CIA-Opfer Mubarak?

Der gestürzte ehemalige Präsident Ägyptens Hosni Mubarak ist von einem Strafgericht freigesprochen. Die Anklage wegen dem Tod von mehr als 800 Demonstranten wurde fallengelassen. Die Anklage hatte die Todesstrafe gefordert. Mubarak wurde auch von dem Vorwurf freigesprochen Staatsgelder veruntreut zu haben. Im großen und ganzen kommt dies ein juristischer „Rehabilitation“ gleich. Gegen dieses Urteil gingen vor allem linksliberale Protestler auf die Straße. Es kam zu Toten und Verletzten.

Die sogenannte „ägyptische Revolution“ und die Trahrir-Bewegung kann und muss man nun kritisch betrachten. Es besteht sogar der berechtigte Verdacht das hinter dem Sturz Mubaraks sogar der US-Geheimdienst und entsprechende NGOs standen, die in Kairo eine „Farbenrevolution“ inszenierten. Schon die „Jasmin-Revolution“ die zum Sturz Ben Alis in Tunesien führte wurde maßgeblich aus dem US-Pentagon angeleitet. Die richtige Einschätzung zu den Protesten in Tunesien kam wohl von Gaddafi.

Siehe: http://www.theguardian.com/world/2011/jan/16/muammar-gaddafi-condemns-tunisia-uprising

Bei dem letzten bekannten Gespräch vor Ausbruch der Proteste gegen Mubarak hatte sich dieser gegenüber Obama auf die Seite der Hezbollah gestellt. Hierbei ging es um den Mord an dem saudischen Lobbyisten Hariri, für den die USA die Hezbollah verantwortlich machten.

Tatsächlich hatte sich Mubarak dem Iran angenähert. So hatte Mubarak den gegen den Iran gerichteten Raketenschild abgelehnt und sich gegen eine sunnitisch-arabische Allianz mit Israel gegen den Iran positioniert. Zudem war Mubarak an einer Kooperation mit Libyen unter Gaddafi interessiert. Auch in Richtung Syrien hatte Mubarak die Fühler ausgestreckt.

Nun entsprach Mubarak zwar über lange Zeit hinweg den Interessen der USA und des „Westens“, allerdings hatte wohl die Annäherung an den Iran, den Libanon und Gaddafi ausgereicht um ihn für den Abschluss freizugeben. Daß hinter der „ägyptischen Revolution“ ein US-Plan steckte darf als gesichert angenommen werden.

Siehe: http://www.globalresearch.ca/the-protest-movement-in-egypt-dictators-do-not-dictate-they-obey-orders/22993

Deswegen muss man Mubarak nun ganz sicherlich nicht nachträglich positiv beurteilen, aber der „arabische Frühling“ entsprach nun ganz klar der „Neuordnung des Nahen Ostens“ im US-Interesse. Der Krieg gegen Libyen, das Morden der arabischen Reaktion in Syrien, die US-Intervention in Syrien kann nur von dem Hintergrund und dem Vorlauf der Ereignisse in Ägypten und Tunesien verstanden werden. Anders als manche „Antiimps“ meinen ist der Sturz der Diktatur der Muslimbruderschaft nun kein „reaktionäres“ Ereignis im Sinne des US-Imperialismus. Viel mehr hatte sich die USA mit den Muslimbrüdern in Ägypten einen willfährigen neuen Partner kreiert. In Syrien besteht beispielsweise der US-Verbündete, die Freie Syrische Armee (FSA) größtenteils aus Mitgliedern der Muslimbrüder.

Ägyptens neuer starker Mann Al-Sisi sieht sich in der Nachfolge Nassers. Teile des „Antiimp“-Spektrums haben sich unter linkem Wortgeklingele faktisch auf die Seite der WWG gestellt, da man für Ägypten etwa eine Koalition aus Muslimbrüdern und WWG-Linksliberalen empfielt. Al Sisi und noch eindeutigere Nasseristen werden hingegen verurteilt.

Siehe: http://www.antiimperialista.org/de/node/244534

Diese angeblichen „Antiimps“ sind nun analytisch völlig verkommen, wenn sie mit angeblich „antiimperialistischer“ Begründung die Parolen ausgaben: „Gaddafi und Assad müssen weg!“ Hinter solchen proimperialistischen Aufsätzen muss als Beweggrund wohl auch Islamophilie vermutet werden.

Siehe: http://www.antiimperialista.org/de/node/6841

und http://www.antiimperialista.org/de/node/7032

Werner Pirker hatte in einer seiner zahlreichen lesenswerten Kolumnen auf diesen proimperialistischen „Antiimperialismus“ der Naiven und ideologisch verkommen hinzuweisen gewusst.

Siehe: http://kommunisten-online.de/die-aufstandshalluzinationen-des-trotzkisten-stefan-zifle-in-der-linkspartei/

Verfasser: Sozrev

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