Europäische Union: krisengeschüttelt und endzeitgestimmt

Allgemeine Krisenstimmung in Europa. Euro im Abwärtstrend. Linker Erdrutschsieg in Griechenland. Was als nächstes? Kommt die Europäische Union in ihrer derzeitigen Form zur Endschaft, so wie dieses untergegangene Wort auch sein Ende fand? Gleicht doch die Union und mit ihr der Euro einer Mißgeburt, zumindest einer Fehlkonstruktion. Da mögen ihre Verteidiger sich noch so als Zweckoptimisten oder Harnpropheten, wieder so ein altes Wort, aufführen.

Schon ähneln die nicht enden wollenden geistigen wie moralischen und sozial-ökonomischen Krisen einer griechischen Tragödie. Ein Theaterstück in dem dieses Europa von seinen korrupten Eliten verraten und mißhandelt und das bereits enteignete gutgläubige Volk anscheinend noch immer hinters Licht geführt werden kann. Auch von durch die Lande ziehenden vollmundigen Populisten in ihren restaurierten ideologischen „Oldtimern“.

Doch wer sich in diesem Casino Brutalo des Raubtierkapitalismus als Mitspieler an den Tisch begibt, kann nur den letzten Cent und bald auch seine Wähler wieder verlieren. Daher wird nach dem Wahltag meist nicht so heiß gegessen, wie zuvor gekocht wurde. Und bald einer begnügt sich dann mit der Rolle des Politikerdarstellers.

Man kann sich nur wundern, daß trotz unverschämter Brüsseler-Diktate und eines absehbaren monetären Desasters eine Mehrheit der Europäer noch immer bereit ist, dieses absurde Euro-Theater weiter zu finanzieren. Schon die bisher A-Fonds-perdu geleisteten Beiträge Richtung Banken und Spekulanten hätten das Ziehen der Notbremse erfordert. Was nicht geschehen ist.

Daher werden auch die nun folgenden Milliarden in den Kamin zu schreiben sein. Der Großteil wird ohnehin wieder bei Erzgaunern landen. Und so kann auch ein Schuldenschnitt nur auf Kosten der europäischen Steuerzahler erfolgen. Doch eine zu große Steuerlast könnte einmal zu großen Unruhen und in der Folge zu möglicherweise machtpolitischen Veränderungen auch im Norden führen.

Damit wäre es aber noch nicht getan, schließlich haben wir es inzwischen mit einer allgemeinen Systemkrankheit zu tun, die inzwischen alle Bereiche des öffentlichen wie privaten Lebens in Mitleidenschaft zieht. Also müssten wünschenswerte politische und gesellschaftliche Veränderungen auch eine geistig-moralische Erneuerung und damit auch eine neue Art des Miteinanders und des Wirtschaftens mit sich bringen.

Daß darum gerade außerparlamentarisch rechtzeitig gerungen werden muß, wird nicht zu vermeiden sein. Einsicht und Mäßigung sollten dabei federführend sein. Sollte dieses Ringen aber nach alter, verstaubter Tradition in einem von Gewalt und Machtgier geprägten Gegeneinander von Links und Rechts ausufern, dann kann am Ende wieder nur das Volk als Verlierer dastehen.

Obenauf und dahinter aber blieben die alten dem Teile-und-herrsche-Prinzip verhafteten ausbeuterischen Mächte als zufriedene Gewinner. Ob diese Gesellschaft dereinst islamisch oder weiter mehrheitlich christlich sein wird, dürfte diesen Hintergrundmächten jetzt schon schnurzegal sein. Solange nur ihr Reibach nicht geschmälert wird.

Helmut Müller

Quelle

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