren des Gründers des Osmanischen Reiches zu bewachen. Das Grab von Süleyman Shah wurde gemäß eines seit langem bestehenden Abkommens mit der syrischen Regierung als türkisches Staatsgebiet betrachtet und wird von einer kleinen Ehrengarde bewacht, die jetzt von Isis-Truppen umzingelt ist.

Das türkische imperialistische Abenteuer könnte auch bald die Bundeswehr auf den Plan rufen. Jens Stoltenberg, der neue NATO-Generalsekretär, drohte mit dem NATO-“Bündnisfall“ falls die Türkei von Syrien aus angegriffen werde. In diesem Fall müssten auch Bundeswehrtruppen am Boden und in der Luft auf der Seite Obamas und Erdogans kämpfen.

Die USA rüsten unterdessen in Syrien weiterhin die angebliche „moderate“ Opposition in Syrien auf. Der Hauptteil der Waffen geht dabei an die Al Nusra Front, die dem Al Kaida Chef Zawaheri untersteht. Dabei hatte die Aufrüstung der salafistischen Terrorgruppen mindestens schon im im Januar begonnen, wobei damals den „moderaten“ Kräften auch die IS/ISIS zugerechnet wurde.

Siehe: http://www.reuters.com/article/2014/01/27/us-usa-syria-rebels-idUSBREA0Q1S320140127

Ausgerechnet Israel hatte im Januar ausplaudert das die Türkei Al Kaida Elemente und auch die ISIS/IS ausbildet und finanziert.

Siehe: http://www.reuters.com/article/2014/01/29/us-syria-crisis-turkey-israel-idUSBREA0S18X20140129

Die Liste der Unglaublichkeiten lässt sich noch unendlich fortsetzen. Hier nur einige Beispiele: Im Mai 2014 hat Saudi-Arabien dem islamischen Emirat neue schwere Waffen aus der Ukraine und eine Menge neu gekaufter Toyota geliefert, um in den Irak einzudringen. Die Übertragung erfolgte durch einen vom türkischen Geheimdienst gemieteten Sonderzug. Das saudische Staatsfernsehen brüstete sich damit das die IS von einem Mitglied des saudischen Königshauses geführt würde.

Siehe: http://youtu.be/VlSFjyybo4k

„Verschwörungstheoretiker“ könnten im Irak von einem abgekarteten Spiel sprechen. Am 27. Mai ging Massud Barzani, Präsident der kurdischen regionalen Regierung vom Irak nach Amman, um die Invasion des Irak zwischen irakischen Kurden und dem islamischen Emirat zu koordinieren. Eine zusätzliche Sitzung fand wieder in Amman mit vielen sunnitischen Partnern am 1. Juni statt. Anfang Juni begannen das islamische Emirat und die lokale Regierung von Kurdistan den Angriff. Das islamische Emirat, gemäß seiner Aufgabe, verbreitete Terror, um die ethnische Säuberung durchzuführen, die die Armee der Vereinigten Staaten im Jahr 2003 nicht imstande waren zu realisieren. So verwirklicht sich der Plan des 2001 beschlossenen amerikanischen Generalstabes zum Umbau des „Erweiterten Nahen Osten“.

In einem erstaunlichen Artikel des Armee-Magazins Parameters vom13. September 2001 schrieb Oberst Ralph Peters, dass Washington nichts von dem fundamentalistischen Terrorismus zu befürchten habe und dass es sogar nicht zögern sollte, ihn zu benutzen. Er riet ferner, was das Projekt des Umbaus des „Nahen und mittleren Osten“ betrifft (dessen Karten er anlässlich der Baker-Hamilton-Kommission veröffentlichte), dass Washington vor dem generellen Chaos nicht Angst haben sollte, weil die Araber nach der Spaltung der arabischen Welt in Mikro-Staaten keine Möglichkeit mehr hätten, sich gegen die israelische Gier zu verteidigen, als sich an die Vereinigten Staaten zu wenden.

Der Plan der USA umfasst die Vertreibung der Bevölkerung von Gaza, die „Säuberung“ des Irak, die Zerschlagung des irakischen Nationalstaates, die Zerstörung und Zerstückelung Syriens, das Anfachen eines neuen Bürgerkrieges im Libanon. Mittlerweile hat sich die Kampfzone bis nach Libyen ausgeweitet.

Siehe: http://www.tagesschau.de/ausland/is-libyen-101.html

Im Visir stehen auch Ägypten, Algerien und Tunesien.

Hinter dem angeblichen Kampf gegen IS und Al Kaida steht die Absicht einen regionalen „Weltkrieg“ zu entfachen, den Nahen Osten im Sinne der WWG neu zu ordnen und hierbei über die Leichen von Hunderttausenden zu gehen. Als Fußtruppen dieses verbrecherischen Planes fungieren Steinzeit-Kopfab-Jihadisten.

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • dieterstockmeier  On 5. Oktober 2014 at 11:05

    Andererseits ist in letzter Zeit allerdings auch zu lesen, dass die Türkei – genauso wie Ungarn – aus der Front der Russland-Sanktionierer ausschert.

  • Taxifahrer  On 8. Oktober 2014 at 07:28

    Nennt mich einen Verschwörungstheoretiker, aber ich gehe davon aus das Kobanê nun von der ISIS ethnisch gesäubert wird, der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bekräftigte ja gestern dass die türkische Bedingung für ein Eingreifen der Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad sei. Und so wird es auch kommen, um das für die Öffentlichkeit zu legitimieren müssen aber erst massenweise Kurden geschlachtet werden. WWG Politik!

  • sozrev  On 8. Oktober 2014 at 11:31

    Sehe ich auch so. Eine andere Frage ist aber ob es der WWG gelingt Assad zu stürzen.

  • Guapimirim  On 11. Oktober 2014 at 16:59

    Man kann das eigentlich ziemlich realpolitisch analysieren. Welches Interesse sollte die Türkei daran haben, die Kurden gegen den IS zu unterstützen? Die Türkei ist an einer Wiedereingliederung der Gebiete im heutigen Syrien und Irak, inclusive der Ölfelder, interessiert, die früher zum Osmanischen Reich gehörten. Da kann sie einen eigenständigen Kurdenstaat in dieser Gegend gar nicht brauchen. Der IS hingegen gibt ihr die moralische Begründung, dass man unbedingt einmarschieren muss, um „weitere Massaker zu verhindern“.

    Die kläglichen Hilfsappelle an die Türken gegen den IS seitens einiger Kurden und Kurdenfreunde geben dem Ganzen dann den WWG-typischen Geschmack nach Feigheit und Armseligkeit.

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