Jahrestag des NATO-Überfalls auf Jugoslawien

Woran heute erinnert werden muß: NATO-Überfall auf Jugoslawien 1999

Gerade vor dem Hintergrund der massiven Einmischung des Westens in der Ukraine muß an einen wichtigen Jahrestag erinnert werden: heute vor 16 Jahren, am 24. März 1999, begannen die NATO-Bombardements gegen Jugoslawien. Es war der erste Angriffskrieg des westlichen Militärbündnisses gegen ein souveränes Land, und erstmals war die Bundeswehr mit scharfem Schuß dabei. Der „Spiegel“ berichtete später, wie es dazu kam: US-Präsident Clinton rief beim damaligen grünen Bundesaußenminister Joschka Fischer an und erklärte ihm, die Deutschen hätten „15 Minuten Zeit“ für ihre Entscheidung. Fischer knickte ein. Seither sind die Grünen bei jeder weiteren Militäraggression des Westens mit im Boot.

Wir erinnern uns außerdem (weil das Muster immer das gleiche ist): der Kriegsgrund des angeblichen serbischen „Hufeisenplans“, den der seinerzeitige SPD-Bundesverteidigungsminister Scharping als Kriegsgrund in die Kameras hielt, war genauso erstunken und erlogen wie zuvor schon die Brutkastenlüge vor dem Irak-Überfall 1991 und danach die „Massenvernichtungswaffen“ des Saddam Hussein.

Jugoslawien hatte kein NATO-Land bedroht oder angegriffen. Sein „Vergehen“ war, daß es sich geweigert hatte, sich kampflos preiszugeben und der NATO – wie im Diktat von Rambouillet vorgesehen – völlige Bewegungsfreiheit im Land zuzugestehen. Jugoslawien mußte weg, weil sich Präsident Milosevic weigerte, sein Land dem Ausverkauf durch die Liberalisierer und Globalisierer preiszugeben.

Im Ergebnis des Kosovokrieges hat Jugoslawien aufgehört, ein Machtfaktor im Südosten zu sein. Seine Infrastruktur wurde in den 78 Tage währenden Luftangriffen der NATO gründlich zerstört. Die NATO vernichtete dabei auch zahlreiche zivile Einrichtungen wie Bahnstrecken und Donaubrücken und verschoß mindestens 35.000 Geschosse mit hochtoxischem abgereichertem Uran. Auch die Hauptstadt Belgrad wurde regelmäßig bombardiert. Als Folge des Kosovokonflikts verfügen die USA mit der Basis „Camp Bondsteel“ seither über einen hochgerüsteten und geostrategisch wichtigen Vorposten im weiteren Vorfeld Rußlands.

Rußland hat die Demütigung durch den Alleingang der NATO bis heute nicht vergessen und mußte spätestens seit dem Überfall auf den traditionellen Verbündeten im europäischen Südosten wissen, was die Verprechen und Abkommen mit westlichen Politikern wert sind. Der russische Präsident Putin hat in seiner Rede vom 18. März 2014 zum Beitritt der Krim und danach bei zahlreichen anderen Gelegenheiten ausdrücklich daran erinnert, daß der Westen 1999 im Kosovo klar das Völkerrecht verletzt hat und es sich auch sonst immer so zurechtbiegt, wie er es braucht. Im Rückblick ist auch der Kosovokrieg der NATO als Schritt zur geostrategischen Einschnürung Rußlands im Rahmen der Ostexpansion des westlichen Verbrecherbündnisses zu sehen.

Karl Richter

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: