Besprechungen (24)

In meinem letzten Artikel, der auf der SdV-Seite veröffentlicht wurde, hatte ich nebenbei erwähnt, wie geistig befruchtend doch die wenigen linken Überläufer auf der nationalen Rechten wirken.

Siehe hierzu:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2015/08/05/horst-mahler-und-ich/

Einer davon, den ich auch im Sinne hatte, aber nicht erwähnte, weil er der jüngeren Generation an Publizisten angehört, die ihre Wirkung erst noch dauerhaft entfalten müssen, ist Manfred Kleine-Hartlage.

Die Besprechung eines Buches von Kleine-Hartlage findet sich hier:
https://sachedesvolkes.wordpress.com/2014/06/03/besprechungen-23/

Eine Kolumne aus dessen Feder, die in „Zuerst“ (Mai 20015, S. 29) veröffentlicht wurde, erscheint mir so wichtig, daß sie an dieser Stelle noch einmal vorgestellt und interpretiert werden muß.

Die zu besprechende Kolumne Kleine-Hartlages findet sich im Wortlaut hier:
http://zuerst.de/2015/04/23/warum-die-links-rechts-unterscheidung-letztlich-nur-den-herrschenden-eliten-nutzt/

https://sachedesvolkes.wordpress.com/2015/05/05/warum-die-links-rechts-unterscheidung-letzlich-nur-den-herrschenden-eliten-nutzt/

Kleine-Hartlage widmet sich der Unterscheidung zwischen „rechts“ und „links“. Diese ist nun wirklich für das politische Denken fundamental. Ihm gelingt es nach meiner Einschätzung nicht ganz, diese beiden Wörter präzise auf den Begriffsinhalt zu bringen. „Links“ ist im Grunde genommen die Forderung nach Gleichheit der Menschen, daß die Menschen von Natur aus gleich seien, demnach auch gleich zu behandeln seien; „rechts“ ist das Beharren auf der Ungleichheit der einzelnen Menschen und Menschengruppen (Stämme, Völker, Rassen, Religionen usw.). Die Freiheit, ungleich sein zu dürfen, ist rechts.

Aber diese kritische Einschränkung kann den Wert, den diese Kolumne Kleine-Hartlages gerade für die SdV hat, nicht verringern. Der springende Punkt ist die Überzeugung des Autoren, daß eine politische Rechte, die Wirkung entfalten möchte, indem sie dicht am Volk ist, ein Stück weit auch links sein muß; wie umgekehrt auch eine Linke, die sich an den Interessen des Volkes ausrichtet, auch wenigstens zum geringen Teil rechts sein muß. Eine Linke, die sich nur an Gesellschaftsutopien ausrichtet, und dabei nicht Traditionen im Leben von Menschengruppen berücksichtigt, ist genauso volksfeindlich wie eine Rechte, die sich zwar verbal auf Traditionen beruft, aber der jeweiligen Herrschaftsschicht, die genau diese Traditionen zerstört, in den Arsch kriecht.

Das ist im Grunde genommen die Botschaft des Kleine-Hartlages, die sich alle Linken und Rechten, die auf seinen Artikel stoßen, beherzigen sollten. Eine Linke, die „keine Macht für niemanden“ schreit, kann das kapitalistische System nicht überwinden, das bei allen Phrasen der „Selbstverwirklichung“ doch sehr hierarchisch aufgestellt ist. Dies mußten auch die Marxisten Lenin und Stalin an der Macht erkennen, so daß sie das Absterben des Staates, von dem Marx sprach, in eine ferne Zukunft verschoben. Dieser leninistische Staat machte somit rechtem hierarchischem Denken in der politischen Praxis ein großes Zugeständnis. Dieser Etatismus stieß in der Folgezeit auf die Kritik von Leo Trotzki, Robert Kurz und von anderen basiskommunistisch orientierten Kritikern.

Eine Rechte, die nicht zur Kenntnis nimmt, daß der Hauptmotor, der die Einwanderung fremder Menschen vorantreibt, das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, die kann für das deutsche Volk keine Alternative sein. Dies hat seit Neuem auch Felix Menzel kapiert. In der neuesten „Sezession“ (August 2015, S. 34-37) stellt uns der junge Sachse seine detailgenaue Analyse der „Profiteure der Masseneinwanderung“ vor. Das Spektrum reicht von der Erwerbslosenverwaltung über die Immobilienwirtschaft bis hin zu Großkonzernen wie Daimler Benz. Das Nachsehen hat die deutsche Unter- und untere Mittelschicht bei der Suche nach passabel bezahlter Lohnarbeit und preiswerten Wohnungen; aber auch neuerdings Studenten, die ihre Zimmerapartments in Studentenwohnheimen für Asylanten räumen müssen.

