Revisionismus – eine kritische Bilanz

Von Jürgen Schwab

Die Geduld ist die Tugend unterworfener Völker. Was selbstverständlich klingt, ist allerdings gewissen Vertretern des historischen Revisionismus in Deutschland fremd. Vor allem wenn sie reiferen Alters sind. Ursula Haverbeck-Wetzel beispielsweise, die Horst Mahlers „revisionistische“ Aktionen unterstützt, betont gerne, man müsse immer und überall die Wahrheit sagen.

Muß man das wirklich? Zumindest sollte man nicht lügen. Kein Deutscher ist wirklich gezwungen, sich öffentlich etwas abverlangen zu lassen, was er für die Unwahrheit hält. Aber sollte deshalb ein nationaler Deutscher immer und überall ungefragt die Wahrheit sagen? Ganz davon abgesehen, was man überhaupt für die „Wahrheit“ hält. Möglich ist immerhin, daß zwei Streitparteien – jede für sich – Unwahrheiten verbreiten; beispielsweise angepaßte Historiker und verfolgte Revisionisten und die Wahrheit woanders liegt.

Manchmal erwecken Revisionisten, oder solche, die sich dafür halten, den Eindruck, als ob sie völlig ziellos, das heißt durch blinden Aktionismus getrieben seien. Immerhin denkbar ist, daß wer jahrelangem Verfolgungsdruck, Auslands- oder Gefängnisaufenthalt, Zerschlagung familiärer und beruflicher Bande ausgesetzt war, zu irrationalem Verhalten neigt. Hierfür sollte man ein gewisses Verständnis aufbringen. Vielleicht ist es in anderen Fällen auch nur die Wiederentdeckung des achtundsechziger happenings, das hierfür ausschlaggebend ist. So plante Horst Mahler vom 29. bis 31. Juli 2003 – unter reger Medienbeteiligung – eine „Tatortbesichtigung“ in Auschwitz. Die Spaßaktion mußte dann allerdings aufgeschoben werden, weil die brandenburgische Polizei Mahler an der Ausreise nach Polen hinderte.

Nachdem unlängst eine Kolumne von Andreas Molau in „Deutsche Stimme“ (1) zu heftigen Reaktionen in nationalen Weltnetzforen geführt hatte – es ging dabei um den Sinn und Unsinn von Revisionismus –, erscheint eine Betandsaufnahme sinnvoll zu sein. Dabei sollen die einzelnen inhaltlichen Thesen von Revisionisten über Tötungsmethoden, Opferzahlen und Tatorte in keiner Weise bewertet werden. Da ich politischer Autor bin, selbst keine revisionistischen Forschungen betreibe, mich allenfalls die behördliche Verfolgung von Revisionisten gegenüber „Offenkundigkeiten“ nachdenklich werden läßt, äußere ich mich nicht zur Richtigkeit oder Falschheit revisionistischer Thesen, sondern versuche lediglich die Grenzen und Möglichkeiten desselben auszuloten und Fehlentwicklungen aufzuzeigen.

Grundsätzlich sollten wir bei einer kritischen Bestandsaufnahme nicht von „dem“ Revisionismus sprechen. Zudem verbietet es sich für nationale Autoren, sich pauschal von historischem Revisionismus zu distanzieren. Etwaige Vorwürfe in meine Richtung wären leicht widerlegbar. Ich hatte bereits 1995 in meiner Diplomarbeit über die BRD-Zensur den Fall Günter Deckert behandelt, 1997 in meinem Buch „Die Meinungsdiktatur“ die Zensur gegen Revisionisten kritisiert, dies 1999 in „Deutsche Bausteine“ und 2002 in „Volksstaat statt Weltherrschaft“ wiederholt. Als 2003 Horst Mahler in Berlin vor Gericht stand, trug ich meinen Namen in eine Solidaritätsliste ein, die von dem Berliner Aktivisten Peter Töpfer im Weltnetz aufgelegt wurde. Solidarität verdienen natürlich auch die derzeit aufgrund von Meinungsdelikten in Gefängnissen eingesperrten Revisionisten Germar Rudolf, Ernst Zündel, David Irving sowie die vielen anderen Personen im In- und Ausland, gegen die Zensurstrafrecht Anwendung findet, wie derzeit gegen John Graf Gudenus in Österreich und gegen Horst Mahler in Deutschland.

