Ukraine Konflikt: ZEIT- ONLINE – „Putin hat verloren“

In der ZEIT-ONLINE Ausgabe vom 29.04.2015 versucht der Politredakteur Jochen Bittner erneut seine Leserschaft mit einer Propagandaklamotte zu erheitern. Die Antwort auf die erste Frage, die man ihm dazu stellen möchte, gibt Bittner im letzten Absatz seines Propagandatraktates: „Für wie blöd halten diese Leute die Europäer?“

Unter der Überschrift: „Putin hat verloren“, entwickelt Bittner die vom westlichen Establishment volkspädagogisch erwünschte Sicht auf den Ukrainekonflikt. Im Machtspiel um die Ukraine würde Putin gerade ganz schlecht da stehen. Dann philosophiert Bittner weiter: „Was hat er denn bekommen? Die Krim und die Ostukraine, ja. Aber was sind diese Gewinne wert? Beide verursachen dem Kreml mehr Kosten als Nutzen, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. (…)

(…) Und was will Putin mit der Ostukraine anfangen (…)? (…Das Kohle und Industriebecken des Donbass ist seit langem ein Sanierungsfall,(…) (…)Welche Zukunft hat dieser Winkel? Wer bitte wird dort investieren? Russische Rüstungsunternehmen vielleicht, anschlussfähige Fabriken gibt es dort immerhin. Unterm Strich dürfte Putin kräftig zuzahlen müssen, um die Region zu halten.“

Jochen Bittner versucht den materiellen Wert der Krim und des Donbass herunter zu spielen. So wie der Fuchs die Trauben, die für ihn unerreichbar sind, weil sie zu hoch hängen, zu sauer findet. Glaubwürdig wirken seine Argumente nicht.
Wenn die Krim und der Donbass so wertlos sind und in jeder Beziehung ein Klotz am Bein des Besitzers, warum kämpft dann Poroschenko so verbissen um diese Gebiete? Müsste er nicht froh sein, wenn ihm jemand den unwirtschaftlichen, sorgenträchtigen Ballast abnimmt?

Kann sein, dass die Russen in die Krim und die neurussischen Gebiete investieren müssen, aber die Früchte der Investitionen werden dem russischen Staat und damit letztlich der bodenständigen Bevölkerung zu Gute kommen. Wenn der westliche Heuschrecken-Kapitalismus auf die befreiten Gebiete zugreifen könnte, dann bliebe dem Volk nur die Gnade, für fremde Profiteure für einen Hungerlohn im eigenen Land arbeiten zu dürfen.
Wenn sich westliche Investoren aus Russland zurückziehen, dann ist das der beste Beweis dafür, dass Putin die Interessen des Volkes wahrnimmt. Klar, Länder wo die Interessen des Großkapitals den Interessen des Volkes nicht vorgehen sind kein geeignetes Pflaster für vagabundierendes Kapital. Die Russen sollten allen westlichen Investoren, die jetzt abziehen, noch einen Tritt in den Hintern mitgeben.

Aber Jochen Bittner macht nicht nur den Russen die Rechnung auf, er erklärt auch, was der Westen bekommen hat: „Mindestens die Westukraine ist so entschlossen wie noch nie, ihre Zukunft an der Seite der EU aufzubauen.“ Er kommt aber nicht umhin zu bemerken: „Auch für die EU könnte diese neue Freundschaft freilich teuer werden.“ Das sieht Bittner ausnahmsweise mal richtig, wenn auch nicht aufs Ganze gesehen, denn die Westukraine wird nicht nur teuer für uns, sie hat uns schon zu viel gekostet. Die Milliarden die bisher nach Kiew überwiesen wurden, sind in den Taschen der Oligarchen verschwunden. Die Westukraine ist ein Fass ohne Boden. Nun, die Deutschen lieben Fässer ohne Boden. Irgendwohin muss ja das sauer verdiente Volksvermögen abfließen, damit die Regierung wieder Kredit auf nehmen kann.
Bittner muss einräumen: „Korruption gehört weiterhin zum Alltag (in der Westukraine) aber anders als Putin hat die EU einen Partner gewonnen, der nach vorne will.“ Ja, die Poroschenkos und Jazenjuks drängeln sich nach „vorne“ an die Fressnäpfe der EU, während das ukrainische Volk weiter hungern und bluten muss.

Es wirkt grotesk und abgeschmackt, wenn der peinliche Propagandist Jochen Bittner den nüchternen Realpolitiker Putin als „peinlichen Propagandisten“ bezeichnet. Für wie blöd hält dieser Zeit-Online-Schreiberling die Europäer? Ich sehe weit und breit keinen westlichen Politiker, der dem kühlen Strategen Putin auch nur entfernt das Wasser reichen könnte.

Karl-Heinz Hoffmann

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