Die Widersprüche des Milos Zeman

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht müde zu betonen das der Westen und insbesondere die EU „geschlossen“ als ideologischer Block gegen den angeblichen „Aggressor“ Putin stünde. Wer aber die Nachrichtenlage abseits des Mainstreams beobachtet wird feststellen das es sich hierbei um eine offensichtliche Falschbehauptung handelt. Merkel und Obama wollen sich wohl Mut zusprechen und ihren Wählern den Eindruck vermitteln niemand unter den Staatschefs der EU und NATO würde an der „Bösartigkeit“ des „Dämons“ Putin auch nur leise Zweifel anmelden. Eifrige Zeitungslesern wird aber vielleicht nicht entgangen sein das etwa die FAZ gegen den tschechischen Präsidenten Milos Zeman heftige Angriffe reitet.

Siehe: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/proteste-bei-revolutionsfeier-ei-trifft-gauck-13270967.html

Der „ehemalige Kommunist“ betreibe eine „russlandfreundliche Politik“, beschimpfe die Punk-Säulenheilige der WWG, die Pussy Riots und verweigere sich der Sprachregelungen wonach die Volksmilizen im Osten der Ukraine als „prorussische Terroristen“ zu bezeichnen seien. Der Sozialdemokrat Zeman steht für einen populistischen Politikansatz. Die konservative Opposition warf ihm im Wahlkampf vor seine Kampagne würde von Moskau finanziert. Zemans Partei „der Bürgerrechte“ sei die „fünfte Kolone Moskaus“ so der hasserfüllte Anwurf der Neoliberalen. Zeman hatte sich jüngst an einer Annäherung an Peking versucht und erklärt er sei nicht nach China gereist um dort etwaige „Menschenrechtsverletzungen zu kritisieren“.

Das, was der Präsident Tschechiens heute über Russland und die Ukraine sagt, reiht sich nicht in die Hauptrichtung der Politik der EU ein. Das steht nicht im Einklang mit den Erklärungen von Angela Merkel und ihren Partnern in Übersee. Das Staatsoberhaupt bezeichnete die Übergabe der Krim an die Ukraine durch Chruschtschow als eine „dumme Entscheidung“ und die Sanktionen gegen Russland als „eine uneffektive und nutzlose Maßnahme“. Er sagte, dass er die Handlungen Russlands im Osten der Ukraine nicht für eine „Invasion hält.

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hatte schon länger scharfe Kritik an den westlichen Sanktionen gegen Russland geübt. Er tat dies etwa bei einer viertägigen Konferenz, die auf der griechischen Insel Rhodos unter dem Motto „Dialog der Zivilisationen“ stattfindet und vom Chef der russischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin, veranstaltet wurde. „Es ist nötig, die Sanktionen abzuschaffen, weil sie nicht nur überflüssig, sondern auch widersprüchlich sind. Sie bewirken das Gegenteil von dem, was ihre Urheber erwarten“, erklärte Zeman. „Unter zivilisierten Ländern ist es nötig, einen Dialog zu entwickeln, der auf dem Prinzip des Austausches der Menschen, des Kapitals und selbstverständlich der Informationen ohne jegliche Zensur aufgebaut ist“, so Zeman in seiner Rede, die er auf Russisch hielt.

Gegen Zeman spricht nun aus einer deutschen nationalen Perspektive vor allem dessen antideutsche Polterei. Als großes Vorbild des tschechischen Präsidenten hat wohl Benes zu gelten, der Hauptverantwortliche für die massenhafte Vertreibung der Sudetendeutschen. Auf den antideutschen Chauvinismus des Milos Zeman hatte etwa unser Mann aus Wien Helmut Müller in einer seiner Kolumnen hingewiesen.

Siehe: http://helmutmueller.wordpress.com/2013/01/27/niedertracht-ist-fast-uberall/

Zeman vertritt aber außenpolitische gesehen durchaus einige vernünftige Ansätze. So hatte er sich etwa 2013 gegen einen Kriegsgang gegen Syrien ausgesprochen, als die USA, Frankreich und Großbritannien zu einer Militärintervention Gewehr bei Fuß standen. Allerdings ist Zeman wohl radikaler Zionist, so empfahl er im Jahr 2002 Ariel Sharon die Palästinenser aus der Westbank und dem Gazastreifen zu vertreiben, so wie es damals die tschechischen Chauvinisten mit den Sudetendeutschen taten. Arafat verglich Zeman damals mit Hitler und nannte den Islam pauschal eine „barbarische Antizivilisation“.

Einerseits steht Zeman also nicht für die einseitigen Schuldzuweisungen in Richtung Russland – wie sie in der WWG gang und gäbe sind – aber anderseits gebärdet er sich wie ein Parteigänger des zionistischen Chauvinismus. Zeman ist also aufgrund vieler Punkte – Antideutschtum, Prozionismus und Sozialkürzungen – zu kritisieren, er nimmt aber in einigen außenpolitischen Fragen aber dann doch eine Haltung ein die nicht unbedingt dem Mainstream der EU entsprechen. Es ist also nicht undenkbar das sich Tschechien neben Ungarn unter Orban und der Slowakei unter Fico zu einem Spaltpilz der EU entwickelt. Dies wäre trotz der vielen Minuspunkte Zemans aus deutscher nationaler Sicht zu begrüßen.

Ungarn und die Slowakei haben jedenfalls schon einmal den Anfang gemacht.

http://derstandard.at/2000003575731/Orban-erteilt-Liberalismus-eine-Absage-Lob-fuer-Russland-und-China

http://www.unzensuriert.at/content/0016071-Fico-erreicht-Teilaussetzung-der-Sanktionen-gegen-Russland

Als „Unsicherheitsfaktor“ gilt mittlerweile auch Österreich. Die Östereicher sind eben doch die besseren Deutschen.

Siehe: http://german.ruvr.ru/2014_06_25/Putins-Osterreich-Besuch-Erfolg-als-Fazit-3397/

Verfasser: Sozrev

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