Schach dem Finanzmarkt-Kapitalismus!

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Diese Binsenweisheit nützen die Herren des Geldes auf ihre Weise. Dieselben sollten aber nicht ignorieren, daß die Leidensfähigkeit der Schuldner nicht grenzenlos ist. Und dennoch werden wider besseres Wissen der durch gnadenlose Profitgier bedingten Ausbeutung von Mensch und Natur keine Zügel angelegt. Mit entsprechenden Folgen für den Einzelnen, ein Volk oder ein Land, nicht zuletzt für die Vielfalt des Lebens. Was die Bewahrung Letzteren betrifft, haben mittlerweile selbst grüne Politiker ein massives Glaubwürdigkeitsdefizit, seit sie sich Stück für Stück der herrschenden Marktideologie unterworfen haben.

Konkret herrscht heute eigentlich der Finanzkapitalismus, der die globale Herrschaft – in anonymer Weise besonders über Investments-Fonds – ausübt, und der, ohne mit realwirtschaftlichen Prozessen verbunden zu sein, die Märkte kontrolliert und die Politik vor sich hertreibt. Dabei geben Finanzialisierung und Technisierung ein geniales Paar ab, dem die universelle Vernichtung einer uns bekannten Welt durchaus zuzutrauen ist. Denn Moral ist in diesem Stadium der Ausbreitung eines technokratischen Finanzmonsters, im Sinne Heideggers, bekanntlich keine Option.

Zum Opfer fallen diesem auf die Spitze getriebenen Kapitalismus vornehmlich auch kleine Völker. Zum Beispiel die Huicholes in Mexiko. Diese etwa 20.000 Mitglieder zählende Ethnie, die bis heute sehr zurückgezogen als Bergbauern und Jäger in Zentralmexiko lebt, wird in ihrer traditionellen und natürlichen Lebensweise durch das von der Regierung erlaubte und geförderte Vordringen von multinationalen Bergbaukonzernen und des so genannten Fortschritts zunehmend bedroht. So greifen unter anderem auch eingeschleppte Krankheiten, auf die das Immunsystem der Ureinwohner nicht vorbereitet ist, um sich. Es ist daher fraglich, ob diese Ethnie als Ganzes überleben wird können.

Dieser Fall erinnert mich an einen viele Jahre zurückliegenden als ein gewisser Herr Kissinger zu Gast in Djakarta weilte. Wenige Monate später, nach seiner Abreise, nahm auf einer indonesischen Insel, ich glaube es war Aceh, ein US-Bergbaukonzern seine Arbeit auf wobei, wohlgemerkt mit Unterstützung lokaler Behörden, ein auf dem betreffenden Gebiet siedelnder Eingeborenenstamm vertrieben wurde. Es soll dabei hunderte Tote und Verletzte gegeben haben. Auf Aceh ist übrigens wenig umweltschonend auch der Ölkonzern der Rockefellers tätig. Wie gesagt, Moral ist keine Option, und Unmoral entspricht der operativen Logik des Finanzkapitalismus.

Nun ist es ja so, daß nicht nur kleine Völker, sondern bereits große Kulturnationen oder Staatengebilde wie die einen bürokratischen Absolutismus huldigende EU in eine Abhängigkeit geraten sind, die da und dort die Züge Frondienst leistender Konzernfürstentümer angenommen hat. In diesem anscheinend höchstem Stadium der Kapitalexpansion und der Kommerzialisierung der Welt hat die Globalisierung als alle Probleme lösende Ideologie die konkreten Regierungen durch Umwandlung in bloß verwaltende Gremien eigentlich überflüssig gemacht. Das muß aber noch nicht das Ende der Geschichte sein.

Doch solange kritisches Denken und nachhaltiger Widerstand nicht erlahmen besteht Hoffnung, daß einem pervertierten Kapitalismus seine Grenzen aufgezeigt werden. Gigantomanie ist auch auf diesem Gebiet der falsche, weil verhängnisvolle Weg. Wenn man dem Raubtierkapitalismus mit seinen Exzessen ein humaneres Modell gegenüberstellen möchte, dann wäre gerade die Schwächung die jeder Nation und Kultur obliegende Verantwortung für ihre Selbstbehauptung eine Gefahr für die Widerstandskraft Europas gegenüber den Herrschaftsansprüchen der Banken und Konzerne.

So ist das Zurückdrängen des Nationalbewußtseins zugunsten eines diffusen EU-Bewußtseins aus mehreren, sehr einsichtsvollen Gründen zu einer ernsten Gefahr für die europäische Selbstbehauptung geworden. Schließlich kann der Verteidigungswille Europas nicht stärker sein als derjenige jeder einzelnen Nation, was ein europäisches Gemeinbewußtsein natürlich nicht ausschließt. Zumindes in einer Gesellschaft, die dem innersten Wesen des jeweiligen Europäers wieder gerecht wird.

Eine Gesellschaft mit Zukunft ist eine, in der ethische Bindungen, moralische Prinzipien und Gemeinschaftssinn wieder in den Vordergrund gerückt und Größenwahn und Manipulation durch Dezentralisierung Einhalt geboten wurde. Die Lehre von der Geschichte gebietet daher: Raus aus dieser fremdbestimmten, auf totalitären Spuren wandelnden EU!*

*24. Juni bis 1. Juli 2015 in Österreich: Eintragungswoche des Volks-Begehrens zu EU-Austritt. (Auf jedem Gemeindeamt / Magistrat, auch Sa und So offen.

Helmut Müller

Quelle

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: