Die Retter des Abendlandes

„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind (…).“

Siehe hierzu:

Und kein Gutmensch hat sich bisher darüber echauffiert, daß das weltbekannte Nürnberger Christkind immer blond ist. Ist das nicht komisch? Sind doch im süddeutschen Raum die meisten Blondinen blondiert. Aber das „nordische Schönheitsideal“ hat in der einstigen „Stadt der Reichsparteitage“ und der Nürnberger Rassengesetze selbst Hitler überlebt.

Siehe zu den früheren braunen Umtrieben in Nürnberg:

Jedes Jahr findet vor allem unter den Nürnberger Gymnasiastinnen ein Wettbewerb zur Ermittlung des Nürnberger Christkind statt, und jede Brünette, die von einem Gremium der Stadt zum Nürnberger Christkind gekürt wird, wird wie selbstverständlich unter die blonde Perücke gezwungen. Ist das nicht unglaublich?

Hier das filmische Beweismaterial; das Spektakel findet alljährlich ungeniert auf dem einstigen „Adolf-Hitler-Platz“, heute wieder Hauptmarkt statt:

Während es in Nürnberg nur um christliche Folklore geht, um den Kommerz für Bratwürste und Lebkuchen zu begünstigen, haben sich in der Stadt mit dem wohl zweitpopulärsten deutschen Weihnachtsmarkt – genannt Strietzelmarkt – die Retter des Abendlandes zur Montagsdemo formiert.

Siehe hierzu:

In Dresden, in der Stadt also, in der die deutsche Sprache am schönsten gesprochen wird, wird jetzt Montag für Montag richtig auf den Busch geklopft. Gerade in der dortigen Umgebung, in Meißen, in der Sächsischen Schweiz und im Erzgebirge, ist man so bauernschlau, daß sich der böse Wolf, wie ihn die Gutmenschen sehen, in den Schafspelz zu hüllen hat, um quantitativ erfolgreich sein zu können, was für die PEDIGA die Zahl der Demonstrationsteilnehmer bedeutet und sich für die AfD in der Zahl der Wählerstimmen ausdrückt.

Zur PEDIGA-Demo siehe:

Nur so ist es möglich, daß 15.000 Leute, die mehr oder weniger rechts stehen, sich unter einer Grundsatzerklärung versammeln, in der auch die „christlich-jüdische Abendlandkultur“ beschworen wird, wobei es bei dieser Formulierung manchem Teilnehmer die Fußnägel hochziehen dürfte.

Zur „christlich-jüdischen Abendlandkultur“ siehe Punkt 13 des Positionspapiers der PEDIGA:

http://www.menschen-in-dresden.de/wp-content/uploads/2014/12/pegida-positionspapier.pdf

Gutmenschen halten diese Leute für dumm, da es doch in Sachsen wenige Ausländer und noch weniger Islamisten gebe. Manche vermuten hingegen, daß der böse Wolf nur Kreide gefressen hat. Wer wie die „Sache des Volkes (SdV)“ umständlich Zusammenhänge analysiert, komplexe Systemkritik übt, die Ursachen der Verausländerung Deutschlands und Europas aufzeigt, kommt derzeit nicht in die Parlamente und nicht mit großer Anhängerzahl auf die Straße. Es muß eine Gruppe von Schuldigen bzw. von Sündenböcken präsentiert werden, um die Masse der Frustrierten gegen eine Personengruppe zu mobilisieren. In diesem Zusammenhang traf auch Gesine Schwan den Nagel auf den Kopf, als sie bei Günter Jauch meinte, daß Rechtspopulisten „den Juden“ durch „den Islamisten“ ersetzten.

Siehe Gesine Schwans Ausführungen ab Minute 22:
http://mediathek.daserste.de/G%C3%BCnther-Jauch/Frustb%C3%BCrger-und-Fremdenfeinde-wie-gef%C3%A4/Das-Erste/Video?documentId=25343584&topRessort=tv&bcastId=8109878

Noch (selbst-) entlarvender argumentierte in der gleichen Sendung der frühere Chefredakteur von „Bild am Sonntag“ Michael Spreng, als er meinte, man brauche nur bei der rechtspopulistischen Forderung nach Bauverbot für eine Moschee das Wort „Moschee“ durch „Synagoge“ ersetzen, und man werde aus der bürgerlichen Gesellschaft ausgeschlossen.

Siehe die Ausführungen von Michael Spreng ab Minute 17:
http://mediathek.daserste.de/G%C3%BCnther-Jauch/Frustb%C3%BCrger-und-Fremdenfeinde-wie-gef%C3%A4/Das-Erste/Video?documentId=25343584&topRessort=tv&bcastId=8109878

Genau das mußte Axel Reitz einsehen, daß man für die Forderung nach Bauverbot für eine Synagoge in der BRD bestraft wird und im gesellschaftlichen Aus landet.

Zu Axel Reitz siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Reitz

Es wäre nun aber unangebracht, zuallerst den PEDIGA-Veranstaltern und AfD-Funktionären Heuchelei vorzuwerfen. Denn wir haben hier nach den Ursachen der rechten Heuchelei zu fragen. Denn die Regeln der Heuchelei geben ja Leute wie Michael Spreng und Gesine Schwan vor. Ist es nicht so, daß sich ein erfolgreiches Konzept der Kritik der Überfremdung in den Wertekanon der sogenannten Westlichen Wertegemeinschaft einzuordnen hat? Daß man gerade im „Land der Täter“ und im Land, in dem der „Radikalfaschismus“ (Ernst Nolte) entstanden war, Juden nicht kritisieren darf, weil Hitler eliminatorischer Antisemit gewesen war?

Ist es nicht so, daß man heutzutage das Thema „Rasse“ wegen Hitlers Rassismus nicht mehr thematisieren darf? Daß es stattdessen auch unter Gutmenschen hierzulande angebracht ist, „den Islamismus“ zum Feind zu erklären? Auch wenn es in Dresden nicht viele Islamisten gibt. Vielleicht möchten die Sachsen dort keine Zigeuner vom Balkan bei sich haben, die allerdings keine Mohammedaner sind?

Hat nicht Gesine Schwan Recht, daß Rechtspopulisten „Zuwanderer“ nach „Nützlichkeit“ bewerteten? Aber ist es nicht das kapitalistische System selbst, das von uns fordert, Migranten unter dem wirtschaftlichen Nützlichkeitsaspekt zu bewerten?

Siehe Gesine Schwan ab Minute 39:
http://mediathek.daserste.de/G%C3%BCnther-Jauch/Frustb%C3%BCrger-und-Fremdenfeinde-wie-gef%C3%A4/Das-Erste/Video?documentId=25343584&topRessort=tv&bcastId=8109878

Als ich 1997 in Dresden lebte, sagten zu mir junge Sachsen, daß sie nach der Wende einmal Hamburg besucht hatten und dabei auch diverse Stadtteile besichtigten, die von gewöhnlichen Touristen nicht besucht werden. Das sei für gelernte DDR-Bürger erschreckend gewesen, was man in der Hansestadt an „Multi-Kulti“ vorgeführt bekam. Solche Zustände sollten in sächsischen Städten unbedingt verhindert werden, war der Konsens des damaligen Gesprächs.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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