Vergesst Todenhöfer!

Zu den wohl beliebtesten politischen Publizisten gehört der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer. Dies liegt wohl auch daran das der ehemalige Spitzenvertreter des rechten „Stahlhelmflügels“ der Union mittlerweile als geläuterter Pazifist und Linksliberaler durch die Talkshows tingelt. Allerdings ist Todenhöfer wohl noch immer „Ehrenoberst der US-Army“, wie er im Jahr 2005 stolz einräumte.

2011 kam Todenhöfer in Libyen fast ums Leben.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=9xV4XyPdURg

Der „Pazifist“ Todenhöfer bewegte sich damals in Gesellschaft der NATO-Islamisten, die von ihm als „Freiheitskämpfer“ verklärt wurden. Zu nennen wären hier etwa die „Al-Jama’a al-Islamiyyah al-Muqatilah bi-Libya“ – übersetzt heißt das ungefähr „Islamische Kampfgruppe Libyens“. Diese Gruppe stand auf der Terrorliste der Amerikaner, wegen naher Verbindungen zu Al Kaida. Dann die „Libyan Constitutional Union“ eine monarchistische Gruppe. Zu nennen wäre noch die „National Front for the Salvation of Libya“, diese Gruppe wird vom CIA und den Saudis gesponsort. Der Gründer ist ein ehemaliger Gaddafi-Anhänger, der sich mit diesem überwarf. Geld stinkt ja bekanntlich nicht!

Todenhöfers damaliges Gejammere über den zu Tode gekommenen Freund mag zwar menschlich nachvollziehbar sein, allerdings handelte es sich schlichtwegs um eine Tötung in einer Kriegssituation, in dem sich die libysche Armee des Gaddafi-Regimes gegen die NATO, die USA und ihre islamistischen Fußtruppen zur Wehr setzen. Zu dem westimperialistischen und arabisch-reakionären Invasionstruppen konnte damals durchaus auch der Publizist Todenhöfer gezählt werden.

Nun nach dem Sturz des Gaddafi-Systems ist bei dem gutmenschlichen Gaddafi-Gegner natürlich der große Katzenjammer ausgebrochen. Nun da Libyen in Trümmern liegt, ein „Failed State“ ist, in dem sich bis zu 200 verschiedene Milizen bekriegen, der Osten des Landes in der Hand von Al Kaida-Banditen ist und mindestens zwei konkurrierende Pseudoregierungen existieren, ist bei dem Publizisten natürlich der große Katzenjammer ausgebrochen. „Das habe ich so nicht gewollt“, so könnte man die Quintessenz der Ausführungen von Todenhöfer in einem seiner Bücher zusammenfassen.

Siehe: http://www.berliner-zeitung.de/literatur/buch–du-sollst-nicht-toeten–von-juergen-todenhoefer-wider-den-guten-krieg,10809200,24200220.html

In der FAZ hatte nun Todenhöfer jedenfalls die NATO-Jihdisten als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet und die absurde Gleichung aufgemacht „Gaddafi gegen das lybische Volk“. Gaddafi sei ein „psychopathischer Tyrann“, aber der Westen müsse diesen mit anderen Mitteln, als mit einer militärischen Intervention, beseitigen, so der Publizist. Aber offenbar widerspricht sich Todenhöfer im selben Text wieder, da er eben doch für eine Militärintervention war und zwar unter Federführung der arabischen Reaktion. So hieß es in der FAZ: „Für den nationalen Widerstand sollten angesichts der massiven militärischen Überlegenheit der Gaddafi-Milizen sofort wirksame Verteidigungswaffen bereitgestellt werden – wiederum unter Federführung arabisch-muslimischer Staaten. Die Krankenhäuser Libyens brauchen dringend umfangreiche medizinische Hilfe. Besonders in Misurata, Sawiya und im gesamten Osten des Landes. Wie der Vorsitzende des internationalen islamischen Gelehrtenrates Qaradawi appelliere ich an die Soldaten und Offiziere im Umfeld Gaddafis: Stürzt diesen Tyrannen!“

Siehe: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/krieg-in-libyen-der-tag-an-dem-gaddafi-meinen-freund-toetete-1611986-p2.html

In Syrien und im Irak betätigt sich Todenhöfer nun als IS-Versteher. Der IS jubelte nun via Twitter: „Der Journalist Jürgen Todenhöfer besucht das Kalifat und wird über die Dinge berichten, wie sie wirklich sind.“ Nun hat Todenhöfer sicherlich davor gewarnt das der IS noch gefährlicher sei als der Westen glaube. Todenhöfer warnte, die Gruppe plane eine „riesige religiöse Säuberung“, da sie Andersgläubige und gemäßigte Muslime, töten wolle. Aber trotzdem empfindet Todenhöfer wohl Verständnis für den IS. Der „Staat“ des IS sei für die Sunniten nämlich im Irak der angeblichen „Diskriminierung“ durch die Schiiten vorzuziehen.

So hat Todenhöfer etwa einen Teil der „Aufständischen“ im Irak als seine „Freunde“ bezeichnet. Er unterscheidet zwischen angeblich „demokratischen“ und „undemokratischen“ Rebellen. Was bei dieser „Unterscheidung“ in Libyen herauskam dürfte ja mittlerweile sattsam bekannt sein. Todenhöfer ist zwar grundsätzlich ein Kritiker des US-Imperialismus ist sich aber dann doch mit dem US-Imperialismus in dem Hauptpunkt einig das Assad und Gaddafi zu beseitigen seien und dies alles unter dem gutmenschelnden Menschenrechtsgeschrei. Der Gutmensch wirft den USA als nur vor die Menschenrechtsideologie zu missbrauchen, während man selbst doch völlig ehrlich und im Dienste der „Humanität“ den Sturz von sozialrevolutionären und nationalistischen Regimen einfordere.

Völlig lächerlich macht sich nun der Gutmensch Todenhöfer wenn er PEGIDA vorwirft zur Stärkung des Kopfab-Jihdisten und Christenmörder beizutragen. So meint Todenhöfer in einem Beitrag etwa:“Niemand sollte in Deutschland Terrorgefahren verharmlosen. Aber man sollte sie auch nicht übertreiben. Immerhin ist in Deutschland noch nie ein Deutscher von Islamisten getötet worden. Aber viele deutsche Muslime durch deutsche Rechtsradikale. Gruppen wie Pegida stellen die Fakten in Deutschland auf den Kopf. Sie betreiben das Geschäft des IS, der großes Interesse an einer Eskalation zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland hat. Der IS hat mir das mehrfach bestätigt.“

Verfasser: Sozrev

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Kommentare

  • sozrev  On 2. Januar 2015 at 11:13

    Die nähe zu prowestlichen Islamisten hat bei Todenhöfer Tradition. So hatte er in den 1980er Jahren in Afghanistan die Mudschahedin im Interesse der USA unterstützt und galt deswegen unter Russen und sozialistischen Afghanen als Terrorunterstützer.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514325.html

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