Schwab spricht bei Deckert

Zweimal im Jahr laden Günter Deckert und Stefan Wollenschläger zu den „Tagen Deutscher Gemeinschaft“ an einen mitteldeutschen Tagungsort ein. Am Wochenende vom 26.-28. September 2014 war es wieder soweit. Die zahlreichen Teilnehmer konnte Deckert schon am Freitag Abend begrüßen. Einleitend analysierte der Weinheimer Oberstudienrat a. D. die letzten Landtagswahlergebnisse von Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Das Aufkommen der sogenannten „Alternative für Deutschland (AfD)“ bewertete der Referent kritisch. Ähnlich wie bei den Republikanern um 1990 werde es für die AfD schwierig, ihre Erfolge dauerhaft zu stabilisieren, sofern es dieser neuen Rechtspartei nicht gelinge ihre Mitgliederzahlen beträchtlich zu erhöhen und ihre Strukturen auszubauen.

Im Anschluß durften die Teilnehmer – sozusagen interaktiv – ihre Erinnerungen um den 9. November 1989, als die innerdeutsche Grenze von DDR-Seite geöffnet wurde, schildern. Man war sich darin einig, daß diese Teilwiedervereinigung ein großer Moment in der deutschen Geschichte gewesen war, daß allerdings somit Deutschland in seinen völkerrechtlichen Grenzen nicht vollständig hergestellt sei. Zudem sei die Einbeziehung der Gesamt-BRD in den sogenannten „freien Westen“ mehr als unbefriedigend. Zudem sei die Souveränitätsfrage grundsätzlich zu stellen.

Ein junger Referent aus dem Badischen analysierte die Wahlerfolge der griechischen nationalen Partei „Goldene Morgenröte“ und konnte dabei auf eigene Reiseerfahrungen zurückgreifen. Diese nationale Partei schreibe nicht nur die Sozialpolitik in ihrem Programm groß, sondern betreibe zudem aktive soziale Hilfe – wie Essensausgaben – gegenüber ihren griechischen Landsleuten. Dabei werden die griechischen Nationalisten vom Athener Repressionssystem durch Verbote behindert.

Auch die Geschichte kam während des Seminars nicht zu kurz. So zeigte Arnold Höfs aus Niedersachsen in seinem Vortrag „400 Jahre Krieg gegen die Mitte Europas“ die Traditionslinien der Einkreisungs- und Zerstückelungsbemühungen Frankreichs, Englands und anderer Mächte gegen Deutschland auf. Stefan Wollenschläger aus Weinheim (Kurpfalz) stellte in seinem Referat die Fakten zu den Ursachen und zum Verlauf des Ersten Weltkriegs heraus. Von einer einseitigen Schuld des Deutschen Reiches und der Donaumonarchie könne keine Rede sein.

Einen Höhepunkt des Seminars stellt zweifellos die Powerpoint-Präsentation von Pierre Dornbrach dar. Das Bundesvorstandsmitglied der „Jungen Nationaldemokraten (JN)“ aus Brandenburg ging in seinen Ausführungen kritisch auf die Medienmanipulation ein, der insbesondere die deutsche Jugend ausgesetzt sei. Nationale Jugendpolitik, so Dornbrach, müsse die Stimmung der Jugend im modernen Sinne aufgreifen – ohne allerdings selbst dem Zeitgeist zu erliegen. Auch wenn zur Zeit alles gegen eine nationale Revolution spreche, so sei dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Jürgen Schwab ging in seinem Vortrag der Frage nach „Hat der Nationalstaat noch eine Zukunft?“. Der Vertreter der „Sache des Volkes (SdV)“ aus Nürnberg definierte zunächst die Begriffe „Volk“, „Nation“ und „Staat“. Dabei handele es sich aus Sicht des deutschen Nationalisten nicht um verschiedene Gegenstände, sondern nur um andere Erscheinungsformen ein und derselben Sache. Das Volk im deutschen Sinne einer Abstammungsgemeinschaft benötige ein Nationalbewußtsein, das den Deutschen heute durch Vergangenheitsbewältigung und die kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsform ausgetrieben werde. Der Nationalstaat sei im Grunde nur die Organisationsform (Politik) von Volk (Biologie) und Nation (Geist).

Der Unterschied zum 19. Jahrhundert sei der, daß heute auf das deutsche Bürgertum kein Verlaß im nationalpolitischen Sinne mehr sei. Gerade auch zum Geldverdienen sei damals für das deutsche Bürgertum, das 1848 die Frankfurter Paulskirchenversammlung dominierte, die Überwindung der Kleinstaaterei mit ihren Handelshemmnissen wichtig gewesen. Heute, so Schwab, gehe es auch dem deutschen Bürgertum darum, die vier Grundfreiheiten des Liberalismus – freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften – global durchzusetzen, weshalb die Restbestände des Nationalstaates als Hindernisse zu beseitigen seien. Der Volksgemeinschaft – gemeinsam mit dem Großteil des deutschen Bürgertums – sei somit der Weg versperrt. Eine Volksgemeinschaft könne nur noch infolge – und nicht gegen – einer sozialen Revolution im Bündnis der deutschen Mittelschichten mit der Unterschicht erreicht werden. Lern- und kompromißfähige Bündnispartner aus der deutschen Oberschicht seien dabei jederzeit willkommen, sofern sie sich in den Dienst der soziale und nationalen Revolution stellten.

Als kontraproduktiv im national- und sozialrevolutionären Sinne empfand der Referent wirtschaftspolitische Anbiederungen beim deutschen Großbürgertum, wie sie beispielsweise der Spitzenkandidat der Thüringer NPD Patrick Wieschke im letzten Landtagswahlkampf äußerte – nämlich nach einer freien, von staatlicher Bevormundung befreiten Marktwirtschaft.

Elementar wichtig, so Schwab, sei der Ausbruch Deutschlands aus der sogenannten Westlichen Wertegemeinschaft (WWG). Dabei habe der deutsche Nationalismus vom Primat der Außenpolitik auszugehen. Innenpolitische Wunschzettel, auf denen Forderungen wie nach Ausländerrückführung stünden, seien dann illusorisch, wenn die Deutschen weiterhin den USA, der NATO, der EU und der WWG ein- und untergeordnet bleiben. Dann werde sich auch innenpolitisch nichts verändern. Deshalb sei es wichtig, nicht die falschen Zeichen in der Außenpolitik zu setzen. Nationalisten aus Europa, die sich mit den USA, der NATO und der EU gegen Rußland verbündeten, könnten nicht die Bündnispartner deutscher Nationalisten sein.

Schwab plädierte in diesem Zusammenhang für die Anwendung von Carl Schmitts Entwurf einer „Völkerrechtlichen Großraumordnung“ Europas mit „Interventionsverbot für raumfremde Mächte“. In diesem Sinne sei Rußland als europäische Großmacht – schon aus der Geschichte heraus – anzuerkennen, die USA hingegen als raumfremde Macht aus Europa und von dem gesamten eurasischen Kontinent zu vertreiben.

Da zur deutschen Gemeinschaft nicht nur politische Vorträge gehören, kam auf diesem Seminar auch das deutsche Volkslied, das Gedicht und deutscher Witz und Humor nicht zu kurz.

SdV-Redaktion

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