Dummfaschisten (25)

Folgender Text entstand Anfang Januar 2014.

Der Rücktritt vom Amt eines Parteivorsitzenden – wie jüngst in der NPD geschehen – ist nun für sich alleine genommen in der Parteienlandschaft nicht unbedingt eine einmalige Sensation. Die Begleitumstände des Abganges Holger Apfels sind aber dann doch bemerkenswert und stellen die nationale Rechte oder den „Nationalen Widerstand“ einmal mehr nicht gerade als menschlich zuverlässige „Gemeinschaft“ dar. Holger Apfel sollte aus der NPD ausgeschlossen werden. Die „Anklage“ lautet auf Homosexualität bzw. zumindest auf solcherlei „Neigungen“. Einem etwaigen Ausschluss kam Apfel durch einen Parteiaustritt zuvor.

Nun würde nun natürlich jedes Gericht in der Bundesrepublik einen solchen Parteiausschluss kassieren. Angebliche oder tatsächliche sexuelle Neigungen (Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität) sind weder in der BRD noch einem anderen europäischen Land ein hinreichender Grund für einen Parteiausschluss. Der NPD drohte damit in der Öffentlichkeit die völlige Lächerlichmachung und dem „NW“ eine Neuauflage der „Kühnen-Diskussion“. Wohl um dies zu vermeiden ist Holger Apfel einem Parteiausschluss zuvorgekommen und hat sein Parteibuch zurückgelegt.

Davon einmal abgesehen ist der „Schwulenvorwurf“ in den Klatsch- und Tratschspalten des Dummfaschismus so etwas wie der „running gag“ schlechthin. Auf Altermedia, diversen rechten Foren und in allerlei Hinterzimmern wird unentwegt gegen die „eigenen“ Leute der Vorwurf der Homosexualität produziert. Wahrscheinlich dürfte es keinen Funktionär oder bekannteren nationalen Aktivisten geben, dem nicht schon von Anonymlingen an den Kopf geschleudert wurde, er sei angeblich ein „warmer Bruder“. Homosexualität wurde aber auch schon dem großen Vorbild der BRD-Dummfaschisten vorgeworfen.

Siehe:

http://www.perlentaucher.de/buch/lothar-machtan/hitlers-geheimnis.html

Dies mag auch etwas damit zun tun haben das der „NW“ in der BRD vor allem eine Subkultur junger Männer ist, die sich im Vergleich zur Jungmännerschaft des Landes durch ein übersteigertes Männlichkeitsgebahren auszeichnet. Der Schwulenvorwurf besitzt somit nicht nur einen pornographischen Schlüssellochcharakter, sondern soll irgendwie die eigene Männlichkeit bestätigen. Wer als angebliche“Schwuchtel“ im Gerede ist, dem kann man zumindest in dieser Szene politisch gesehen ohne das Vorbringen von inhaltlichen Argumente erledigen.

Auch sozialrevolutionäre Nationalisten sind sicherlich Gegner der öffentlichen Homopropaganda, der Homoehe und der damit verbundenen Abwertung der Ehe zwischen Mann und Frau. Der gesellschaftspolitische Liberalismus und Hedonismus läuft auf die Zerstörung der traditionellen Familienwerte hinaus. Deswegen muss man sich aber nicht in einem pathologischen Schwulenhass ergehen, wie er unter manchen nationalen Aktivisten gang und gäbe ist.

Wenn nun insbesondere aus dem Apfel-kritischen Bereich der Freien Nationalisten eine wertekonservative Moral angeführt wird, so spielt hier sicherlich eine gehörige Portion an Doppelmoral mit. Ist es nicht in manch einer Kameradschaft bedauerlicherweise an der Tagesordnung weibliche Kameradschaftsmitglieder als sogenannte Szeneschlampen „herumzureichen“? Hatten nicht Dummfaschisten aus NRW ausgerechnet auf Aufklebern mit dem SS-Kinderschänder Dirlewanger geworben („Damals wie Heute!“)? Man sieht also das die moralische Empörung nicht immer den eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Nun spielen „Sexskandale“ für Dummfaschisten freilich keine Rolle wenn es darum geht das eigene „Idol“ in Schutz zu nehmen. Hatte nicht der Gröfaz ein Verhältnis mit seiner wesentlich jüngeren Nichte? Nahm sich diese nicht aus Liebeskummer das Leben – so ist es nun jedenfalls in jeder x-beliebigen Biographie über Adolf Hitler nachzulesen. Aber wahrscheinlich ist den Dummfaschisten ganz einfach nicht aufgefallen das Hitlers „Meine Braut heißt Deutschland“- Gerede ungefähr so viel mit der Realität zu tun hatte wie etwa heute ein Pornosternchen mit dem Keuschheitsgebübde etwas am Hut hat. Hatte Otto Strasser nicht gar behauptet Hitler sei Udinist? Der Schwerenöter Dr. Goebbels war nun schließlich auch nicht als der allertreueste Familienmensch bekannt. Die Anzahl der außerehelichen Affären des Propagagandaministers ist sicherlich ein Fall für emsige Chronisten.

Holger Apfel, den man inhaltlich gesehen aus der Sicht sozialrevolutionärer Nationalisten kritisieren muss, ist also ausgerechnet an dem Homosexualitätsvorwurf gescheitert. Die bürgerliche Tageszeitung „FAZ“ wittert jedenfalls eine parteiinterne Intrige, der Holger Apfel zum Opfer gefallen sei.

Siehe: http://www.faz.net/aktuell/politik/npd-nacht-der-langen-messer-12727510.html

Mit Udo Pastörs steht nun einer an der Spitze, der zum einem das Spektrum der Dummfaschisten zu bedienen weiß

Siehe: http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/pastoersnpdhetzrede102.html

…..und zum anderem für eine nationalliberale Wirtschaftspolitik steht.

Siehe: https://sachedesvolkes.wordpress.com/2012/10/29/umstrittener-spitzensteuersatz/

Pastörs der vor den Dummfaschisten den Möchtegern-Hitlerero gibt träumt aber insgeheim von einer rechtspopulistischen Karriere als staatstragender Systempolitiker.

Siehe: http://www.links-lang.de/presse/8553.php

Udo Voigt, der langjährige Parteivorsitzende der NPD, der gerne allen alles verspricht, versucht hinter sich vor allem das Lager des BRD-Neonazismus zu sammeln und ist in allen Belangen als ein Mann der Vergangenheit einzugruppieren.

Verfasser: Sozrev

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