Eine Solidarität in Sachen Meinungsfreiheit bedeutet allerdings nicht, daß man mit jeder Aussage und jeder Strategie von Revisionisten übereinstimmt. Die Gründe dafür können rein pragmatischer Natur sein, wie Selbstzensur gegenüber dem Strafrecht, aber auch inhaltlich begründbare Einwände können dafür geltend gemacht werden.

Grundsätzlich sollten sich Revisionisten, die sich ernsthaft mit ihrem Metier befassen, klar darüber sein, welche Methode sie wählen bzw. aus welchem Motiv heraus sie Revisionismus betreiben. Für mich kommen dabei folgende vier Möglichkeit in Betracht: 1. Der wissenschaftliche Ansatz; 2. Der politische Ansatz; 3. Der zivilreligiös sektiererhafte Ansatz; 4. Rein persönliche Gründe bzw. Vorteile. Natürlich sind auch spezifische Mischungsverhältnisse möglich, auf die wir in aller Kürze auch eingehen sollten.

Aber gehen wir nun der Reihe nach vor: Ein rein wissenschaftlicher Ansatz (Nr. 1) hat sich ausschließlich auf die historische Wahrheitssuche zu konzentrieren. Dies ist natürlich ein Ideal. In Wirklichkeit können das psychische Profil des Forschers, persönliche Verfolgung, die Volkszugehörigkeit und dergleichen mehr wissenschaftliche Arbeit beeinflussen. Als ich vor rund zwei Jahren versuchte, dies einem Herrn F., glühender Verehrer Horst Mahlers, zu erklären, stieß ich auf Unverständnis. Natürlich gehe es der Mahler-Gruppe nur um die wissenschaftliche Wahrheitssuche und um nichts anderes. Daß man beispielsweise als Deutscher Revisionismus betreibt, um aus politischen Gründen die Großelterngeneration seines Volkes vor übertriebenen Verbrechensvorwürfen in Schutz zu nehmen, wird bei solcher Selbstgewißheit völlig ausgeblendet. Womit wir beim politischen Ansatz (Nr. 2) angelangt wären.

Es ist völlig legitim, als Deutscher aus politischen Erwägungen heraus Revisionismus zu betreiben. Selbst der iranische Präsident Ahmadinedschad hat sicherlich ein politisches Interesse, revisionistische Positionen zu beziehen. Schließlich ist die Einzigartigkeit der Verbrechen, in deren Folge der Staat Israel gegründet wurde, ein jüdisches Argument für israelische Atombomben. Da Ahmadinedschad wohl selbst gerne Atomwaffen besitzen möchte, auch sonst mit der Existenz Israels Probleme besitzt, ist ein politisches Motiv für dessen Holocaust-Revisionismus naheliegend. Warum sollte dies bitteschön bei deutschen Protagonisten der Mahler-Gruppe, der zudem dem deutschen „Täter-Volk“ angehört, anders sein? Womit wir beim zivilreligiös sektiererhaften Ansatz (Nr. 3) angekommen wären.

Indem man nämlich als Hobby-Revisionist glaubt, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein, ohne selbst jemals aktiv revisionistische Forschung betrieben zu haben, gehört man nicht einem wissenschaftlichen Zirkel, sondern einer Sekte an. Der Befund wird auch noch dadurch erhärtet, daß der HM-Sekte zwar der Revisionismus als Vehikel dient, die eigentliche Tätigkeit jedoch in folgenden Bereichen liegt: Verschwörungstheorie (das Weltgeschehen hängt laut Horst Mahler vom großen „Plan“ ab, der auf die Protokolle der Weisen von Zion zurückgeht), esoterischer Hitlerismus („Mein Kampf“ als neue Bibel, Hitler als tadelloser Messias und Märtyrer der Deutschen) und Extrem-Antijudaismus (Germanen stehen ausnahmslos für das Gute, Juden für das Böse). Dieser zivilreligiös sektiererhafte Ansatz (Nr. 3) steht natürlich im krassen Widerspruch zum wissenschaftlichen Ansatz (Nr. 1) und politischen Ansatz (Nr. 2).

Der wissenschaftliche Ansatz, also die reine Wahrheitssuche, und das politische Motiv, Entlastung der deutschen Geschichte, ließen sich noch miteinander in Einklang bringen. Wenn der politische motivierte deutsche Nationalist, der Revisionismus zur Entlastung des eigenen Volkes betreibt, die Wissenschaftlichkeit sozusagen als Korrektiv zur politischen Absicht versteht.

Das heißt: Bei streng wissenschaftlichen Untersuchungen steht das Forschungsergebnis nicht schon im voraus fest (Entlastung der damaligen Deutschen), sondern es muß auch Belastendes, das dem eigenen politischen Motiv widerspricht, publiziert werden. In dieser Hinsicht ist das sicherlich politisch sehr verdienstvolle Buch von Udo Walendy „Wahrheit für Deutschland“ (2) wissenschaftlich angreifbar, weil hier nur das Entlastungsmaterial und nicht auch das Belastungsmaterial für die Kriegspolitik Hitlers enthalten ist. Wissenschaftlicher ist da allemal das Buch Walter Posts „Die Ursachen des Zweiten Weltkriegs“ (3). Davon abgesehen, daß in wirklich freiheitlichen Systemen über die Wissenschaftlichkeit von Geschichtswerken nicht vor Gericht entschieden wird. Aber konzentrieren wir uns in der weiteren Betrachtung auf den wissenschaftlichen Ansatz (Nr. 1) und die Konsequenzen daraus.

Wer ein Phänomen wie den „Holocaust“ erforschen möchte, schließlich darüber öffentlich Bewertungen über offizielle Behauptungen dieses Phänomens vornehmen möchte, sollte sich zunächst einmal – vor Beginn aller Forschungstätigkeit im einzelnen – über den Forschungsgegenstand bewußt sein. Erst wenn der Gegenstand „Holocaust“ in seinem gesamten Umfang und Bedeutungsgehalt erfaßt wurde, erscheint es sinnvoll zu sein, detaillierte naturwissenschaftliche Untersuchungen anzustrengen. Dabei sollte man erkennen, daß Begriffe, die wie die Metapher „Holocaust“ (altgriechisch Brandopfer) der geistigen Sphäre entsprungen sind, als Ganzes nur auf geisteswissenschaftlicher Ebene zu erfassen sind.

Was logisch klingt, gilt nicht für Manfred Köhler. In einem Sammelband erklärt der Naturwissenschaftler und Revisionist zunächst einmal Historiker für „inkompetent […] technisch-naturwissenschaftliche Fragen sachverständig zu beantworten“. (4) Soweit könnte man ihm noch folgen: Jeder soll das machen, was er kann. Dann jedoch versteigt sich Köhler zu der Behauptung, die Geschichtswissenschaft unterstehe einem „Primat“ der „Wissenschaftsgebiete“. (5) Köhler zu Folge hätten sich demnach Historiker grundsätzlich methodisch den Naturwissenschaften unterzuordnen. Zu welchem Ergebnis diese naturwissenschaftlich technische Hybris führt, macht dann Köhler unfreiwillig deutlich, wenn er vom „angeblichen Massenmord an den Juden durch das Dritte Reich“ spricht, (6) was er zu widerlegen gedenkt. Auch scheint der Naturwissenschaftler nicht an die „gerichtliche Offenkundigkeit des Holocaust“ zu glauben. (7)

Was mir auffällt: Für den Nicht-Geisteswissenschaftler Köhler scheint der hermeneutische Zirkel ein Fremdwort zu sein. Darunter verstehen wir ein geistiges Pendeln zwischen Sinnganzem und seinen Bestandteilen. Zumindest sollten Naturwissenschaftler die Weisheit des Aristoteles bekannt sein, der davon sprach, daß das Ganze etwas anderes sei als die Summe seiner Teile. Demzufolge wäre wohl auch der „Holocaust“ etwas anderes als die bloße Bestandsaufnahme von Opferzahlen, Tötungsmethoden und Tatorten. Der „Holocaust“ steht nämlich im allgemeinen Sprachgebrauch schlichtweg für die Judenvernichtung des Dritten Reiches. Das Ganze ist also der vom NS-System begangene Völkermord an den Juden. So bezeichnet der Paragraph 6 des Völkerstrafgesetzbuches „Völkermord“ als „Zerstörung“ einer national, rassisch, religiös oder durch ihr Volkstum bestimmten Gruppe, die „ganz oder teilweise“ erfolgt. (8)

Wer also den Holocaust leugnet, der erweckt für einen Richter eines BRD-Gerichts den Eindruck, er wolle die Judenvernichtung des Dritten Reiches insgesamt als reine Erfindung darstellen. Uns sollte daher nicht überraschen, daß selbst ein gutmeinender Richter es sich nun leicht macht und zur Verurteilung des Leugnenden schreitet. Ganz davon abgesehen, daß in freiheitlichen Systemen nicht vor Gericht über historische Wahrheit befunden wird.

Wer also wie Horst Mahler und Ursula Haverbeck-Wetzel behauptet: „Den Holocaust gab es nicht“, (9) der leugnet nach allgemeinem Sprachgebrauch und nach Terminologie, nach der ein BRD-Richter zu entscheiden hat, die Judenvernichtung des Dritten Reiches vollständig. Irgendwelche nachgeschobenen Beschwichtigungen, wie: man meine doch nur bestimmte Opferzahlen oder einzelne Tötungsmethoden, verhallen dann sicherlich im Wind. Ein typischer BRD-Richter wird hier den Weg des geringsten gesellschaftlichen Widerstands gehen – und verurteilen. Dies vor allem dann, wenn Wieland Körner (von der Mahler-Gruppe) mit falschen Zahlen arbeitet. (10)

Halten wir an dieser Stelle fest: Die Judenvernichtung (= Holocaust), die von den Nationalsozialisten und ihren Helfern begangen wurde, ist das Gesamtphänomen. Und es bleibt – nach hermeneutischer Erkenntnislogik – das Ganze, selbst wenn Teile davon widerlegt werden könnten. Wer glaubt, einzelne Gaskammern oder hohe Opferzahlen widerlegen zu können, hat demnach noch lange nicht das Gesamtphänomen Judenvernichtung widerlegt. Wir sollten einfach davon ausgehen, daß die NS-Judenvernichtung stattgefunden hat. Denn neben den Opfern in den Konzentrationslagern – in welcher Zahl auch immer – wird es auch an den Massenerschießungen hinter den Linien der Ostfront nichts herumzudeuteln geben. Über ein Beispiel eines „Massenmordes an Juden“ an der Ostfront berichtete zum Beispiel der nationale Autor Armin Mohler. (11) Und der ehemalige Mitarbeiter im Amt Rosenberg, Heinrich Härtle, schrieb nach dem Krieg über „Judenerschießungen aus Rußland“, auf die der Ostminister Alfred Rosenberg mit Empörung reagiert habe. (12) Wie gesagt, dies sind zwei Bücher, die in nationalen Verlagen erschienen sind.

Wer nun wie Ernst Gauss glaubt, er könne den „Holocaust“ an sich widerlegen, indem er die „gezielt und industriell durchgeführte Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten – kurz: den Holocaust“ widerlegt, (13) der befindet sich mit Sicherheit auf dem Holzweg. Denn der „Holocaust“ steht nach allgemeinem Sprachgebrauch und juristischer Terminologie für die Judenvernichtung als solches – und läßt sich nicht auf Verfahren „industrieller“ Tötung reduzieren.

Aufgrund der Kritik, die ich bereits seit ein paar Jahren an den Auswüchsen der Totalleugner übe, scheint nun in das revisionistische Lager Bewegung gekommen zu sein. Zumindest Germar Rudolf scheint erkannt zu haben, daß die Totalleugnung dem eigenen Anliegen, der Wahrheitsfindung und der Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit, äußerst abträglich ist. In einer Publikation, erschienen im April 2005, schreibt nun Rudolf zum Vorwurf der Totalleugnung:

„Aufgrund falscher Darstellungen in der Öffentlichkeit bedarf es zunächst
einer Richtigstellung dessen, was der Holocaust-Revisionismus nicht behauptet:

