Weihnachten in unsicherer Zeit: Zuversicht und Rückgrat sind geboten

Weihnachten ist von jeher eines der heimeligsten, innigsten Feste der Deutschen und darüber hinaus vieler anderer Völker. Die Weihnachtstage bieten Zeit zur Einkehr, für Familie und Geselligkeit.

Das Bedürfnis nach solchen ganz intimen Ruhepunkten ist gerade in der hektischen, unruhigen Zeit, die uns ansonsten auf allen Kanälen zu Leibe rückt, besonders groß. Es ist ein Urbedürfnis der Menschen, ab und an einmal einfach die Türe hinter sich zu schließen und mit sich und den Liebsten allein zu sein.

Das Christentum mit seinem vielfältigen Brauchtum, das allen Zersetzungserscheinungen zum Trotz noch immer weithin unsere kulturelle Umgebung prägt, vertraute auch beim Weihnachtsfest seinem sicheren Instinkt und verdrängte allenthalben mit unauffälliger Hartnäckigkeit örtliche Mittwintertraditionen, die zum ältesten Brauchtumsbestand der europäischen Menschheit gehören.

Gerade die germanisch-nordische Sagenwelt ist reich an Überlieferungen, die um die dunkelste Nacht des Jahres und den tiefsten Stand der Sonne kreisen. Gerade im eisigen Norden unseres Kontinents muß die Botschaft der zurückkehrenden Wärme schon in frühesten Tagen als kosmische, religiöse Offenbarung empfunden worden sein. Weihnachten, das Fest des wiederkehrenden Lichts, ist deshalb bis in unsere Tage gerade ein Fest der europäischen, der germanischen Seele.

Unsere Lebenswelt ist in diesen Tagen so umdroht wie lange nicht mehr. Die Kälte der Entfremdung, aber auch der Überfremdung kriecht heran. Sie ist spürbar in der gleichgültigen Distanz zum angestammten Brauchtum, die „unsere“ Politiker immer öfter und immer schamloser demonstrieren zu müssen glauben – oft genug aus einem falschverstandenen „Toleranz“-Verständnis heraus, das dem friedlichen Zusammenleben der Kulturen jedoch keinen guten Dienst erweist.

Jene Zuwanderer aus aller Herren Länder, die in diesen Monaten zu Tausenden und Abertausenden nach Europa kommen und Asyl heischen, spüren sehr rasch, daß das Abendland und seine Repräsentanten heute ihren eigenen Traditionen nicht mehr trauen, sondern sie nur allzu oft in vorauseilender Fußfälligkeit verrät. Doch die Botschaft, die Europa mit solchen Gesten aussendet, ist nicht Toleranz und „Weltoffenheit“, sondern nackte Schwäche. Das wird sich rächen.

Erst in diesen Tagen lieferte ausgerechnet der Deutsche Alpenverein (DAV), eine besonders traditionsträchtige Institution, ein erschütterndes Beispiel dafür, wie es nicht gehen kann. Die DAV-Zweigstelle im oberbayerischen Bad Tölz lud heuer erstmals nicht zu einer Weihnachts-, sondern zu einer „Jahresabschlußfeier“ ein. Mit Rücksicht auf die vielen Mitglieder mit „Migrationshintergrund“, die es beim Alpenverein geben mag?

So oder so – solche Gesten sind verhängnisvoll, weil sie dem Eigenen das Wasser abgraben und Fremden die Botschaft einer vorauseilenden Unterwerfung suggerieren. Auch jene „Wintermärkte“ in Berlin und andernorts gehören in diesen Zusammenhang, die immer öfter nicht mehr „Weihnachts“- oder „Christkindl“-Märkte heißen dürfen, weil kurzsichtige oder verblendete Behördenpolitiker Rücksicht auf wachsende Zuwanderermassen nehmen zu müssen glauben.

Doch das ist der falsche Weg. Gerade in Zeiten der Unsicherheit, der Krise, des bedrohten Friedens ist nicht Preisgabe des Eigenen, sondern Festhalten daran, Stärke, Rückgrat und Charakter angesagt. Es mag ein Grundrecht auf Gastfreundschaft, ja selbst auf Asyl und Hilfeleistung in der Not geben. Aber das größere Gebot gilt immer noch dem Eigenen und seiner Bewahrung. Verlieren wir das aus den Augen, laufen wir Gefahr, unsere Zukunft zu verspielen. (ds)

Zuerst.de

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