Einen Artikel Menzels zu einem ähnlichen Thema finden Sie hier:
http://www.sezession.de/50646/die-sprache-der-einwanderungsbefuerworter.html

Menzel formuliert klar und deutlich, daß es eine breite Palette an „Eigentümern“ gibt, denen es darum geht, Einwanderer „gewinnbringend“ als Konsumenten, billige Arbeitskräfte bzw. Lohndrücker und als Kunden für leerstehende Hotels einzusetzen, für die die Landkreise und Städte die Kosten aufzubringen haben. Aber dennoch bleibt Menzel seiner rechtsextremen Position insofern treu, daß er es vermeidet die Heiligkeit des bürgerlichen Eigentums anzutasten. Und sei es nur verbal. Sein Chef(redakteur) Götz Kubitschek, der bezüglich des bürgerlichen Eigentums besonders rechtsextrem agitiert, ist bei der verbalen Verletzung desselben dermaßen genervt, so daß er seinem Publikum „Langeweile“ vorspielt und dasselbe mit der Falschinformation füttert, daß ich den Arbeitsmarkt, den ich allerdings in der vorherrschenden Form kritisiere, vollständig abzuschaffen gedächte.

Siehe hierzu den Text von Kubitschek:
http://www.sezession.de/22623/sarrazin-lesen-eine-buecherschau.html

Felix Menzel sollte noch einmal in sich gehen, den Bürger in sich selbst prüfen, dabei auch mit seiner Redaktion von „Blaue Narzisse“ abklären, ob eine „Querfront“ von konstruktiven Rechten und konstruktiven Linken überhaupt erstrebenswert ist. Während ein Autor der „Blauen Narzisse“ die „Querfront“ verwirft, möchte sich Felix Menzel selbst genau dieser „Querfront“ andienen.

Zur Ablehnung der „Querfront“ in „Blaue Narzisse“ siehe:
http://www.blauenarzisse.de/index.php/anstoss/item/4867-mythos-querfront

In einem Artikel über die „Pegida“, der in „Compact“ veröffentlicht wurde, gab sich Menzel als eifriger Schüler der Elsässerischen „Querfront“, die noch keine ist, da ihr hierzu das linke Standbein fehlt. Allenfalls der marxistische Philosoph Peter Feist kann sich in diesem Bündnis ernsthaft als Immer-Noch-Linker bezeichnen. Jürgen Elsässer hingegen hat in diversen Compact-Artikeln mit jeder Form sozialer Revolution gebrochen. Er gilt in marxistischen Kreisen als „Revisionist“ und „Reformist“, der sich nach Aufgabe des proletarischen Klassenkampfes einem neuen kollektiven Subjekt, nämlich der deutschen Nation, zugewandt hat.

Die Zuwendung zur eigenen Nation unter Linken ist selbstverständlich zu begrüßen, muß dies aber unter Aufgabe der sozialen Revolution geschehen, nur um Unternehmern wie Wolfgang Grupp (Trigema) zu gefallen?

Auch Sahra Wagenknecht, ehemalige Weggefährtin Elsässers, hat sich die letzten Jahre immer mehr der reformistischen Position angenähert, aber immerhin ist diese Linke-Politikerin noch so „sozialrevolutionär“, eine Reichensteuer zu fordern. Während also Wagenknecht ohne eigene Nation auszukommen scheint, leugnet Elsässer die Notwendigkeit einer sozialen Revolution. Nicht einmal die Reichensteuer fordert er.

Lobenswert ist allerdings Elsässers neuerdings klare Ansprache in Sachen Überfremdung. Mit dem Magazin-Titel „Fremd im eigenen Land. Wie wir unsere Heimat verlieren“ (Ausgabe 8/2015) hat er mit seiner Redaktion den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade auch die persönlichen und familiären Interessen der vielen Wirtschaftsflüchtlinge, die an sich nur zu gut aus der Natur des Menschen verständlich sind, spricht Elsässer in seinem Editorial ungeschminkt an.

Wem die Lektüre der SdV-Internetseite nicht ausreicht, für den bieten „Compact“, „Zuerst“ und „Sezession“ die geeignete rechte Lektüre zur geistigen Vertiefung. Wir warten nun allerdings darauf, daß auch auf der Linken mehr Impulse kommen und eigene linke Projekte sich etablieren, die bei Beharren auf der sozialen Revolution zur Versöhnung mit der eigenen Nation gelangen.

Jürgen Schwab

Bücher von Jürgen Schwab:
Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft” mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser Verlag, Mengerskirchen 2011, 14,95 Euro. (Unter anderem in diesem Buch setzt sich der Autor für die Freiheit der Wissenschaft und Publizistik auch für Geschichtsrevisionisten ein!)
Angriff der neuen Linken – Herausforderung für die nationale Rechte. Hohenrain Verlag, Tübingen 2009, 19,80 Euro.
Die „Westliche Wertegemeinschaft”, Abrechnung, Alternativen. Hohenrain Verlag, Tübingen 2007, 19,50 Euro.
Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain Verlag, Tübingen 2002, 9,80 Euro.

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