• Er behauptet nicht, es habe keine Judenverfolgung gegeben;
• Er behauptet nicht, es habe keine Judenentrechtung gegeben;
• Er behauptet nicht, es habe keine Deportation gegeben;
• Er behauptet nicht, es habe keine Judenghettos gegeben;
• Er behauptet nicht, es habe keine Konzentrationslager gegeben;
• Er behauptet nicht, es habe keine Krematorien in Konzentrationslagern gegeben;
• Er behauptet nicht, es seien keine Juden aufgrund einer Vielzahl von Gründen umgekommen;
• Er behauptet nicht, es seien auch keine anderen Minderheiten verfolgt worden, wie Zigeuner, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, und politisch Andersdenkende;
• und letztlich behauptet er nicht, die oben aufgeführten Dinge seien kein Unrecht gewesen.
• All diese Unrechtstaten des NS-Regimes werden vom Holocaust-Revisionismus nicht angezweifelt.“ (14)

Allerdings ist hier zu ergänzen, daß der Eindruck der Totalleugnung nicht von der Öffentlichkeit erfunden, sondern dieser Unsinn von bestimmten Revisionisten selbst verbreitet wurde. In diesem Zusammenhang trifft auch der stellvertretende Chefredakteur von Deutsche Stimme, Andreas Molau, ins Schwarze, wenn er feststellt: „Gewiß ist dagegen, daß heute kein Mensch, der noch recht bei Trost ist, den Holocaust in Frage stellen, geschweige denn anzweifeln darf.“ (15) Demzufolge müßte Horst Mahler nicht ganz bei Trost sein, wenn er auch weiterhin seinen Anhängern empfiehlt, auf Spruchbändern im öffentlichen Raum zu behaupten: „Den Holocaust gab es nicht“.

Den Holocaust kann es für Mahler deshalb nicht gegeben haben, weil er extremer Verfechter des zivilreligiös sektiererhaften Ansatzes (Nr. 3) ist. Da die Germanen bzw. Deutschen uneingeschränkt für das Gute stünden, hingegen die Juden ausnahmslos für das Böse, scheint die Möglichkeit, daß die Deutschen zwischen 1933 und 1945 auch böse Handlungen begangen haben könnten, gar nicht in Betracht zu kommen. Zudem scheint der 70-Jähringe nach vielen politischen Wegen und Irrwegen im Holocaust sein letztes Gefecht zu sehen (Nr. 4: Persönliche Motive).

Wir sollten in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, daß bei einer Verquickung von Geschichtsrevisionismus und esoterischem Hitlerismus den Protagonisten in vielen Fällen auch beträchtliche Spendeneingänge winken. In den achtziger Jahren, ich kann mich noch gut erinnern, hatte ein gewisser Ewald Bela Althans als Assistent von Otto-Ernst Remer einen ziemlich aufwendigen Lebensstil geführt. Gerade bei älteren Herrschaften der nationalen Rechten saß der Geldbeutel locker, wenn es um Spenden an Althans ging, der später in Folge seines Ausstiegs aus der Szene als V-Mann des Verfassungsschutzes enttarnt wurde.

Abschließend soll noch einmal betont werden, daß der historische Revisionismus zu wichtig ist, um ihn durch zweifelhaften Aktionismus diskreditieren zu lassen. Es wäre dringend notwendig, den Revisionismus an einem ganzheitlich wissenschaftlichen Ansatz (Nr. 1) und eventuell an einem klar zu definierenden politischen Ziel (Nr. 2) auszurichten. Dem Anliegen echter historischer Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, steht eine Totalleugnung jedenfalls im Wege.

Nachbemerkung: Dieser Artikel erschien erstmals im Jahr 2006, in „Neue Ordnung“, I/06, S. 12-14.

Siehe:
http://www.neue-ordnung.at/index.php?id=246

Durch den jüngsten Auftritt von Ursula Haverbeck erhält das in dem Text behandelte Thema zusätzliche Aktualität.

Siehe hierzu:

Anmerkungen:
(1) Andreas Molau: Opferzahlen. Kein Widerspruch. Der historische Revisionismus kann sein nächstes Kolloquium bald hinter Gittern abhalten. In: Deutsche Stimme Nr. 12/20005.
(2) Udo Wallendy: Wahrheit für Deutschland. Die Schuldfrage des zweiten Weltkrieges. Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho/Weser 1964.
(3) Walter Post: Die Ursachen des Zweiten Weltkrieges. Ein Grundriß der internationalen Diplomatie von Versailles bis Pearl Harbor, Grabert-Verlag, Tübingen 2003 (= Veröffentlichungen des Institutes für deutsche Nachkriegsgeschichte, Band XXXI).
(4) Walter Post: Die Ursachen des Zweiten Weltkrieges. Ein Grundriß der internationalen Diplomatie von Versailles bis Pearl Harbor, Grabert-Verlag, Tübingen 2003 (= Veröffentlichungen des Institutes für deutsche Nachkriegsgeschichte, Band XXXI).
(5) Ebd., S. 28.
(6) Ebd., S. 28.
(7) Ebd., S. 30.
(8) Bis ins Jahr 2002 war dieser Völkermord-Paragraph enthalten in § 220a (1) StGB. Neuerdings steht er in § 6 des Völkerstrafgesetzbuches. Zitiert nach: Strafgesetzbuch, u. a. Textausgabe mit ausführlichem Sachregister und einer Einführung von Hans-Heinrich Jescheck. 30. Auflage, C. H. Beck/Deutscher Taschenbuch Verlag, München August 1996. S. 109-110.
(9) Mehrere „Reichsbürger“ trafen sich am 30. Juli 2003 auf der Wartburg bei Eisenach, um dort auf Transparenten zu bekunden: „Den Holocaust gab es nicht.“ Eigentlich sollte die Veranstaltung in Auschwitz stattfinden, ein Ausreiseverbot für Horst Mahler verhinderte das.
(10) In einer Broschüre, mit der sich bereits die Justiz befaßte, behauptet Wieland Körner wahrheitswidrig, Fritjof Meyer sei in seinem Osteuropa-Artikel „nahezu zu 100 Prozent auf den Kurs der ‚Revisionisten‘ (Butz, Stäglich, Faurisson, Leuchter, Walendy, Irving, Gauss-Rudolf, Matogno, Zündel, Deckert u. s. w.) eingeschwenkt“. Zahlen für diese Behauptung bleibt Wieland allerdings schuldig. Völlig irreführend ist Körners Behauptung, Fritjof Meyer habe in seinem Osteuropa-Artikel die Opfer von Auschwitz mit 356.000 beziffert. Dies ist – nach Darlegung Meyers – nicht die Zahl der Gesamtopfer, sondern die in den Gaskammern getöteten. Die Gesamtzahl beziffert Meyer mit einer halben Million. (vgl. Wieland Körner: Denkschrift. Zur Zeitgeschichte: Die neue Sicht von Auschwitz […]. Manuskript zur persönlichen Aufklärung! Hrsg. von Wieland Körner. Durchblick-Bücher, Bremen o. J., S. 10. – Vgl. hierzu auch: Fritjof Meyer: Die Zahl der Opfer von Auschwitz. Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde. In: Osteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsfragen des Ostens. Hrsg. von Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. 52. Jg., Heft 5, Mai 2002, S. 631-641, hier S. 639.
(11) Armin Mohler: Der Nasenring. Im Dickicht der Vergangenheitsbewältigung. Verlag Heitz & Höfkes, Essen 1989, S. 90.
(12) Heinrich Härtle: Deutsche und Juden. Studien zu einem Weltproblem. Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1976, S. 261.
(13) Ernst Gauss: Zum Geleit. In: Auschwitz. Nackte Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac. Mit Beiträgen von Prof. Dr. Robert Faurission, Manfred Köhler, Carlo Mattogno, Serge Thion und einem Vorwort von Ernst Gauss. 1. Auflage, Stiftung VRIJ Historisch Onderzoek u.z.w., Berchem (Flandern) 1995, S. 9-17, hier S. 9.
(14) Germar Rudolf: Holocaust Revisionismus. Eine kritische geschichtswissenschaftliche Methode. Castle Hill Publishers, Hastings im April 2005, S. 7.
(15) Andreas Molau: Opferzahlen. Kein Widerspruch. Der historische Revisionismus kann sein nächstes Kolloquium bald hinter Gittern abhalten. In: Deutsche Stimme Nr. 12/20005.

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro.
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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