Querfront der Reformisten

Derzeit geht in Europa ein Gespenst um. Es ist allerdings nicht das Gespenst des Kommunismus, auch wenn dies vielleicht Antibolschewiken vermuten könnten.

Siehe: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/marx_manifestws_1848?p=3

Nach dem sich in Griechenland eine Lagerübergreifende Regierung aus der „Koalition der Radikalen Linken“ (Syriza) und den nationalkonservativen Unabhängigen Griechen (ANEL) gebildet hatte, scheint diese Tendenz nun auch im deutschen Kulturraum auf der Tagesordnung zu stehen. Im österreichischen Bundesland koaliert nun die „linke“ sozialdemokratische SPÖ mit der rechtspopulistischen FPÖ. Im Burgenland hatte die SPÖ an Stimmen verloren, während die rechte FPÖ massiv zulegte In der Steiermark verzeichnete die FPÖ gar einen Erdrutschsieg und befindet sich nun auf einem wahltechnischen Niveau mit SPÖ und der ÖVP. Die FPÖ legte dort um unglaubliche 17 Prozent zu.

Die Koalition im Burgenland bestehend aus SPÖ und FPÖ muss nun vor allem die „Antifa“ schockieren. In einer linksparteinahen Internetzeitung spricht man deswegen von einer „rassistischen Querfrontregierung“.

Siehe: http://internetz-zeitung.eu/content/%C3%B6sterreichische-sozis-der-sp%C3%B6-koalieren-querfrontm%C3%A4%C3%9Fig-mit-rechtspopulisten-der-fp%C3%B6

Dabei hatte die SPÖ schon Anfang der 1980er-Jahre mit der FPÖ auf Bundesebene koaliert.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Rot-blaue_Koalition

Allerdings befand sich die FPÖ damals eher auf einem liberalen Kurs und entsprach in der Führungsebene eher der BRD-FDP. Nach der Übernahme der FPÖ durch Jörg Haider hatte die SPÖ damals die Koalition aufgekündigt.

Allerdings nahm es die SPÖ damals mit der Abgrenzung nach Rechts nicht so genau. FPÖ-Justizminister war schließlich der „Altnationale“ Harald Ofner.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Ofner

Jedenfalls spricht nun der SPÖ-Landeshauptmann des Burgenlandes Niessl in Pressekonferenzen wie ein FPÖ-Politiker und fordert mehr Anstrengung im Bereich der inneren Sicherheit, Zuwanderungsbegrenzung und kritisiert in Teilbereichen – wie die FPÖ – die EU. Tatsächlich hat der SPÖ-Politiker die Parole ausgegeben „Arbeit zuerst für (burgenländische) Österreicher.“

Siehe: http://burgenland.orf.at/m/news/stories/2707652/

Die Abgrenzung der Bundes-SPÖ wirkt nun nicht ganz glaubwürdig, da in der Steiermark, aus dem Landtagsclub und der Parteibasis die Forderung aufkam, es sei hinsichtlich der Regierungsbildung intelligenter gewesen, wenn man mit der FPÖ, statt mit der ÖVP. verhandelt hätte.

Auch in der SPÖ-Salzburg scheint man einer Koalition mit Strache offen zu stehen.

Siehe: http://derstandard.at/1362108262774/Burgstaller-kann-sich-Zusammenarbeit-mit-FPOe-vorstellen

Freilich ist die „Antifa“ in der SPÖ nun außer Rand und Band. Insbesondere in der Jugendorganisation der SPÖ und im Studentenverband.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=w9IG2vcNpPc

Straches SPÖ-Gegner in Wien, der sich vom dem FPÖ-Chef abgrenzt, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, müsste der Antifa eigentlich auch verdächtig sein. Bei Häupl handelt es sich nämlich um einen ehemaligen deutschnationalen Burschenschaftler.

Siehe: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/366329/Burschenschaften_Das-waren-die-wilderen-Hund

Nun auf jeden Fall kommen nun nach Griechenland, durch das Burgenland die Querfronteinschläge, auch in Bezug auf die BRD, immer näher. Freilich sind sowohl in Griechenland, als auch im Burgenland nur rechte und linke Reformisten und Populisten am Werk, die das kapitalistische und imperialistische System nicht grundsätzlich in Frage stellen. Die griechische Regierung führt sich in den Verhandlungen mit ihren antigriechischen Gegnern als „Euroretter“ und „bessere Europäer“ auf. Die FPÖ ist zwar EU-kritisch, verlangt aber nur nach einer Reform dieses antinationalstaatlichen Gebildes, wobei man sich aber immerhin die Option nach einer Forderung nach einem EU-Austritt offen hält.

Die FPÖ ist zwar Moskau-solidarisch- was ihr positiv anzurechnen ist – aber gleichzeitig stramm dem rechten Flügel des US-Imperialismus und der israelischen Rechten verpflichtet.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=YFjWczGywTc

Nun könnten freilich Zionisten Strache Unglaubwürdigkeit und eine Doppelstrategie vorwerfen.

Siehe: http://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/Strache-Jetzt-faehrt-er-zur-Hisbollah/14916142

Tatsächlich wurden die Wahlkämpfe des Strache-Vorgängers Jörg Haider von Saddam Hussein und Gaddafi finanziert:

Siehe: http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-08/haider-hussein-million

http://www.blick.ch/news/ausland/haider-und-gaddafi-eine-maennerfreundschaft-milliarden-weisse-tiger-und-eine-tote-prostituierte-id70735.html

In der Regierungsverantwortung der FPÖ mit der ÖVP kamen jedenfalls die meisten Zuwanderer nach Österreich, die FPÖ gab sich brav EU-freundlich und wirtschaftsliberal.

In Punkto Wirtschaftsliberalismus widersprechen sich das nationalliberale Programm der FPÖ, das Handeln der FPÖ in den Parlamenten und das Auftreten Straches als „Anwalt der kleinen Leute“, der die FPÖ als „Arbeiterpartei neuen Typus“ definiert und im TV als „österreichischer Lafontaine“ auftritt.So tritt dort Strache etwa für einen Spitzensteuersatz von 50 Prozent ein, was manchen NPDlern und Hitler-Fans im Freien Spektrum in Deutschland schon als „Bolschewismus“ gilt.

Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=aPcfVPWhxks

Aus sozialrevolutionäer Sicht sind die Koalition im Burgenland und in Griechenland ein struktureller Fortschritt, der aber kritikwürdig bleibt, weil trotzdem nur Systemparteien miteinander koalieren, die das kapitalistische System nicht in Frage stellen. Damit wird aber zweifelsohne ein Türchen aufgestoßen, wenn es darum geht das eine ideele Koalition zwischen echten Antikapitalisten und Nationalstaatsanhängern in Nähe rückt. Jedenfalls befindet sich die „Antifa“ und der „Antibolschewismus“ nun in Erklärungsnöten.

Verfasser: Sozrev

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